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Formel 1 "Jeder ist lädiert": Silberpfeile mit Schrammen nach Ungarn
Sportbuzzer Sportmix Formel 1 "Jeder ist lädiert": Silberpfeile mit Schrammen nach Ungarn
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11:51 30.07.2019
Nach dem Debakel beim Hockenheim-Rennen will Lewis Hamilton seine angeschlagene Gesundheit ersteinmal wiederherstellen. Quelle: Jan Woitas
Budapest

Lewis Hamilton verschrieb sich selbst eine Schlafkur. Die Erschütterung über das Hockenheim-Debakel sitzt tief beim kränkelnden Formel-1-Weltmeister und den Silberpfeilen.

"Ich werde versuchen, das zuhause wegzuschlafen und nächstes Wochenende stärker zurückzukommen", twitterte der Titelverteidiger. Die Erholung in der Wahlheimat Monaco fällt aber nur kurz aus. So schnell wie möglich will das Mercedes-Team auf dem Hungaroring die Schrammen von Hockenheim wieder ausbessern.

Heftig ramponiert reist der Branchenführer nach Ungarn weiter, nachdem ein patzender Hamilton beim Deutschland-Rennen abgehängt wurde und sein Adjutant Valtteri Bottas nicht mal ins Ziel kam. "Manchmal muss man sich eine Ohrfeige abholen und daraus lernen. Das sind die Tage, die uns besser machen. Wir müssen darüber nachdenken, was schiefgelaufen ist", sagte der angefressene Teamchef Toto Wolff nach dem völlig misslungenen Heimauftritt. "Jeder ist wirklich lädiert."

Der Autobauer hatte mit seinem Einsatz als Titelsponsor den Grand Prix von Deutschland erst möglich gemacht. Das 200. Formel-1-Rennen von Mercedes sollte ein Festakt für den Branchenprimus werden. Die Silberpfeile erhielten anlässlich von 125 Jahren Motorsport eine Sonderlackierung, die Crew trug nostalgische 50er Jahre Outfits.

Es wurde ein "Armageddon", wie es Wolff schonungslos ausdrückte. "Ich glaube an Karma. Wenn man es manchmal besonders gut machen will, können Dinge schief laufen. Vielleicht wird man abgelenkt, vielleicht erledigt man Sachen anders als sonst", meinte Wolff, neben dem der neue Daimler-Chef Ola Källenius am Sonntag in der Box phasenweise wie versteinert wirkte. "Alles ist gegen uns gelaufen - unsere eigenen Aktionen eingeschlossen."

Das Debakel ließ bei Wolff Erinnerungen an Österreich 2018 wach werden. Damals in Spielberg hatte Mercedes mit einer kapitalen Taktikpanne Hamiltons sichere Führung im Rennen verschenkt. Der Brite musste dann kurz vor Schluss wegen eines Problems mit dem Benzindruck sogar aufgeben.

Im Regenchaos von Hockenheim führte Hamilton anfangs noch souverän. Dann verlor das sonst so bestimmende Team der Silberpfeile den Durchblick: falsches Timing bei der Reifenwahl, Slapstick-Boxenstopp, Zeitstrafe und auch Fahrfehler - sogar beim sonst so makellosen Hamilton. Ein Ausrutscher von Bottas in die Mauer rundete das Desaster ab.

"Wir haben es bis zum Domino-Effekt ziemlich toll gemacht", beschrieb der gesundheitlich angeschlagene Hamilton die "Kaskade" an Patzern und resümierte: "Es war ein wirklich schrecklicher, desaströser Tag." Man müsse nun das Positive aus dem Grand Prix ziehen und das Negative beiseite lassen. "Es ist nur ein Rennen und wir werden weitermachen."

Hamilton bleibt natürlich WM-Spitzenreiter. Mit 225 Punkten führt er weiter komfortabel vor Teamkollege Bottas (184). In Nordbaden brachte den fünfmaligen Weltmeister nicht zuletzt eine Erkältung aus dem Tritt. Vor seiner Pole Position am Samstag wurde sogar für den Notfall schon Ersatzfahrer Esteban Ocon in Stellung gebracht.

"Es ist echt hart, wenn man auf einem überragenden Niveau Leistung zeigen muss", erzählte der angeschlagene Engländer und sagte alle seine Termine in den Tagen vor dem Ungarn-Rennen ab, um wieder zu Kräften zu kommen. "Dieses Wochenende war mental und körperlich herausfordernd für mich."

Eines wurde in Hockenheim ganz deutlich, die Überflieger in Silber sind eben doch von dieser Welt. "Ich bin auch nur ein Mensch", meinte Hamilton über seinen so raren Fahrfehler. Bereits am Sonntag können Mercedes und der britische Rekordgewinner (2007, 2009, 2012, 2013, 2016, 2018) die deutsche Delle auf dem Hungaroring schnell wieder vergessen machen.

dpa

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