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Spielberichte Trotz toller Schlussphase: SC DHfK Leipzig unterliegt Hannover
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SC DHFK
11:23 29.03.2017
Gegen die TSG Hannover-Burgdorf musste das Team von Coach Christian Prokop eine 23:25-Niederlage (11:12) hinnehmen. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Das hatte sich der SC DHfK Leipzig anders vorgestellt. Nach den starken Auftritten gegen den Bergischen HC und in Magdeburg zeigten sich die Messestädter am Mittwochabend völlig von der Rolle. Gegen die TSG Hannover-Burgdorf musste das Team von Coach Christian Prokop vor 2907 Zuschauern eine 23:25-Niederlage (11:12) hinnehmen und ließ vor allem in der Offensive die gewohnten Qualitäten vermissen.

Prokop musste nach dem Schlusspfiff ein wenig auf das übliche TV-Interview warten, saß verloren und in sich gekehrt auf der Mannschaftsbank. Die Niederlage setzte ihm sichtlich zu. "Da ist viel Enttäuschung heute", begründete er. "Hannover hat gut gespielt, wir sehr schwach. Wir haben uns in der Abwehr und im Angriff irgendwie einschläfern lassen."

Die erste Leipziger Aktion der Partie war ein verworfener Siebenmeter. Andreas Rojewski scheiterte an Malte Semisch. Der Beginn gestaltete sich zäh für den SC DHfK und das grün-weiße Spiel blieb die komplette erste Halbzeit eben das, zäh und zerfahren. Die Abwehrleistung der Hausherren war zunächst solide, auch wenn es den Gästen zwei, drei Mal zu oft gelang, eine Lücke in den Defensivverbund zu reißen. Bisweilen hätten die Gastgeber früher herausrücken können, um Hannover am Wurf zu hindern. Auch die gewohnte Emotionalität fehlte. Jens Vortmann im Tor machte dagegen einen hervorragenden Job, hielt in Hälfte eins zwei Siebenmeter, vereitelte Tempogegenstöße und andere hochkarätige Möglichkeiten der TSG. "Eine hervorragende Leistung", attestierte Prokop später.

Der SC DHfK am Mittwoch beim Spiel gegen den TSV Hannover-Burgdorf. Fotos: Christian Modla

Das Problem des SC DHfK lag vor allem im Angriff. Der verletzungsbedingte Ausfall von Niclas Pieczkowski machte sich schmerzhaft bemerkbar. Rojewski, gegen den Bergischen HC und in Magdeburg furios, stand irgendwie neben sich. Seinen ersten Siebenmeter vergab er ebenso wie mehrere weitere Versuche aus dem Rückraum. Aivis Jurdzs erreichte nicht die gewohnte Durchschlagskraft. Tobias Rivesjoe agierte bei seinem ersten Heimauftritt engagiert aber glücklos. "Ich wollte dem Team helfen", meinte er nach Schlusspfiff etwas traurig. Er wollte das Fehlen von Pieczkowski und Roman Becvar auch nicht als Ausrede gelten lassen. "Da müssen eben wir anderen Verantwortung übernehmen."

"Wir sind auf drei starke Akteure im Rückraum angewiesen. Auf zwei Positionen war das heute leider zu schwankend", analysierte Prokop. Den Hausherren fiel gegen die groß gewachsene Hannoveraner Mitte, die früh herausrückte, zu wenig ein. Zudem zeigte sich Keeper Malte Semisch ähnlich auf dem Posten wie sein Gegenüber. Einzig Maximilian Janke erreichte Normalform. "Das war alles zu zaghaft", räumte Alen Milosevic später ein. "Wir haben undiszipliniert und übereilt geworfen, uns so extrem schwer getan."

Die beiden Außen Lukas Binder und Peter Strosack wurden wenig bis gar nicht ins Spiel einbezogen. Tore von diesen Positionen gab es in Halbzeit eins nicht. Sauer sei er nicht deswegen, sagte Binder später. "Aber es ist schon schwierig, wenn man in 60 Minuten nur zwei Mal zum Wurf kommt, das erste Mal nach mehr als 20 Minuten. Da ist man kalt, konnte sich den Torhüter noch nicht ausgucken", so der Kapitän. Das 11:12 zur Pause war folgerichtig. Der Rückstand hätte aufgrund der vergebenen Chancen der TSG auch höher ausfallen können.

Kein Konzept im Angriff

Leider änderte sich für den SC DHfK nach Wiederbeginn wenig. Auch wenn Prokop alle taktischen und personellen Register zog - Milos Putera kam ins Tor, "Oldie" Thomas Oehlrich an den Kreis, Franz Semper sollte im Rückraum für Belebung sorgen - es half nichts. Die Hausherren fanden nicht zu ihrem Spiel. Selbst der zum Heimauftakt so wirksame Einsatz des siebten Feldspielers verpuffte. Die Folge: Der Vorsprung der TSG wuchs auf drei Tore, später auf vier. Die Hausherren fanden vorn einfach kein Konzept gegen die sehr stabile Abwehr der Gäste. "Wir haben schlechte Entscheidungen getroffen. Uns hat die Körpersprache gefehlt, die Emotionalität", resümierte Binder. "Wir haben unserem überragenden Torhüter nicht geholfen."

Erst in der Schlussphase kam der grün-weiße Zug doch noch ins Rollen. Die Zuschauer erhoben sich früh von ihren Plätzen, verwandelten die Arena in das sprichwörtliche Tollhaus. Es entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch in Sauna-Atmosphäre. In der 57. Minute traf Franz Semper zum umjubelten 22:22. Putera hatte zuvor mehrfach glänzend pariert. "Wir haben zugelassen, das Leipzig immer wieder zurückkommen konnte", bemängelte ein ansonsten zufriedener Recken-Coach Jens Bürkle. In der Vorsaison hatte er in Leipzig eine schmerzhafte Niederlage erlebt. "Als der Ausgleich fiel, dachte ich, das läuft heute wieder so. Ich bin ehrlich, ich hätte Leipzig heute nicht zum Sieg gratuliert." Dieses Dilemma blieb Bürkle erspart, denn zu mehr reichte es bei den Gastgebern trotz eines weiteren gehaltenen Siebenmeters nicht mehr. Die fehlende Effektivität im Angriff gab am Ende den Ausschlag für eine verdiente Niederlage.

Leipzig: Vortmann; Putera; Semper (2); Steinert (3/2); Rojewski (1); Jurdzs (5); Binder (1); Janke (6); Roscheck; Rivesjoe (2); Strosack (1); Meschke (1); Milosevic (1); Oehlrich.

Hannover: Ziemer; Semisch; Johannsen (2); Mortensen (5/1); Patrail (2); Hykkerud; Häfner (5); Böhm (4); Karason (1); Schmidt; Olsen (4); Hinz; Kastening (2); Dräger; Kalafut.

Antje Henselin-Rudolph

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