Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Sport Regional JC Leipzig setzt in Finalrunde auf Kämpfer aus Frankfurt/Oder, Rumänien und Moldawien
Sportbuzzer Sport Regional JC Leipzig setzt in Finalrunde auf Kämpfer aus Frankfurt/Oder, Rumänien und Moldawien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:06 03.11.2017
90-kg-Weltmeister Nemanja Majdov startet für Abensberg.
90-kg-Weltmeister Nemanja Majdov startet für Abensberg. Quelle: imago
Anzeige
Leipzig

JCL-Halbfinalgegner Esslingen hat sage und schreibe 27 ausländische Judoka in seinem Bundesliga-Kader, bei Titelverteidiger Hamburg sind es 26, bei Serienmeister Abensberg 20. Und beim JCL? Ganze sieben internationale Kämpfer hat der Gastgeber auf seiner Liste. Daraus auf die Erfolgsaussichten bei der Bundesliga-Endrunde am Sonnabend in der Arena Leipzig zu schließen, wäre der falsche Ansatz. Alle Experten sind sich einig: Die internationalen Stars sind oft die Würze der Duelle und das Zünglein an der Waage. Entschieden werden die Judo-Kämpfe aber von den nationalen Athleten, die laut Reglement 10 der 14 Einzelkämpfe bestreiten müssen.

Im LVZ-Interview sagte Simon Yacoub: „Alle Gaststarter sind bei uns voll integriert. Sie opfern sich auf, als wären sie in Leipzig aufgewachsen.“ Damit meint der JCL-Coach die Rumänen und Moldawier ebenso wie die Männer aus Frankfurt/Oder, die 2016 fast komplett zum JCL wechselten, als ihr Team die Herausforderung Bundesliga finanziell nicht mehr stemmen konnte. Yacoub ergänzte sogar: „Ich lege meine Hand ins Feuer: So etwas, was Potsdam im Viertelfinale passiert ist, wäre bei uns undenkbar.“ Bei den Potsdamern hatte sich ein Kämpfer aus Ungarn kurzfristig verletzt gemeldet. Doch eine simple Internet-Recherche ergab: Er kämpfte (und kassierte) stattdessen in der österreichischen Staatsliga, entschied sich damit auch für die kurze Anreise.

Manager Stefan Schulze kümmert sich um die Gastkämpfer

Die Leipziger Gaststarter loben immer wieder, wie sehr sich Manager Stefan Schulze um sie kümmert. „Das kostet Zeit und Kraft, aber die Jungs sind dankbar und geben mit ihren Leistungen viel zurück“, sagt der 31-Jährige, der zuletzt zur Hochzeit des Moldawiers Valeriu Duminica eingeladen war, was der Sachse als „absolute Adelung“ empfand. Der zweite Moldawier Dorin Gotonoaga hat es dem JCL zu verdanken, dass er noch auf der Tatami steht. „Sein Verband erklärte Dorins Karriere für beendet, weil bei ihm die Vorstufe zum Bandscheibenvorfall festgestellt wurde“, so Schulze: „Über unsere Kontakte hat er in Deutschland Chefarztbehandlung erhalten und es kam heraus: Er muss nicht operiert werden. Er konnte die WM kämpfen und steht uns voll zur Verfügung.“

Dass die Gegner mit Weltklasse-Leuten anreisen, versteht sich von selbst. Der TSV Abensberg trainierte am Freitagabend in Leipzig und präsentierte 90-kg-Weltmeister Nemanja Majdov bei der Pressekonferenz. Der 21-jährige Serbe meinte: „Die Bundesliga ist die beste Judo-Liga der Welt. Der Teamspirit wird den Finaltag entscheiden.“ Um den Teamgeist zu beschwören, reiste TSV-Kapitän Sven Maresch bereits am Mittwoch von Potsdam nach Bayern. Der 30 Jahre alte EM-Dritte von 2014 beendet am Samstag Abend seine Karriere. Falls die Hamburger in Bestbesetzung antreten, hätte Maresch im 81-kg-Limit zum Abschied mit Weltmeister Alexander Wieczerzak noch einmal eine Herkulesaufgabe vor der Brust, bei der er nicht chancenlos wäre.

Das JCL-Team ist optimistisch, dass Esslingen nach dem 7:7 im April am Sonnabend im Halbfinale geschlagen werden kann. Stefan Schulze: „In der Vorrunde fehlten drei unserer Leistungsträger. Nun sind bei uns erstmals seit zwei Jahren alle fit. Das ist ein Luxus-Problem.“ Konkret bedeutet dies, in jedem Durchgang aus 32 Kämpfern die sieben richtigen auszuwählen. Die sollen die Atmosphäre aufsaugen und mit auf die Tatami nehmen.

Zeitplan Samstag: Halbfinale, 13 Uhr: Abensberg – Hamburg, 15.30 Uhr: Leipzig – Esslingen, 18 Uhr: Finale. Wer mit einem Fußball-Ticket RB – Hannover zum Judo kommt, kann eine zweite Person kostenlos in die Arena mitbringen.

Von Frank Schober