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Spielberichte „Hexer“ Putera rettet dem SC DHfK Leipzig Punkt gegen Stuttgart
Sportbuzzer SC DHfK Leipzig Spielberichte „Hexer“ Putera rettet dem SC DHfK Leipzig Punkt gegen Stuttgart
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SC DHFK
15:16 25.03.2018
Michael Kraus (TVB #10) gegen DHfK Torwart Milos Putera (#44) im Spiel SC DHfK Leipzig vs TVB 1898 Stuttgart. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Dank einer Wahnsinnsleistung von Keeper Milos Putera hat der SC DHfK Leipzig eine weitere Niederlage abgewendet. Gegen den TVB Stuttgart sah das Team von Coach Michael Biegler lange wie der sichere Verlierer aus, auch weil in Hälfte eins zum wiederholten Mal nichts zusammenlief. Vor 4018 Zuschauern in der Arena Leipzig brachte vor allem die Hereinnahme des Slowaken mehr Sicherheit und schlussendlich das 24:24 (9:14). Zwischenzeitlich hatten die Hausherren mit sieben Toren zurückgelegen.

„Das Ergebnis heute bietet viele Sichtweisen“, meinte Biegler. Eine: „Es fühlt sich an wie ein verlorener Punkt“, sagte Jürgen Schweikardt, Trainer des TVB. „Wir haben das über weite Strecken gut gemacht, sind aber in der zweiten Hälfte nicht am Tempo drangeblieben.“ Eine andere: „Ich bin froh, dass wir am Ende den Punkt gesichert haben“, so André Haber, Co-Trainer der Leipziger. „Angesichts der Leistung von Stuttgart ist es irgendwie auch nur gerecht, dass wir uns da nicht noch absetzen.“

Linie verloren

So mancher hatte vorab gescherzt, angesichts der letzten Auftritte der Grün-Weißen, würde es eventuell auch reichen, erst zur zweiten Halbzeit in die Arena zu kommen. Und ja, tatsächlich hätte sich der geneigte Fan mit dieser Herangehensweise das Eine oder Andere erspart. Denn nach gut fünf umkämpften und beiderseits defensiv geprägten Anfangsminuten verloren die Gastgeber wie durch Zauberhand jegliche Linie.

„Wenn wir wüssten, woran das liegt, würden wir es ändern“, meinte Lukas Binder später mit Blick auf diese Phase. Dass allgemeine Ratlosigkeit herrscht, bestätigte Peter Strosack. „So richtig erklären können wir das bisher nicht.“

Keeper Jens Vortmann bekam keine Hand an den Ball, in der Abwehr taten sich beängstigend große Lücken auf, im Angriff nahmen die Gastgeber die Würfe zu früh, aus komischen Positionen oder scheiterten schlicht an Johannes Bitter im Tor. Auch drei Siebenmeter fanden ihren Weg nicht in den Kasten.

„Das wird irgendwann eine mentale Geschichte“, erklärte Haber später. „Mit jedem Wurf, der weggeht, gerät man mehr in den Strudel.“ Der Gegner hatte ganz offensichtlich genau darauf spekuliert. „Wir wussten, wenn es bei Leipzig am Anfang nicht so läuft, dann sind sie vielleicht etwas verunsichert“, so Stuttgarts Manuel Späth. Zusätzlich zu Fehlern aller Art leisteten sich die Leipziger drei Zeitstrafen, eine nach einem echten Frustfoul von Niclas Pieczkowski an Michael Schweikardt. Der sagte später: „Der Schalter ist einfach nicht umgelegt, so dass der Kopf frei ist. Bei uns ist viel Quälerei dabei.“

4:6 (13.), 4:9 (17.), 5:12 (20.) - der Auftritt des SC DHfK kam zwischenzeitlich einem Offenbarungseid nah. In den Gesichtern der Fans war das Entsetzen sichtbar. Was war da los? Wer sollte diesem Auftritt neues Leben einhauchen?

