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RB-Archiv Gereizte Stimmung bei Erzgebirge Aue – RB Leipzig dementiert Flirt mit Trainer Schmitt
Sportbuzzer RB Leipzig RB-Archiv Gereizte Stimmung bei Erzgebirge Aue – RB Leipzig dementiert Flirt mit Trainer Schmitt
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12:18 21.03.2011
Neuster Kandidat im Trainer-Karussell bei RB: Aues Coach Rico Schmitt.
Neuster Kandidat im Trainer-Karussell bei RB: Aues Coach Rico Schmitt. Quelle: dpa
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Aue/Leipzig

Neuestes Gerücht im Personalkarussell: Aues Übungsleiter Rico Schmitt.

RB-Sprecher Hans-Georg Felder kann die Spekulationen kaum noch hören. „Wir werden nicht jeden Namen kommentieren“, sagte er am Montag. Gegenüber Oral sei das jedenfalls eine Respektlosigkeit. Schon die Berichte über eine mögliche Verpflichtung von Fellix Magath hätten zu rein gar nichts geführt. Von RB sei der Name Schmitt nicht ins Spiel gebracht worden. „So unprofessionell sind wir nicht“, erklärt Felder.

Ob sich Schmitt tatsächlich verändern oder nur seine Position bei den anstehenden Vertragsverhandlungen verbessern will, ist derzeit unklar. Fest steht: Nach dem torlosen Unentschieden gegen Greuther Fürth waren bei den Veilchen am vergangenen Sonntag alle Augen auf den FCE-Trainer und Fürths Co-Trainer Mirko Reichel gerichtet. Vor dem Spiel wurde Reichels Name für den neu geplanten Sportdirektor-Posten bei Aue in den Ring geworfen, Schmitt wehrt sich dagegen und Präsident Keller äußert sich zweideutig.

„In unseren Etatplanungen für die kommende Saison spielt ein Sportdirektor keine Rolle. Wir können uns das momentan nicht leisten“, erklärte der 66-Jährige. Zwar dementierte der Präsident jeglichen Kontakt zu Reichel, sagte aber auch: „Wir reden seit drei Jahren über den Posten sportlicher Leiter.“   

Am Freitag trifft sich Keller erneut mit Schmitt, um die angestrebte Verlängerung des Vertrages bis 2013 voranzubringen. Verwundert zeigte sich der Präsident nun über Schmitts angeblichen Flirt mit RB. „Da muss ich ihn befragen, aber er hat alles dementiert und immer wieder gesagt, dass er hier bleiben will“, meinte Keller. Schmitt selbst beschäftigt die Sportdirektor-Position immer noch. „Ich bin kein Träumer und weiß, was geht und was nicht geht. Aber mein Team und ich wollten deutlich machen, dass wir nicht alles hinnehmen müssen“, erklärt der 42-Jährige.   

Vereinsvorsteher Keller will mit Hilfe eines Sportdirektors sportliche Kompetenz für die Beratung des Aufsichtsrates in den Club holen. „Im Sportlichen kennen wir uns nicht aus und wollen keine Fehler machen. Wir hatten bisher Glück, dass uns immer Transfers gelungen sind, die eingeschlagen haben und charakterlich zu uns passten“, meinte Keller. Dabei stellt er aber klar, dass die Besetzung des Postens nur über eine externe Finanzierung möglich ist. Es gäbe dennoch bereits einige Kandidaten.   

Auch Führungsspieler Marc Hensel wünscht sich eine Entscheidung. „Es wird intern über die Situation gesprochen. Für die Planungssicherheit wäre es nicht schlecht, wenn hier langsam Klarheit reinkommen würde“, sagte der Mittelfeldmann. Die Mannschaft stehe hinter Schmitt. „Die Probleme liegen nicht zwischen uns und dem Trainer. Wir arbeiten in der Gewissheit, dass er nächstes Jahr noch hier ist. Und das ist gut so“, erklärte Hensel.   

Vielmehr erzürnte ihn die Leistung seiner Mannschaft am Sonntag. „Es kann nicht sein, dass der Spieler in Ballbesitz die ärmste Sau auf dem Platz ist und sich die anderen hinter dem Gegenspieler verstecken“, polterte der 24-Jährige und forderte in Kahn-Manier: „Wir müssen Eier zeigen, brauchen nicht die große Klappe zu haben und müssen die Bälle fordern.“

Matthias Roth / dpa