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Sport Regional Einmalig: Achter-Spektakel in Leipzig
Sportbuzzer Sport Regional Einmalig: Achter-Spektakel in Leipzig
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17:49 15.08.2018
Achter-Wasser an der Leipziger Galopprennbahn: Am Sonnabend ist wieder die Ruder-Bundesliga zu Gast.
Achter-Wasser an der Leipziger Galopprennbahn: Am Sonnabend ist wieder die Ruder-Bundesliga zu Gast. Quelle: Kerstin Förster
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Leipzig

Wenn das Kürzel RBL fällt, muss das nicht zwangsläufig ein Kick mit König Fußball bedeuten. Die RBL – Ruder-Bundesliga – geht am Sonnabend an der Elsterflutbett-Arena in die vierte Leipziger Saison. 27 Vereins-Achter legen die 350 Meter zwischen Sachsenbrücke und Rennbahnsteg im Sprintmodus zurück. Eingebettet wie gehabt ins Wasserfest, werden diesmal zwei Gäste-Großboote aus St. Petersburg und ein Rennen der Kanuten für eine Welle der Begeisterung sorgen. Nach Frankfurt/Main, Werder an der Havel und Minden ist das Spektakel an sächsischer Adresse mit Gastgeber SC DHfK zurück.

„Leipzig ist einmalig. Die Leute peitschen dich über die Strecke. Sie sitzen ja fast mit im Boot. Und das Finale unter Flutlicht – sensationell“, hat Paul Dohrmann diese Gänsehaut-Atmosphäre im Vorjahr erlebt. Der 19-Jährige verstärkt den Wurzen-Achter, der momentan auf Rang vier knapp hinter dem Münster-Achter liegt. Die Frauen-Crew im Mulde8er Wurzener Land belegt Platz acht. Für den knapp Zwei-Meter-Mann Dohrmann wird der Bundesliga-Einsatz beim Heimspiel ein Gastspiel sein. Denn danach bereitet er sich mit den DHfK-Athleten Richard Aurich und William Strulick sowie einem Ruderer aus Koblenz intensiv auf die U23-Europameisterschaft vor. Der Vierer ohne will am ersten September-Wochenende in Brest aufs Treppchen. Kurs Olympische Spiele 2024 liegt an.

„Mindestens einmal Olympia erleben“, hat sich der angehende Jura-Student auf die Ruder-Blätter geschrieben. Dafür wechselt er, wie laut Leistungssportreform gefordert, an den Bundesstützpunkt Dortmund (Leipzig zog im Doppel mit Dresden den Kürzeren). Die mediale Aufmerksamkeit für die Randsportart hat gerade in Glasgow bei der Multi-EM hohe Wellen geschlagen. „Das war wie eine kleine Olympiade. Der Deutschland-Achter hat überzeugt. Schade, dass der Ruder-Verband nicht mit der kompletten Mannschaft vertreten war“, bedauert Marcel Sittner (21) das Rumpf-Team. Der Bankkaufmann-Azubi vom Akademischen RV Leipzig wird am Sonnabend – weil kein eigenes L.E.-Boot fährt – dank Vereins-Kooperation im Wurzener Flaggschiff von Kapitän Alexander Schmidt sitzen. „Die Truppe passt. Es besteht ein guter Zusammenhalt.“

Kurz zur „schottischen“ Erklärung: Anders als im Achter-Rennen ging die deutsche Flotte in den weiteren 13 olympischen Wettkampfklassen leer aus. Überraschend kam das jedoch nicht. Schließlich war der DRV mit einer B-Mannschaft nach Glasgow gereist und hatte nur sieben Boote gemeldet, um die Vorbereitung der Top-Athleten auf die nahe Weltmeisterschaft nicht zu stören. Zu den Daheimgebliebenen zählte DHfK-Doppelvierer-Olympiasiegerin Annekatrin Thiele. Die 33-Jährige wird im Einer bei der WM im bulgarischen Plovdiv starten (9.-16. September). Am Mittwoch startete sie ins Trainingslager nach Ratzeburg (Olympiastützpunkt Schleswig-Holstein).

Leipzig live und erneut mit allen Wassern gewaschen. Achter-Olympiasieger Jens Doberschütz (60/Gespro GmbH) wird sich das „Riesen-Event“ an der Elsterflutbett-Arena nicht entgehen lassen. Werbung zur besten Sendezeit (erster Start 13 Uhr, Finalrennen ab 20 Uhr) und Feuerwerk.

Von Kerstin Förster