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Sport Regional RB Leipzig empfängt Cottbuser U23: Rührt Gäste-Trainer Miriuta wieder Beton an?
Sportbuzzer Sport Regional RB Leipzig empfängt Cottbuser U23: Rührt Gäste-Trainer Miriuta wieder Beton an?
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14:27 30.03.2012
Von Guido Schäfer
Zweikampf im Hinspiel: Christian Müller versucht dem Cottbuser Kai Reuer den Ball abzujagen. Quelle: GEPA Pictures
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Leipzig

U23-Coach Vasile Miriuta rührte beim Hinspiel gegen RB Leipzig jedenfalls Beton an, rührte nach dem 0:1-Rückstand durch Timo Röttger bis zum Abpfiff weiter. RB-Keeper Pascal Borel bekam gegen diesen „Gegner“ in 90 Minuten einen Ball aufs Tor. Wer solche Feinde hat, braucht keine Freunde.

 „Ich habe so etwas noch nicht erlebt“, erinnert RB-Kapitän Daniel Frahn an den Oktober-Ausflug in die Lausitz. „Wir hätten in der Halbzeit in der Kabine bleiben können, und die Cottbusser wären wohl trotzdem nicht über die Mittellinie gegangen.“ Im kleinen Kreis beschwerte sich Miriuta damals, dass er ohne Profis aus dem Zweitliga-Kader auskommen musste und nicht anders konnte, als einen aus elf Fußballern bestehenden Kinder-Riegel zu bringen.

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Am Sonntag steigt in der Red-Bull-Arena (13.30 Uhr) die Revanche. „Die werden mit einem anderen Geist und Willen spielen“, glaubt Frahn, der von 2001 bis 2006 selbst bei Energie kickte und unter Coach Petrik Sander sechs Minuten Zweitligaluft schnupperte, nicht an eine Wiederholung des einseitigen Waffenstillstandes. Dass die Miriuta-Bubis viel mehr als verteidigen können, bewiesen sie nicht zuletzt bei 2:1-Siegen in Hamburg und Plauen. Frahn: „Das ist keine Blindentruppe, wir sind gewarnt.“

Frahn hatte die Lausitz im Sommer 2006 mit zarten 18 Jahren in Richtung Hertha BSC verlassen - auf kuriose Weise. „Nach dem letzten Training habe ich Herrn Sander die Hand gegeben und mich verabschiedet. Sander fragte mich, was das soll, wir würden uns doch zu Saisonbeginn wieder sehen. Ich habe ihn dann aufgeklärt, dass mein Vertrag ausgelaufen ist.“ Sander entgeistert: „Dann geh’ jetzt zum Manager und verlängere deinen Vertrag.“ Zu spät, Frahn hatte sich schon in Berlin gebunden. „Die hatten bei Energie schlicht vergessen, dass mein Vertrag ausgelaufen ist. Das ist keine Basis für eine Zusammenarbeit, oder?“ Natürlich nicht.

 Drei weitere Rasenballer schnürten einst für Energie die Fußballschuhe: Marcus Hoffmann, Paul Schinke und „Mister Energie“ Timo Rost. Der wurde in 226 Profi-Partien zum Helden der Cottbusser Anhänger - wie Miriuta.  gs

Guido Schäfer