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RB-Archiv RB Leipzig hält Jena auf Abstand – Bullen wenden Niederlage in der Schlussphase ab
Sportbuzzer RB Leipzig RB-Archiv RB Leipzig hält Jena auf Abstand – Bullen wenden Niederlage in der Schlussphase ab
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16:37 02.12.2012
Von Matthias Roth
Bastian Schulz (RB Leipzig) und Marcel Schlosser (Jena).
Bastian Schulz (RB Leipzig) und Marcel Schlosser (Jena). Quelle: GEPA Pictures
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Leipzig

Sein Spruch zeigte bei den Thüringern offenbar Wirkung. Schon nach 36 Sekunden machten sich die Gäste im Fell der Leipziger gehörig breit. René Eckardt bekam völlig freistehend sieben Meter vor dem Tor den Ball auf den Fuß und zog ab. Der nach einer Schulterverletzung gerade noch fit gewordene RB-Keeper Fabio Coltorti lenkte das Leder mit dem Oberarm ins Toraus.

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Jena blieb auch nach der ungenutzten Großchance engagiert, spielte wie sonst Leipzig direkt nach vorn, überwand die Abwehr der Bullen aber nur selten. Vor allem Niklas Hoheneder klärte in dieser Phase ein ums andere Mal. „Ich bin mächtig stolz auf meine Mannschaft, das war fast die perfekte Umsetzung der taktischen Marschroute“, freute sich nach dem Abpfiff Jenas Trainer, Petrik Sander.

Vom viel gerühmten RB-Offensivspiel sahen die 12.194 Zuschauer in den ersten 20 Minuten kaum etwas. Das Team von Trainer Alexander Zorniger leistete sich im Mittelfeld immer wieder Fehlpässe oder blieb in der früh störenden Verteidigung des FC Carl Zeiss hängen.

Ruhe, Kampf und Standardsituationen bestimmen die erste Hälfte

„Jena war sehr, sehr stark und hat uns gar nicht ins Spiel kommen lassen“, unterstrich Zorniger. Die beste Chance für die Leipziger in der ersten Hälfte legte Stefan Kutschke in der 26. Minute seinem Sturmpartner Daniel Frahn auf. Im Strafraum schob Kutschke den Ball zum RB-Kapitän durch, der allerdings einen Schritt zu weit von der Kugel entfernt stand und keinen Druck mehr hinter das Spielgerät bekam.

Gefeiert haben die Fans auf beiden Seiten nur einmal in Hälfte eins. Zwölf Minuten lang schwiegen beide Lager aus Protest gegen das neue Sicherheitskonzept im deutschen Fußball, wie an diesem Wochenende auch in den meisten Bundesliga-Stadien. Danach begannen die Anfeuerungsrufe umso stimmgewaltiger. Der Rest vor der Pause: Kampf, Unterbrechungen und Standardsituationen.

Rasenballsport Leipzig ohne Ideen in der Offensive

Zorniger reagierte zehn Minuten nach Wiederanpfiff und wechselte Timo Röttger und Carsten Kammlott  für Bastian Schulz und Sebastian Heidinger ein. „Ich habe mich schwer getan, wen ich rausnehme“, berichtete Zorniger. Als die Fans noch ihren Liebling Röttger mit Sprechchören begrüßten, schlug Jena eiskalt zu. Ein Pass ins Leipziger Abwehrzentrum kam  in der 58. Minute bei Tino Schmidt an, der Coltorti mit einem Lupfer überwand. Und Jena drückte weiter. Gabor Dvorschak zog fünf Minuten nach der Führung aus rund 30 Metern ab. Coltorti klärte mit der Brust, bekam den Ball aber nicht mehr zu fassen.

Die Bullen blieben in der Offensive weiter ideenlos. Ein Frahn-Tor in der 67. Minute nach Röttger-Pass pfiff Schiedsrichter Robert Wessel wegen Abseitsstellung zurück. RB ackerte weiter, mussten aber bis zur 84. Minute auf einen Erfolg warten. Röttger spielte auf Frahn in den Strafraum, der den Ball mit der Brust abtropfen ließ. Dominik Kaiser bedankte sich und hämmerte die Kugel zum umjubelten Ausgleich in die Maschen. „RB ist brutal effektiv, die machen aus einer halben Chance ein Tor“, meinte Jenas Matthias Peßolat. Und Röttger ergänzte: „Wir haben zumindest gezeigt, dass wir auch kämpfen können.“

Rededuell der Trainer

Die beiden Übungsleiter Zorniger und Sander hatten in der Pressekonferenz nach dem Spiel wenig nette Worte füreinander. In der vergangenen Woche hatten die Thüringer über die Lokalpresse immer wieder verbale Giftpfeile in Richtung RB geschickt.

„Die Konkurrenz sollte uns an Tagen schlagen, wo wir nicht so gut sind, sonst hat sie wenig Chancen“, legte Zorniger nach dem späten Ausgleich nun noch einmal den Finger richtig in die Wunde. Und nach Sanders Ausführungen über den Jenaer Neuaufbau mit vielen Nachwuchsspielern merkte der RB-Trainer an: „Ich kann’s nicht mehr hören, auch mit 26- oder 28-Jährigen muss man arbeiten. Ihr habt Euch doch selbst in die Situation gebracht.“

Jena bleibt in der Tabelle neun Punkte und 14 Tore hinter den Leipzigern, gibt den Kampf um die Tabellenspitze ein Spiel vor der Winterpause aber noch nicht verloren. „Wir müssen bereit sein“, meinte Sander. Deshalb werde er den Bullen auch noch nicht gratulieren. „Wenn sie es schaffen, bin ich aber der Erste“, sagte der Coach.

RB

: Coltorti – Müller, Franke, Hoheneder (79. Ernst), Judt, Rockenbach, Schulz (57. Röttger), Heidinger (57. Kammlott), Kaiser, Kutschke, Frahn

Jena:

Berbig – Peßolat, Eckardt, Wolf, Schmidt (90. Barth), Riemer, Geißler, Schlosser (84. Brinkmann), Dvorschak, Schulte, Fries (89. Ibold)

Tore:

0:1 Schmidt (58.), 1:1 Kaiser (84.)

Zuschauer:

12.194

Matthias Roth