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Sport Regional Volleyball-Derby: Delitzscher GSVE-Bande ringt in gut zwei Stunden Rascher & Co. nieder
Sportbuzzer Sport Regional Volleyball-Derby: Delitzscher GSVE-Bande ringt in gut zwei Stunden Rascher & Co. nieder
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21:11 26.02.2017
Paul Lohrisch (GSVE #14) im Angriff gegen Predrag Bicanin (LE #2) und Marvin Freese (LE #4) beim Derby am Sonnabend in Leipzig. Quelle: Christian Modla
Leipzig

„Gutes Spiel!“ So schmallippig der Austausch zwischen den Derbykontrahenten Sonnabend vor der Partie ausfiel, desto eindringlicher war er gut zwei Stunden später. GSVE-Trainer Frank „Air“ Pietzonka (54) nahm seinen Konterpart Christoph Rascher (32) fast schon tröstend in den Arm und flüsterte ihm warme Worte ins Ohr. Einige, auf die der just inthronisierte L.E.-Volleys-Coach aufbauen kann. Auch wenn die Leipziger im ewigen Duell mit den Delitzschern in dieser Saison das zweite Mal den Kürzeren zogen – 2:3 (25:22, 25:23, 21:25, 21:25, 13:15). Nach einem Spektakel, das satte zwei Stunden und 15 Minuten dauern sollte. Die Luft in der Brüderhalle kochte, dank beider Teams am Netz und den 772 wilden Anheizern. Durchs Höllen-Fegefeuer mussten nur die Hausherren.

Geläutert von der GSVE-Bande, die nach zwei Sätzen die Ketten sprengte. „Im dritten Satz wusste ich, dass das Spiel kippt, wegen unseres miserablen Fitnesszustandes. Der lässt keine fünf Sätze zu“, sprach Rascher nach der Partie Tacheles. „Wir waren Ende des dritten Satzes einfach nicht mehr fit genug“, pflichtete ihm Sebastian Hähner bei. Er war der einzige Spieler auf Leipziger Seite, den die Recken vom Lober nie wirklich in den Griff bekamen. Völlig normal: Jannik Kühlborn fehlte nach langer Verletzung die Konstanz. Die Delitzscher stabilisierten sich in den Elementen, in denen die Leipziger nachließen: Aufschlag und Annahme.

Und weil „Emma“ frei von der Leber weg schelmisch sein Unwesen trieb. Den GSVE-Diagonalangreifer Jens Ellmrich (28) hatte Coach Rascher bei seiner Feuertaufe nicht auf der Kladde. Seine Taktik lautete: Maik Winkler in der Annahme rausschießen und den unbändigen Zug von Robert Karl verhindern. Winkler ging angeschlagen und mit einer Samstags-Schicht in den Knochen in die Partie, wollte eigentlich auf die Bank, bekam von Pietzonka aber eine Abfuhr. „Nachdem ich die ersten Bälle vorgebracht habe, hat sich das Ganze normalisiert“, erklärte der Kapitän.

Schlechter waren die Gymnasialen in den ersten beiden Sätzen nicht. Die Recken legten vor, brachten sich am Ende der Sätze aber selbst aus dem Spiel. Déjà-vu zum Match in Schwaig. „Wir haben die letzten drei Punkte nicht konsequent ausgespielt, das war ärgerlich“, fasste der Delitzscher Trainer zusammen.

Pietzonka packte seine Jungs in den Satzpausen an der Ehre. „Männer, bleibt so geil“, pushte er seine Spieler. Übrigens waren die allesamt unrasiert – mittlerweile Usus, wenn es gegen Leipzig geht. Höhepunkt der Ansagen: „Männer, bis zum Schluss quälen, nichts Halbgewalktes machen!“ Ansonsten hielt sich der GSVE-Trainer mit taktischen Ansagen zurück.

Rascher dagegen drehte an zwei Stellschrauben – im Zuspiel und in der Annahme. Falk Köthen wechselte sich mit Jannik Kühlborn ab, Steller Predrag Bicanin musste öfter für Martin Burgartz weichen. Beides änderte nichts am Hinterherlaufen. „Der GSVE hat fünf Sätze sein Level gebracht“, sagte Rascher. Zur Verzweiflung trieben die Gäste die Volleys in der Feldabwehr. Felix Winkler, später im Wechsel mit dem Ex-Leipziger Paul Geisler, kescherte alles, was da geflogen kam – egal wie scharf. Und wenn dann die Bayern-Axt Bene Bauer oder die Fleisch gewordene Schrankwand Robert Karl in Erscheinung traten, wackelte der Boden.

Das nächste GSVE-Plus: das Brasilien-Quartett. Die schönste Versuchung in der Halle, zudem extrem schrill. Barbara (27), Camilla (24), Allexia und Deborah (beide 20) hoben nicht nur die Stimmung bei den Delitzschern. Die Girls: allesamt Fernandes-Schwestern, eingeladen von Felipe Pardini-Glaser. Der ist in love mit Barbara und selbst heißblütig. Das gepaart mit der Trommelwut des GSVE-Nachwuchses, der von Papa Mathias Glaser und Mannschaftsbetreuer Steffen Haeling – da konnte im fünften Satz nix mehr schief gehen.

Oder doch: Die 14:9-Führung wackelte nach mehreren Wichert-Granaten. Aber da war ja noch „Emma“. Der blockte locker fluffig den Ex-Delitzscher Björn Metzger an. Lob gab das von der Instanz Pietzonka: „Emma sind gegen die Volleys viele geile Dinger rausgerutscht.“

L.E. Volleys: Köthen, Freese, Wichert, Hähner, Metzger, Bicanin, Rodiek, Kühlborn, Burgartz.

GSVE: Pardini-Glaser, M. Winkler, Karl, Ellmrich, Lohrisch, Bauer, F. Winkler, Geisler, T. Pietzonka.

Alexander Bley

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