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Sport Regional Sechs „Nasse“ – Kugelstoßer David Storl hält sich nicht im Ring
Sportbuzzer Sport Regional Sechs „Nasse“ – Kugelstoßer David Storl hält sich nicht im Ring
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20:08 05.06.2017
Von Frank Schober
David Storl und junge Fans beim Kugelstoßer-Meeting in Leipzig. Quelle: Leipzigreport
Leipzig

Wer den Schaden hat, bekommt den Spott gratis oben drauf. „Weißt du, wann ich das letzte Mal gegen dich gewonnen habe?“, fragte Kugelstoß-Altmeister Andy Dittmar (42) grinsend in Richtung David Storl (26). „Das war im Februar 2009.“ Der Gothaer hatte nicht im Traum daran gedacht, den Doppelweltmeister je noch einmal besiegen zu können. Doch Pfingstsonntag war es soweit. Eigentlich stößt ja der Hüne vom SC DHfK national in einer eigenen Liga. Doch bei der Heimspiel-Premiere auf dem Augustusplatz wollte es „Storli“ ganz besonders gut machen. Dies ging nach hinten los.

Nachdem am Freitag in Schönebeck mit den ersten beiden 21-Meter-Stößen der Knoten geplatzt schien, wollte Storl vor einigen hundert begeisterten Zuschauern – darunter sein vier Monate alter Sohn Jaro – ein Pfund draufpacken. Sechs Mal gab der Champion im Ring „Vollgas“, sechs Mal haute er das gut sieben Kilo schwere Gerät mit Schmackes Richtung Riesenrad. Jenseits der 21,50 Meter schlugen die Geschosse ein – jedes Mal katapultierte sich Storl selbst aus dem Ring heraus – Rote Fahne, ungültig. „Das ärgert mich tierisch“, so der ehrgeizige Athlet, der zudem seine Wettkampfkugel zerstörte, als diese auf dem Pflaster aufschlug. Sechs „Nasse“ sollen ihm nicht noch einmal passieren, bei Meisterschaften ist man schon nach drei Ungültigen draußen.

Trainer Sven Lang hatte sich an seinem 55. Geburtstag ein besseres Resultat erhofft, zumal er selbst beim Aufbau der Anlage geholfen hatte und daraufhin den Druck auf Storl erhöht hatte: „Jetzt zeige aber auch was!“ Grundsätzlich sieht er seinen Schützling auf gutem Weg: „Ein bisschen ungültig gibt es nicht. Entweder du hälst die Dinger – oder nicht. Daran müssen wir arbeiten.“

Eine Bereicherung waren die paralympischen Athleten. Mathias Schulze stachelte die Stimmung in der City besonders an, der DHfK-Mann glänzte mit dem ersten 15-m-Stoß seiner Karriere. Der Vizeeuropameister steigerte sich um 30 Zentimeter, nun fehlt dem werdenden Papa noch ein halber Meter zum Weltrekord. Trainer-Urgestein Lothar Tischendorf freute sich sehr, sah aber Reserven. „Das war lahmarschig“, sagte der 76-Jährige in seiner typischen Art. Derweil gewann Schulze die Wette gegen Paralympics-Sieger Niko Kappel – mehr als 1,50 m trennte die beiden. Der 1,35 m kleine „Bonsai“ hatte tags zuvor in München mit 13,78 m Weltrekord gestoßen. in Leipzig ließ die Frohnatur 13,50 folgen und lud Kumpel Mathias Schulze zum Essen ein. Dessen Wette mit Storl läuft zunächst weiter. Der Olympiazweite von London braucht nun einen 22-m-Stoß. um Schulze auf Distanz zu halten.

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