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Spielberichte Aufholjagd in Wetzlar: SC DHfK Leipzig steht im Viertelfinale
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SC DHFK
13:23 31.03.2017
Die Handballer vom SC DHfK Leipzig rund um Alen Milosevic mussten am Mittwoch gegen Wetzlar ran. Quelle: Jan Huebner
Hüttenberg

Der SC DHfK Leipzig hat sich selbst aufgerichtet und eine schon verloren geglaubte Partie gedreht. Die Sachsen zwangen die HSG Wetzlar erst in der Schlussphase in die Knie und jubelten über den nächsten Coup der Saison. Jetzt fehlt nur noch ein Sieg für die Teilnahme am Final Four. "Das war in der zweiten Halbzeit ein richtiger Pokalfight von uns, in der ersten Hälfte standen wir gar nicht auf der Platte", sagte Prokop.

Alen Milosevic hatte es angekündigt: "Im Spiel gibt es keine Freundschaften." Bei der Erwärmung waren Nettigkeiten dagegen noch erlaubt. Der SC DHfK Leipzig traf erstmals in einem Pflichtspiel auf Philipp Weber, der bei den Sachsen keinen neuen Vertrag erhalten hatte und nun für Wetzlar spielt. Die Begrüßung fiel herzlich aus, eine Umarmung mit den ehemaligen Kollegen hier, ein paar nette Worte dort. Weber hatte sogar einen eigenen kleinen Fanclub aus Leipzig auf den Zuschauerbänken. Freunde und auch sein Vater waren in die Sporthalle Hüttenberg angereist.

Der zweite ehemalige Leipziger in Wetzlarer Diensten waren dagegen nicht vor Ort. Philipp Pöter hat von den Ärzten ein Leistungssportverbot bekommen. Die Fortsetzung seiner Karriere ist ungewiss. "Kein Kommentar dazu", sagte HSG-Manager Björn Seipp.

Hinein ins Spiel: Weber spielte vor den 1223 Zuschauer in der Sporthalle Hüttenberg anfangs wie aufgedreht. Als ob er den ehemaligen Kollegen zeigen wollte: Ich bin hier Nationalspieler geworden. "So war das nicht gemeint, das Länderspiel hatte ich noch gar nicht auf der Agenda", sagte er. Der Mann mit der Nummer 20 verwandelte in der ersten Halbzeit zwei Siebenmeter und steuerte einen Treffer vom Feld dazu. Daneben versuchte er immer wieder Löcher in der Abwehr zu reißen.

Beim SC DHfK fehlte neben dem angeschlagenen Christoph Steinert auch noch Benjamin Meschke wegen einer Innenbandzerrung. Vor allem in der Anfangsphase kamen die Gäste mit der Wetzlarer Deckung kaum zu recht. Prokop nahm schon nach knapp acht Minuten die erste Auszeit, bei einem Rückstand von 3:5. Die HSG ließ sich die Führung danach trotzdem nicht abnehmen und zog zwischenzeitlich sogar auf 11:7 davon.

In dieser Phase übernahm Kapitän Lukas Binder die Leaderrolle. Er holte nicht nur eine Zeitstrafe gegen die bereits in Unterzahl spielenden Gastgeber heraus, sondern verwandelte auch noch einen Siebenmeter. Mehr als das 9:11 sprang aber für die Leipziger nicht heraus. Besonders bitter: Abwehrchef Bastian Roscheck hatte nach 22 Minuten schon zwei Zeitstrafen auf dem Konto.

In der zweiten Halbzeit zogen die Hessen sogar auf 17:12 davon. Immerhin: Weber leistete sich jetzt auch Schwächen und vergab zwei Siebenmeter. "Es ist frustrierend, dass wir nicht eine Runde weitergekommen sind", sagte er.

Die Leipziger gaben sich trotz des Rückstands nicht auf. Prokop brachte jetzt immer wieder den siebten Feldspieler und Jens Vortmann steigerte sich im Tor.

Der SC DHfK war in der 51. Minute mit dem Ausgleich zum 21:21 durch Maximilian Janke wieder zurück im Spiel. Und es ging noch mehr: Aivis Jurdzs traf in der 55. Minute mit 23:22 zur ersten Leipziger Führung. Wetzlar war nun sichtlich angezählt und gab eine schon sicher geglaubte Partie noch aus der Hand. "Leipzig hat das am Ende überragend gemacht", gestand auch Weber ein.

Roscheck verriet gleich nach dem Abpfiff einen Wunsch: "Jetzt wollen wir ein Heimspiel haben und bitte nicht gegen die großen Vier."

Matthias Roth

Statistik
HSG Wetzlar: Buric, Weber, N. - Kneer 1, Lipovina 2, Björnsen 8/1, Mirkulovski 1, Weber. P 5/3, Kraft, Hahn, Berggren, Kvist 2, Klesniks 2, Lindskog, Kohlbacher 4

SC DHfK Leipzig: Putera, Vortmann - Naumann, Semper 2, Rojewski 4, Jurdzs 4, Oehlrich, Binder 3/1, Janke 2, Pieczkowski 3, Roscheck 1, Strosack 3, Becvar 3, Milosevic 2/1

Siebenmeter: Wetzlar 6/4, SC DHfK 4/2

Zeitstrafen: Wetzlar 8 Minuten, DHfK 8 Minuten

Zuschauer: 1223

Schiedsrichter: Peter Behrens/Marc Fasthoff (Düsseldorf)

So eine Schlussphase gibt es auch im Handball selten: Mit zeitweise nur noch zwei Feldspielern stand Gummersbach gegen den SC DHfK auf der Platte. Als die Leipziger Handballer dann mit 24:22 (15:12) auswärts gewonnen hatten, quittierte das Publikum den hart erkämpften Sieg mit Pfiffen.

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