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RB-Archiv Ehrgeizige Ziele nach der Enttäuschung: RB Leipzig will Halle nicht den Sieg schenken
Sportbuzzer RB Leipzig RB-Archiv Ehrgeizige Ziele nach der Enttäuschung: RB Leipzig will Halle nicht den Sieg schenken
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16:02 14.05.2012
In sich gekehrt: RB-Stürmer Daniel Frahn nach dem verpassten Aufstieg. Quelle: Christian Nitsche
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Leipzig

„Ich denke, der eine Tag Pause hat geholfen, dass es jeder für sich sacken lassen konnte“, sagt RB-Spieler Niklas Hoheneder, der am Sonnabend den Treffer zum 2:1 erzielt hatte. „Jetzt wissen wir, dass es nichts mehr wird mit dem Aufstieg und haben das verdaut. Aber natürlich ist es blöd, wie das Spiel gelaufen ist.“

Eisiges Schweigen herrschte am Montag auf dem Cottaweg zwar nicht, „aber die Stimmung war auch nicht so gut wie sonst“, beschreibt Niklas Hoheneder das Klima. Thema sei die Partie am Montagmorgen beim Training nicht gewesen. „Es hätte auch niemand die richtigen Worte gefunden“, vermutet RB-Stürmer Daniel Frahn, der gegen Wolfsburg II zwar ein Tor beisteuerte, aber kurz vor dem Schlusspfiff auch den entscheidenden Ballverlust mit zu verantworten hatte. Unter den Tisch fallen lassen könne man das Debakel natürlich nicht, aber eben auch nicht ändern. „Es war ein bitterer Tag für uns. Das wissen wir alle. Aber es bringt nichts, darüber zu reden“, ist er ganz rational.

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In Gedanken sind die Rasenballer schon beim letzten Saison-Match beim Spitzenreiter Hallescher FC am kommenden Wochenende. Auf der Agenda haben sie ganz klar einen Sieg, auch wenn das eine weitere Saison mit den Sachsen-Anhaltern bedeuten könnte. Ihnen den Aufstieg zu schenken, um sie in der Regionalliga los zu sein, kommt nicht infrage.

„Auf keinen Fall“, protestiert Kapitän Daniel Frahn. „Wir sind Sportsmänner, auch wenn es um nichts mehr geht. Wir wollen drei Punkte holen. Ich denke, Meuselwitz hat auch nicht darüber nachgedacht, Halle gewinnen zu lassen.“ Team-Kollege Hoheneder pflichtet ihm bei: „Es geht nicht nur um Prämien und Geld. Wir sind in erster Linie Fußballer. Und ich denke, jeder von uns ist Fußballer genug, um in Halle gewinnen zu wollen.“ Einer Extra-Motivaton bedürfe es dafür nicht.

Dass Leipzig bei einem Sieg gegen Halle wahrscheinlich nicht mehr mit den Saale-Städtern in der Regionalliga konkurrieren müsste, ist für ihn kein Argument. „Es ist uns scheißegal, wer die Meisterschaft gewinnt“, stellt er klar. „Wenn wir Halle gewinnen lassen und sie steigen auf, haben wir Kiel in der Liga. Wenn Kiel aufsteigt, haben wir Halle am Hals.“ Zugleich zeigt er sich als fairen Sportler: „Beide haben es verdient, aber wir wollen nicht diejenigen sein, die entscheiden, wer aufsteigt."

Frauke Sievers