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RB-Archiv RB-Trainingszentrum am Cottaweg: Naturschutzbund kritisiert die Stadt Leipzig
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15:53 17.01.2011
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Leipzig

Zudem kritisieren die Umweltschützer die Informationspolitik der Stadt und drohen mit einem Gang vor Gericht, falls die Umweltverträglichkeit des Projekts nicht vor dem anvisierten Baubeginn im März geprüft wird.

„Der vorgesehene Flächenumfang des Klubgeländes am Cottaweg ist noch völlig ungeklärt", sagte Philipp Steuer, Geschäftsführer des Nabu Sachsen, gegenüber LVZ-Online am Montagmittag. Damit seien die Auswirkungen auf das Schutzgebiet unklar. Werde zum Beispiel tatsächlich ein Platz mit einer Zuschauertribüne für 1000 Besucher gebaut, erhöhe sich automatisch das Verkehrsaufkommen. Zum Beispiel auch aus diesem Grund müsse die Umweltverträglichkeit geprüft werden.

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Das Rathaus habe bisher nur Informationen zum ersten Bauabschnitt, in dem vier Trainingsplätze mit provisorischen Kabinen errichtet werden sollen, herausgegeben. „Ich habe den Eindruck, das Projekt ist ein bisschen eine geheime Kommandosache", sagte Steuer. Es werde sehr schnell gehandelt.

„Man erfährt nicht einmal, welche anderen Flächen für das Trainingszentrum in Betracht gezogen worden", so Steuer. Und dies obwohl es von der Stadt immer geheißen habe, es seien auch andere Optionen geprüft worden.

Der Nabu-Geschäftsführer bemängelte außerdem die Kommunikation seitens der Stadt. Niemand habe mit dem Nabu über das Unternehmen Cottaweg gesprochen. „Die Bürger werden gar nicht mitgenommen, es gibt bei diesem Vorhaben keine wirkliche Beteiligung", kommentierte Steuer. Bis zum späten Nachmittag war keine Stellungnahme der Stadt zu dieser Problematik zu bekommen.

Schon Ende November 2010 hatte die Stadtratsfraktion der Grünen das Vorgehen der Verwaltung kritisiert und die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung im Sinne des Umweltschutzes angemahnt (LVZ-Online berichtete). Der österreichische Konzern Red Bull plant am Cottaweg für 30 Millionen Euro eine neue Heimat für RB Leipzig mit sechs Trainingsplätzen, Geschäftsstelle und Jugendinternat. Das Gelände berührt jedoch ein Landschafts- und Vogelschutzgebiet.  

Michael Dick