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RB-Archiv Niederlage vor Geisterkulisse: RB Leipzig lässt sich in Elversberg auskontern
Sportbuzzer RB Leipzig RB-Archiv Niederlage vor Geisterkulisse: RB Leipzig lässt sich in Elversberg auskontern
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16:18 07.09.2013
Von Matthias Roth
Dominik Kaiser (li) behauptet sich gegen Milad Salem, daneben Tim Sebastian. Quelle: GEPA
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Elversberg

„Es war über 90 Minuten eine schlechte Leistung“, sagte RB-Trainer Alexander Zorniger.

Er hatte vor diesen Elversbergern gewarnt. Die Saarländer haben mit Dietmar Hirsch gerade ihren neuen Übungsleiter vorgestellt und schafften am Mittwoch den ersten Saisonsieg in Burghausen. Dementsprechend betraten sie mit Selbstbewusstsein bis zum Anschlag den Rasen.

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Die erste Gelegenheit erspielten sich aber die Bullen: Schon in der ersten Minute zog Daniel Frahn im Strafraum ab, scheiterte aber am SV-Torhüter Kenneth Kronholm. Die Elversberger stellten sich danach besser auf ihren Gegner ein und ließen immer wieder ihre Abseitsfalle zuschnappen. Dazwischen sahen die gerade 860 Zuschauer, davon rund 150 im Gästeblock des 35.000 Zuschauer fassenden Saarbrücker Ludwigsparkstadion, immer wieder Fehlpässe und ungenaue Zuspiele durch die Mitte. „Wir haben mit falschen Mitteln versucht, den Gegner zu bearbeiten, der überschaubare Möglichkeiten hatte“, stellte Zorniger fest.

Höhepunkt der ersten Halbzeit: Ein Freistoß des SVE in der 20. Minute. Milad Salem legte sich die Kugel in fast 30 Metern Torentfernung zurecht. Sein Schuss knallte ans Lattenkreuz. Auf der anderen Seite lief sich RB ein ums andere Mal fest. Kurz vor der Pause noch zwei Gelegenheiten zur Führung: Frahn schoss in der 38. Minute aus spitzem Winkel neben das Tor. Nach einer Ecke von Dominik Kaiser in der 43. Minute musste sich Kronholm ganz lang machen.

RB-Coach Zorniger baute in Elversberg seine Offensivabteilung um. Vor allem der quirlige Yussuf Poulsen, er spielte am Freitag eine Halbzeit für die U 21 Dänemarks beim 6:0-Sieg gegen Andorra, vermissten die Leipziger. Für ihn durfte Denis Thomalla in die Startelf rücken, setzte in der ersten Hälfte einige Akzente, tauchte später  immer weiter ab und wurde schließlich für Carsten Kammlott ausgewechselt. „Der ein oder andere war bei Laufaktionen überfordert“, erklärte Zorniger.

In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild: RB versuchte das Spiel zu machen und Elversberg beschränkte sich zumeist auf Konter und war damit kreuzgefährlich. In der 68. Minute verlor Timo Röttger im Angriff den Ball und der SV schaltete sofort auf Angriff um. Der völlig frei stehende Lukas Billick schoss aus 16 Metern deutlich übers Tor. Die Bullen hatten danach keine Zeit zum Durchatmen. Frederick Kyreh überlief schon eine Minute später Tobias Willers und lupfte den Ball über Coltorti. Das Leder landete an der Latte und sprang von dort zurück aufs Feld. Den Nachschuss kratzte der zurückgeeilte Willers von der Linie. „Wenn man weiter oben dran bleiben will, muss man gegen Elversberg gewinnen. Uns haben Konzentration, Wille und Entschlossenheit gefehlt“, so RB-Kapitän Daniel Frahn.

RB war in der Schlussphase mit dem erstmals eingesetzten Christos Papadimitriou weiter bemüht. Der Grieche hatte in der 82. Minute sogar die Führung auf dem Fuß, verzog aber aus 16 Metern knapp. Als sich beide Seiten schon auf ein torloses Unentschieden eingestellt hatten, schlug der eingewechselte Felix Dausend zu. Wieder ein Konter: Dieses Mal lief die für einen möglichen Siegtreffer aufgerückte RB-Defensive nicht konsequent zurück und musste mit ansehen, wie der Ball plötzlich im eigenen Netz lag. Billick ließ das Spielgerät im Strafraum zu Dausend durch und verlud so Coltorti. Der Elversberger musste in der 90. Minute nur noch ins leere Tor einschieben. „Wir waren da nicht clever, man kann auch diszipliniert offensiv spielen“, stellte Keeper Coltorti fest. Denis Thomalla ärgerte sich nach dem Abpfiff: „Die sieben Stunden Busfahrt sind jetzt kein gutes Gefühl.“

An der Tabellenspitze hat jetzt Heidenheim nach einem 2:0 gegen die Stuttgarter Kickers fünf Punkte Vorsprung vor den Leipzigern. Erfurt gewann in Kiel mit 2:1 und liegt auf Rang vier einen Platz vor RB. Chemnitz und Rostock trennten sich 1:1.

SV Elversberg

: Kronholm - Gross, Itoua, Wenzel, Wolf - Bastürk, Billick - Rohracker, Keyereh (76. Melisse), Salem – Luz (82. Dausend)

RB Leipzig

: Coltorti – Sebastian (46. Heidinger), Willers, Hoheneder, Jung - Schulz, Kaiser, Fandrich (64. Papadimitriou) – Röttger  - Frahn, Thomalla (77. Kammlott)

Tore

: 1:0 Dausend (90.)

Zuschauer

: 860

Matthias Roth