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Sport Regional Cindy Roleder und SC DHfK Leipzig treffen sich vor Gericht
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21:33 30.11.2017
Hürden-Europameisterin Cindy Roleder und der SC DHfK Leipzig haben sich am Donnerstag vor Gericht wiedergesehen.
Hürden-Europameisterin Cindy Roleder und der SC DHfK Leipzig haben sich am Donnerstag vor Gericht wiedergesehen. (Archivbild) Quelle: dpa
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Leipzig

Mit einem Lächeln verließ Cindy Roleder am Donnerstag gegen 12.15 Uhr das Leipziger Landgericht. Gut eine Stunde hatte die Güteverhandlung zwischen der Hürden-Europameisterin und ihrem Ex-Verein SC DHfK beziehungsweise dessen Sport GmbH gedauert. Dann wurde im Streit um ausstehende Gelder von 2016 ein Vergleich erzielt, auf den die Richterin hingewirkt hatte. Demnach erklärten sich die DHfK-Vertreter bereit, ihrem vor Jahresfrist zum SV Halle gewechselten ehemaligen Aushängeschild 9000 Euro zu zahlen.

Obwohl sie sich im November 2016 bei ihrer Präsentation beim SV Halle recht bedeckt hielt, konnte man schon damals zwischen den Zeilen herauslesen: Im Einvernehmen war die Trennung vom SC DHfK nicht erfolgt. Ebenso wurde seinerzeit mehr als deutlich, dass die Verschmelzung zwischen Roleders jahrelangem Klub LAZ und dem SC DHfK mit zahlreichen Reibungspunkten verbunden war. Einer davon: Cindy Roleders Vertrag war 2014 mit dem LAZ abgeschlossen worden und im Jahr darauf vom SC DHfK übernommen worden. Im Laufe des Olympiajahres stritt sich der SC DHfK mit der Weltklasse-Athletin um Details wie die Präsenz bei öffentlichen Auftritten, forderte eine Offenlegung ihres Ausrüstervertrages mit Nike und lehnte die Zahlung von Prämien ab.

Der offizielle Streitwert wurde am Donnerstag auf gut 10.300 Euro festgelegt, jedoch standen noch weitere Forderungen in Höhe von gut 4000 Euro im Raum. Nachdem die Richterin erklärt hatte, dass sie das Risiko des Verfahrens eher auf DHfK-Seite sehe, ging die Einigung relativ schnell. Cindy Roleder sagte: „Ich bin erleichtert. Ein Jahr lang hat mich der Rechtsstreit begleitet, das zehrt an einem Sportler.“ DHfK-Vize und GmbH-Geschäftsführer Michael Luda räumte ein, dass eine „außergerichtliche Einigung wünschenswert“ gewesen wäre. Und: „Es ist schade, dass Cindy nicht mehr bei uns ist.“

Die Einigung auf die Nachzahlung erfolgte ausgerechnet am letzten Tag der aktuellen Wechselfrist. Vor zwölf Monaten hatten auch Robert Hering und Erik Balnuweit dem SC DHfK den Rücken gekehrt. Diesmal konnte der Verein die Leistungsträger im Wesentlichen halten. Im EM-Jahr 2018 tragen zum Beispiel die Sprinter Roy Schmidt, Niels-Torben Giese und Marvin Schulte, Hürdensprinter Alexander John sowie Robert Farken (deutscher Hallenmeister über 800 Meter) das DHfK-Trikot. Auch Kugelstoßer David Storl bleibt bei den Grün-Weißen, nach seinem Trainerwechsel trainiert der 27-Jährige nun täglich in Leipzig. Neu beim Verein sind die Hürden-Talente Annika Niedermayer und Robert Witkowski. Michael Luda: „Der OBM und der Sportbürgermeister haben sich sehr für den Leichtathletik-Standort stark gemacht. Perspektivisch möchten wir den Athleten längerfristige Sicherheit geben als ein Jahr. Wir hoffen, dass die Partner und Sponsoren da mitziehen.“

Ein nicht überraschender Abgang stand schon seit Tagen fest: Sara Gambetta, Olympiateilnehmerin im Kugelstoßen, die 2014 mit Nadine Müller und anderen „im Paket“ nach Leipzig gekommen war, startet nun auch für den SV Halle. In der Saalestadt wohnt die 24-Jährige – dort trainiert sie beim Ex-Leipziger René Sack.

Die überregional spektakulärsten Wechsel gibt es bei den Sprintern: Die bisherige Dortmunderin Gina Lückenkemper, die bei der WM in London die Elf-Sekunden-Marke unterboten hatte, geht nun für Bayer Leverkusen an den Start. Julian Reus (jahrelang Wattenscheid) startet jetzt für seine Heimatstadt Erfurt, wo er auch seinen Lebensmittelpunkt hat.

Frank Schober