Eine Parade nach der anderen

Milos Putera übernahm den Job. Er löste Vortmann im Leipziger Tor ab und machte seinem Spitznamen „Kuzelnik“ (slowakisch für Hexer) alle Ehre. Eine Parade reihte sich an die nächste. Im Anschluss gab sich Putera gewohnt bescheiden: „Ich hatte heute den Vorteil, dass aber der 20. Minute die Deckung besser funktioniert hat.“

Minutenlang blieben die Stuttgarter dank ihm ohne Treffer und die Leipziger konnten sich bis zur Pause immerhin ein Stück weit auf 9:14 heranarbeiten. Dennoch: Nur neun eigene Tore in einer Halbzeit, das konnte nicht der Angriffsanspruch der Hausherren sein. Wesentliche Stützen wie beispielsweise Philipp Weber waren zur Halbzeit noch ohne Tor. Das Tempospiel, das die Grün-Weißen schon so oft ausgezeichnet hatte, klappte kaum.

Mit Wut im Bauch kamen sie aus der Kabine. Fünf Tore Unterschied, da geht noch was! Und die Biegler-Sieben legte gut los, verkürzte ruck-zuck auf drei Tore. Putera war weiter in magischer Mission unterwegs, auch die Zuschauer machten mit. Es wurde laut in der Arena. Doch zunächst wich der TVB Stuttgart nicht. Auch wenn sich die Fehler bei den Gästen nun häuften, sie bissen ebenfalls, verteidigten hart, blieben unbequem und unangenehm. Fast 20 Minuten lang hielten sie die Hausherren so auf Abstand. Erst in der 49. Minute gelang Andreas Rojewksi per Siebenmeter der Anschluss zum 19:20. Es war der erste erfolgreiche Versuch des SC DHfK vom Punkt. Der zweite brachte kurz darauf den Ausgleich. Nun war dann doch wieder alles offen.

„Da noch einmal zurückzukommen ist auch eine Qualität“, kommentierte Yves Kunkel. Der Linksaußen kam kaum zum Einsatz, sagte darauf angesprochen nach dem Abpfiff. „Das muss besser der Trainer erklären.“

Es war eng

Die erste Führung nach einer gefühlten Ewigkeit machte Weber klar - 22:21. Noch knapp fünf Minuten. Es war eng, die grün-weißen Fans hielt schon lange nichts mehr auf ihren Plätzen. Viele Unterbrechungen hemmten den Spielfluss jetzt. Gut eine Minute vor Ultimo hatte der Vorteil gewechselt - 23:24. Michael Biegler zog die grüne Karte, noch einmal Auszeit, noch einmal sammeln, konzentrieren. Noch einmal Siebenmeter: Rojewski wackelte nicht, 24:24. Noch 24 Sekunden. Und wieder Auszeit, diesmal von Gästecoach Jürgen Schweikardt. Die letzte Aktion gehörte Stefan Salger, ein Freiwurf. „Kuzelnik“ Putera hält das Unentschieden fest.

„Wenn ich in den letzten Minuten nur ein zwei Bälle mehr gehalten hätte, hätten wir auch gewinnen können“, warf er sich nach kurzem Luftholen selbst vor, meinte aber auch, ein Sieg wäre wohl eher nicht verdient gewesen.

„Nach dem Spielverlauf müssen wir mit diesem Punkt zufrieden sein“, kommentierte Weber, räumte aber im selben Atemzug ein. „Betrachtet man die Zielstellung vor dem Spiel, können wir überhaupt nicht zufrieden sein.“ Dass er genau das auch nicht ist, machte Michael Biegler überdeutlich. „Wir haben uns wieder in die Situation gebracht, dass wir viel reparieren müssen. Das macht die Mannschaft dann zwar, aber damit kann ich nicht glücklich sein.“ Seine Vorgaben seien andere gewesen. „Mein Dank geht heute an die Halle.“

Leipzig: Vortmann; Putera; Rojewski (6/3); Krzikalla; Binder (1); Janke (7); Pieczkowski (3); Kunkel; Roscheck; Weber (3); Rivesjoe; Strosack (2); Remke; Meschke; Milosevic (2).

Stuttgart: Bitter; Maier; Schimmelbauer (1); Lobedank; Salger (3); Weiß (3); Schagen (1); Schweikardt (3/2); Späth (1); Kraus (9/3); Baumgarten (1); Röthlisberger; Kretschmer; Orlowski (1); Pfattheicher (1).

Siebenmeter: Leipzig 3/6; Stuttgart 5/5.

Strafen: Leipzig 4; Stuttgart 5.

Von Antje Henselin-Rudolph

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