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LaMelo Ball mögliche Nummer Eins im NBA-Draft

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10:54 17.11.2020
Dem Basketball-Talent LaMelo Ball folgen bei Instagram 5,6 Millionen Menschen. Quelle: Rick Rycroft/AP/dpa
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New York

Ob LaMelo Ball tatsächlich der beste verfügbare Basketballer bei der anstehenden Talentbörse der NBA ist und wie von manchen US-Medien erwartet an erster Stelle ausgewählt wird, darüber kann man diskutieren.

Ganz sicher aber ist er: Der bekannteste. Auf Instagram folgen dem 19 Jahre alten Burschen 5,6 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Fußball-Nationalspieler Leroy Sané kommt nach vier Jahren als Profi auf 5,7 Millionen Anhänger auf der Plattform. Der als NBA-Wunderkind gepriesene Luka Doncic von den Dallas Mavericks hat nach einer überragenden Saison dort 5,4 Millionen Fans.

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Warum Ball vor dem Draft am Mittwochabend (Ortszeit) ohne einen einzigen Auftritt in der besten Basketball-Liga der Welt vor allem in den USA schon so prominent ist? Weil er zwei Brüder und einen durchgeknallten Vater hat, die Familie in einer Reality-TV-Show zu sehen ist. Und weil er seit seiner Geburt darauf getrimmt wurde, Basketball-Profi zu werden - einen eigenen Turnschuh schon zu High-School-Zeiten inklusive.

"Von dem Moment an, da er geboren wurde, hatten wir einen Plan und haben ihn verfolgt", sagte LaVar Ball vor kurzem über seinen jüngsten Sohn. Wie seine beiden Brüder Lonzo und LiAngelo ging es dem Vater auch bei LaMelo darum, aus ihm einen herausragenden Basketballer zu machen - und Geld zu verdienen. Hört man die Geschichten, die der 53-Jährige selbst erzählt und die über ihn erzählt werden, verblasst alles andere, was man so von ehrgeizigen Sportler-Eltern so kennt. Schon Mutter Tina hat Vater LaVar an der California State University einst angeblich nicht zufällig getroffen. Überliefert ist das Zitat: "Ich habe eine große und hübsche Stute gesucht."

LaVar Ball ist in der sportinteressierten Öffentlichkeit des Landes eine bekannte Person. Beliebt ist er nicht. Selbst Amerikaner, die Show und Gehabe in einem viel größeren Maß zu schätzen wissen als Fans in Deutschland, halten Ball überwiegend für zu laut und obszön. An den Schuh der selbst gegründeten Marke Big Baller Brand, den sein Sohn LaMelo als Schüler entwarf, heftete er ein Preisschild über 495 US-Dollar. "Wer sich die Schuhe nicht leisten kann, der ist kein Big Baller", kommentierte er die Aufregung.

Viele solcher Sätze stammen aus dem Jahr 2017, als LaMelos Bruder Lonzo als erster der drei Brüder beim NBA-Draft angemeldet worden war und schließlich von den Los Angeles Lakers an zweiter Stelle ausgewählt wurde. Er war der erste, der beweisen musste, dass hinter dem Getöse des Vaters nicht nur heiße Luft steckte. So richtig rund lief es bei den Lakers in seiner Heimatstadt Los Angeles zwar nicht, aber bei den New Orleans Pelicans zeigt der inzwischen 23 Jahre alte Lonzo inzwischen gute Leistungen und ist ein anerkannter Profi in der NBA. Der 21 Jahre alte LiAngelo dagegen wurde beim Draft vor zwei Jahren nicht ausgewählt und spielt derzeit in einer Nachwuchsliga.

Nun also ist LaMelo an der Reihe. Von der High School ging es für ihn einst nach Litauen, zuletzt spielte er in Australien und überzeugte dort so sehr, dass er in einem insgesamt als eher schwach eingeschätzten Draft-Jahrgang als potenzielle Nummer eins gehandelt wird. Defensiv hat er sichtbare Schwächen, seine Fähigkeiten als Spielmacher mit überragender Ballbehandlung aber ist unbestritten.

Das Erstzugriffsrecht haben die Minnesota Timbervoles, an zweiter Stelle kommen die Golden State Warriors. Weil dort unter anderen Starspieler Steph Curry auf Balls Position gesetzt ist, hält Papa Ball nichts von einer Zukunft seines Jüngsten im Norden Kaliforniens. LaMelo aber hat sich in der Wahrnehmung von US-Beobachtern durch die Zeit in Australien etwas emanzipiert und sagte: "Ich bin mein eigener Herr, er ist sein eigener Herr. Also hat er seine Meinung und ich meine." Er könne überall gut spielen und passe zu jeder Mannschaft. An Selbstvertrauen mangelt es schließlich auch LaMelo Ball nicht. Auf seiner Brust ist groß die Ziffer 1 tätowiert. Schon lange.

© dpa-infocom, dpa:201117-99-359149/2

dpa