Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Sport Regional Pokern zum Anfassen: Größtes Amateur-Turnier Deutschlands in Leipzig gestartet
Sportbuzzer Sport Regional Pokern zum Anfassen: Größtes Amateur-Turnier Deutschlands in Leipzig gestartet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:21 28.12.2010
Leipzig

Bis zu 1000 Profis, Sportler, Zocker und Hobbyspieler zittern, kämpfen und bluffen seit Dienstag um den Titel. Dietze spricht im Interview über die Faszination Poker.

Frage: Was fasziniert Sie an diesem Glücksspiel so sehr?

Klaus Dietze: Ich wehre mich mit Händen und Füßen dagegen, Poker ein Glücksspiel zu nennen. Ich bin der Ansicht, dass es ein Taktik- und Strategiespiel mit einem gewissen Glücksfaktor ist. In einer Studie wird Pokern genau in der Mitte zwischen Schach und Roulette eingeordnet. Dass man auf Dauer das Spiel beherrschen muss, das ist das Faszinierende an Poker.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf das ungewöhnliche Hobby?

Ich gehe damit offensiv um. Viele meiner früheren Weggefährten schreiben in meinem Alter ein Buch. Ich war immer ein Kartenspieler und habe mich der Sache verschworen. Wo gibt es noch eine Freizeitbeschäftigung, bei der Menschen so verschiedener Couleur zusammenkommen? Sparkassenchef, Steuerberater, Medizinprofessor, Autoschlosser und Hartz-IV-Empfänger, alle sind dabei.

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_6450]Was sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Spiel und Sucht?

Wo fängt Sucht an und wo hört sie auf. Ich will das nicht leugnen, aber wenn das Kartenspiel wie innerhalb der Poker Bundesliga gehandhabt wird, lediglich mit Startgebühr für die Unkosten - da gibt es ganz andere Sachen. Zum Beispiel der Golfspieler, der drei Mal die Woche zum Golfen geht und seine Arbeit vernachlässigt.

Das klingt alles sehr harmlos.

Wir leisten natürlich auch Aufklärungsarbeit. Und ich wehre mich unter anderem dagegen, dass Online gepokert wird. Da ist die Gesetzeslage schwammig. Wenn sich dort Jugendliche mit der Scheckkarte der Eltern anmelden können, hat das ganz negative Folgen. Ich bin mittlerweile 66 Jahre alt und sage jungen Leuten: Es gibt wichtigere Dinge als Pokern.

Es finden sich wahrscheinlich recht wenige Frauen in Ihren Anmeldelisten?

Die Frauenquote liegt unter  zehn Prozent, dabei sind sie meist die besseren Pokerspieler. Ein Grund ist das Machoverhalten der Männer. Sobald eine Frau mit am Tisch sitzt, denken viele, sie müssten etwas Außergewöhnliches machen. Frauen sind schwierig zu lesen. Ich tue mich da immer sehr schwer.

Warum belasten Sie sich überhaupt mit der Organisation eines derart großen Turniers?

Ich hatte einmal dem Geschäftsführer für die Sächsischen Spielbanken und Sachsenlotto vorgeschlagen, Pokern hoffähiger zu machen. Mein Konzept konnte aus unterschiedlichen Gründen nicht umgesetzt werden. Da habe ich mir gedacht: Warum machst Du es nicht selber?

Haben Sie die Entscheidung, zum Pokern zu wechseln, jemals bereut?

Nie. So wohl wie jetzt habe ich mich in den letzten 20 Jahren nicht gefühlt. Wenn es gut läuft, ist es mein Verdienst. Wenn nicht, habe ich Scheiße gebaut. Im Fußball musste ich immer für die Scheiße anderer geradestehen. Wenn mal etwas geklappt hat, dann war es der Verdienst der Spieler oder des Trainers.

Brauchen Sie ein Sicherheitskonzept für die Poker-Meisterschaft aus Angst vor Überfällen?

Nein. Im Mittelpunkt stehen Ruhm und Ehre. Als Sachpreise gibt es einen  LCD-Fernseher, beim Side-Turnier einen  Hyundai i 10. Ansonsten liegen bei uns nur Chips mit symbolischem Wert herum. Da müssen wir uns keine Sorgen machen.

Warten Sie mit großen Namen auf?

Es kommen nur Leute zum Anfassen wie Sandra Naujoks aus der Pokerszene. Dann erwarten wir noch Stefan Kretzschmar, Torsten Kracht und vielleicht Frank Rost. Denn sein Vater, Peter Rost, organisiert das Side-Turnier.

Info: "Deutsche Bracelet Meisterschaft“, Dienstag/Mittwoch, den 28./29. Dezember im Hotel „The Westin“ Leipzig: Anmeldebeginn 9 Uhr, Startzeit 10 Uhr (Vorrunde 1)/18 Uhr (Vorrunde 2), Teilnahmegebühr 45 Euro (Startstack: 20000, Punktefaktor: 4), Side Turnier „Kings Cup“ ab heute, 16 Uhr im Fair Play im Falstaff, Teilnahmegebühr 20 Euro (Spielerpass drei Spiele = 50 Euro), ein späterer Einstieg ist möglich

Thomas Düll

Alle Zweifel sind beseitigt: Claus-Dieter Wollitz bleibt bis 2013 Trainer beim FC Energie Cottbus. Der Fußballlehrer gab dem Tabellendritten der 2. Bundesliga bereits die mündliche Zusage.

28.12.2010

Party geht anders: Der FC Hansa Rostock wird an diesem Dienstag 45 Jahre alt, aber die Sektschalen bleiben in den Vereinsvitrinen und der große Auflauf aus. Aus gutem Grund.

27.12.2010

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz hat noch einmal in aller Deutlichkeit Konsequenzen für das Fehlverhalten einiger Cottbus-Fans beim Pokalsieg gegen den VfL Wolfsburg gefordert.

27.12.2010