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Formel 1 Schadensfall Ferrari - Sieger Hamilton im Hochgefühl
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Mercedes-Doppelerfolg in Belgien: Hamilton siegt vor Bottas

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18:16 30.08.2020
Die beiden Ferraris, Sebastian Vettel (vorne) und Charles Leclerc, landeten nur auf Platz 13 und 14. Quelle: John Thys/POOL AFP/AP/dpa
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Spa-Francorchamps

Als Lewis Hamilton seinen Silberpfeil wieder mal vor dem Schild mit der Nummer eins parkte und mit verschränkten Armen auf seinem Wagen dem gestorbenen "Superhelden" Chadwick Boseman gedachte, rumpelte Sebastian Vettel mit seinem lahmen Ferrari noch über die Strecke.

"Man kann viel Erkenntnis mitnehmen, aber die ist nicht positiv", sagte der Heppenheimer am Sonntag nach dem Großen Preis von Belgien: "Alle Schwächen kamen zum Vorschein." Das Ergebnis: Platz 13. Weit, weit weg von der Spitze. "Das ist nicht gut für die Formel 1 anzuschauen, wo die rumfahren", monierte sogar Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

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Schadensfall Ferrari reist rat- und hilflos zurück zu den Italien-Wochen der Formel 1. Was ein Fest der Tifosi trotz Corona-Maßnahmen werden sollte, kann zur nächsten Offenbarung werden. "Es wäre schön, wenn wir über Nacht den Stein der Weisen finden, aber der liegt nicht irgendwo", sagte Vettel: "Es gibt keine Geheimnisse, keine Revolutionen über Nacht." Teamkollege Charles Leclerc bestätigte auf Platz 14, das im Moment nichts geht bei Ferrari.

Nach Monza in einer Woche ohne Fans dürften die knapp 3000 Zuschauer, die pro Tag in Mugello beim 1000. Grand Prix von Ferrari zugelassen sein werden, eher Zeuge eines anderen historischen Moments werden: Hamilton kann dort die Siegrekordmarke von Michael Schumacher einstellen. Und er ist voller Tatendrang.

"Ich bin 35, fast 36, aber ich fühle mich besser als je zuvor", sagte der Brite nach seiner Machtdemonstration von Spa im weiterhin schwarz lackierten Mercedes. Es war sein 89. Sieg. Schumacher kam in seiner Karriere auf 91. Große Zweifel an Hamiltons siebtem Titel in dieser Saison sind nach allein fünf Hamilton-Siegen in den bisherigen sieben Rennen auch nicht angebracht.

Hamilton verwies seinen chancenlosen Teamkollegen Valtteri Bottas aus Finnland und Red-Bull-Mann Max Verstappen aus den Niederlanden auf die Plätze zwei und drei. Im Klassement hat Hamilton nun 157 Punkte, Verstappen kommt auf 110, Bottas auf 107 - Vettel übrigens auf 16!

Auch ein Re-Start nach einem heftigen Unfall, den Antonio Giovinazzi und George Russell im Gegensatz zu ihren Willams- und Alfa-Romeo-Rennwagen unbeschadet überstanden, störte Hamilton nicht. Er kontrollierte jederzeit das Geschehen und fuhr wie schon zwei Wochen zuvor in Barcelona in einer eigenen Liga.

Ergriffen hatte er seine 93. Pole am Samstag bereits Schauspieler Boseman gewidmet, ergriffen gedachte er wie alle anderem vor dem Start am Sonntag bei einer Schweigeminute dem vor einem Jahr bei einem Formel-2-Rennen tödlich verunglückten Anthoine Hubert. Als es losging, schaltete Hamilton in den Perfektions-Modus und machte den Grand Prix durch seine gnadenlose Überlegenheit zu einem ungewohnten Gähn-Rennen. "Es war ziemlich langweilig", konstatierte Verstappen. "Ich hätte auch lieber mehr Rad-an-Rad-Duelle", betonte Hamilton. Spaß gemacht habe ihm das Rennen dennoch.

Schon der Start bot wenig Spektakel. Leclerc kam im Mittelfeld am besten weg und kämpfte sich am Ort seines ersten Formel-1-Sieges vor einem Jahr in der ersten Runde sechs Plätze nach vorne. Vettel, Sieger in Spa vor zwei Jahren, hing fest. Der Hesse ging als 14. in den Grand Prix - und konnte zu Beginn nur einen Rang gutmachen. Während Dauer-Weltmeister Mercedes wenig überraschend das Tempo kontrollierte, konnte in der Anfangsphase einzig Verstappen halbwegs mithalten. Das Führungstrio war im Gegensatz zum Rest der Top Ten von Beginn an mit der mittelharten Reifenmischung unterwegs.

Doch zur Reifenlotterie wurde das Rennen auf dem 7,004 Kilometer langen Kurs ebenso wenig, wie zum Regenspektakel: Es blieb trocken. Einzig der Crash von Giovinazzi und Russel hätte die Ordnung ein bisschen durcheinander bringen können. Als das Safety Car wieder reinkam, kontrollierte Hamilton aber weiter unaufgeregt überlegen das Geschehen. Nur die schnellste Rennrunde schnappte ihm am Ende noch der viertplatzierte Australier Daniel Ricciardo im Renault.

All das ohne Ferrari-Beteiligung. "Wir haben einiges in der Kiste, aber es hat nichts funktioniert", bilanzierte Vettel. Hinzu kamen wieder Missverständnisse und Abspracheprobleme per Funk wie bei Leclerc, die die gesamte Situation bei der Scuderia dokumentieren. "Warum musste ich noch mal stoppen?", funkte Leclerc an die Box. "Das sagen wir dir später", lautete die Antwort. Es gibt viel zu bereden bei den Italienern vor den Heim-Grand-Prix-Wochen.

© dpa-infocom, dpa:200830-99-365064/6

dpa