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Boxen Schwarz vor Fight seines Lebens - Schulz glaubt an Chance
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11:41 12.06.2019
Tom Schwarz darf in Las Vegas boxen. Quelle: John Locher/AP
Magdeburg

Mal posiert Schwergewichtler Tom Schwarz mit dicken Traktorreifen, mal mit seinem Chihuahua-Hündchen. Er nennt es "Hades", Herrscher der Unterwelt. Der dreimalige Box-Juniorenweltmeister aus Magdeburg liebt Übertreibungen.

An diesem Wochenende lebt der gebürtige Hallenser in der Arena des MGM Grand Hotels in Las Vegas seinen Traum. Der 25-Jährige fordert den Klitschko-Bezwinger Tyson Fury heraus. "Fury ist der beste Boxer der Welt", meint der in 24 Profikämpfen unbesiegte Schwarz aus dem Magdeburger SES-Stall von Promoter Ulf Steinforth.

Schon als Kind sah sich Schwarz nächtelang im TV die Kämpfe im MGM an und träumte von so einer Chance. "Jetzt bin ich hier, das kann man nicht mehr toppen", sagt der WBO-Interkontinental-Champ, der von seiner Mama schon mit neun Jahren zum Boxen geschickt wurde, weil er in der Schule gemobbt wurde - manchmal auch verkloppt.

Heute trägt der 1,97 Meter große Boxer gerne Designer-Klamotten, die er sich oft preiswert in Outlets kauft. Standesgemäß fährt er einen Luxuswagen mit Stern und liebt große Sprüche. Er könne jede Frau haben, posaunte er mal in einem Interview der "Bild" heraus. Liiert ist er seit 2016 mit Tessa, einer Friseurin. Davor war Ex-DSDS-Sternchen Annemarie Eilfeld die Frau an seiner Seite.

Schwarz wird an zweiter Position der WBO-Rangliste geführt, Fury ist direkt dahinter Dritter. Mit mit einem Überraschungserfolg würden dem Deutschen alle Möglichkeiten offenstehen. "Ich finde es spannend, dass jetzt alles noch einmal neu gemischt wird durch die Joshua- Niederlage", sagt Ex-Boxer Axel Schulz in einem MDR-Interview. Der Brite Anthony Joshua hatte vor wenigen Tagen seine Titel von WBO, IBF und WBA durch eine Niederlage gegen den Amerikaner Andy Ruiz jr. verloren.

Vor 24 Jahren lieferte Schulz in Las Vegas einen heroischen Kampf gegen den legendären George Foreman ab. Die Punktrichter wollten den Amerikaner jedoch nicht fallen lassen. Die Niederlage nach Punkten war bitter und ungerecht für Schulz. Nun bekommt er am Wochenende im Spielerparadies quasi als Versöhnungsgeschenk nachträglich den WM-Gürtel von damals überreicht. "Das ist einfach gigantisch. Es ist natürlich eine tolle Geste, und ich freue mich darauf, weil es doch noch einmal eine Anerkennung der eigenen Leistung ist", sagte Schulz.

Der dreimalige WM-Boxer rät Schwarz: "Er muss alles auf eine Karte setzen, nach vorne gehen und alles riskieren. Natürlich muss Tom den Sieg unbedingt wollen." Denn Fury will als großer Favorit seinen "Kampf einfach nur abspulen", erklärte Schulz und betonte: "Als Boxer hast du immer eine Chance."

Auch Schwarz weiß, dass er gegen den technisch versierten Fury nach Punkten kaum gewinnen kann. "Es wird schon einen K.o. geben müssen", betont Schwarz, dem 16 seiner 24 Siege vorzeitig gelangen. "Tom hat sich sehr gut entwickelt, ist beweglicher geworden. Auch Schlaghärte sowie Deckungsverhalten sind besser geworden. Ich hoffe, dass er über sich hinauswächst", sagte sein Trainer René Friese. Der ehemalige DDR-Vizemeister hat für den Kampf in Las Vegas extra seinen Job im Fahrzeugbau aufgegeben.

Schwarz, der regelmäßig Yoga macht, will seine Mini-Chance nutzen. "Ich habe den Kampf angenommen als Gewinner, das werde ich auch danach sein", sagt er dem MDR, der diesen Kampf in der Nacht zum Sonntag (04.00 Uhr) live überträgt. Der Profi verbesserte sich in der Beweglichkeit und Spritzigkeit, hat zehn Kilogramm abgenommen und bringt nun 110 Kilo auf die Waage. "Ich bin so fit wie noch nie", meint er. Muss er auch. Denn es ist der Kampf seines Lebens.

dpa

Der britische Schwergewichtsboxer Tyson Fury hat nach eigenen Angaben nach wie vor mit psychischen Problemen zu kämpfen.

"Mein größter Gegner bin ich selbst", sagte der frühere Weltmeister der britischen Zeitung "Telegraph" vor seinem Kampf gegen den deutschen Boxprofi Tom Schwarz am Samstag in Las Vegas.

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