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Leichtathletik Klosterhalfen: Deutscher Rekord und Lauf in neue Dimension
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15:40 11.07.2019
Konstanze Klosterhalfen zeigt beide Daumen nach oben. Sie hat ihren eigenen deutschen 3000-Meter-Rekord verbessert. Quelle: Graham Glendinning/SOPA Images via ZUMA Wire
Palo Alto

Mit einem Ausflug an die Golden Gate Bridge in San Francisco endete ein denkwürdiger Tag für Deutschlands große Laufhoffnung Konstanze Klosterhalfen.

Die 22-Jährige pulverisierte beim Diamond-League-Meeting im kalifornischen Stanford nicht nur ihren deutschen Rekord über 3000 Meter - sondern rannte erstmals in die absolute Weltspitze. "Ich bin noch gar nicht so ganz bei mir angekommen", sagte die Leverkusenerin, die in den USA beim umstrittenen Oregon Projekt ihres Sponsors Nike trainiert, der Deutschen Presse-Agentur. "Aber das ist ein super Gefühl, so starke Athletinnen hinter mir gelassen zu haben."

Ihr Trainer habe ihr verboten, zwischendurch auf die Uhr zu schauen. "Ich sollte am Ende nur so viele wie möglich überholen", erklärte Klosterhalfen. Sie verbesserte ihre Bestmarke von Birmingham 2017 (8:29,89 Minuten) um fast zehn Sekunden auf 8:20,07. "Die genaue Zeit habe ich erst eine halbe Stunde nach dem Rennen von meinem Trainer erfahren." "Koko", wie sie allerorten nur genannt wird, ließ unter anderem Hallen-Weltrekordlerin Genzebe Dibaba (Äthiopien) und 5000-Meter-Weltmeisterin Hellen Obiri (Kenia) hinter sich. Dabei dominieren die Ausdauerspezialistinnen aus Afrika seit vielen Jahren die Lauf-Disziplinen.

Geschlagen wurde Klosterhalfen dennoch: Die aus Äthiopien stammende Niederländerin Sifan Hassan stellte als Siegerin in 8:18,49 Minuten sogar einen Europarekord auf. Die 3000 Meter sind zwar keine WM-Distanz, dennoch ist die Zeit der Deutschen ein Quantensprung. Zumal Klosterhalfen längst ihre Vielseitigkeit bewiesen hat und bei der WM Ende September in Katar über 1500 oder 5000 Meter starten kann.

Die Hallen-Vize-Europameisterin ist jetzt sechstschnellste Läuferin der Leichtathletik-Geschichte über die 3000 Meter. Schneller waren nur vier Chinesinnen 1993 sowie Hassan nun in Stanford. "Ma Junrens Armee" nannte man die Läuferinnen aus dem Reich der Mitte, die - mit Dopingverdächtigungen behaftet - alles in Grund und Boden rannten.

Bundestrainer Sebastian Weiß, früher Heimcoach von Klosterhalfen, hat den Leistungssprung Klosterhalfens kommen sehen. "Ich freue mich sehr, dass Koko solch eine grandiose Zeit gelaufen ist und dass sie sich weiterhin toll entwickelt. Sie ist schon früher deutsche Rekorde gelaufen, wir wissen um ihr Talent. Daher kommt dies für mich nicht so überraschend", erklärte Weiß. "Sie ist sehr ehrgeizig und diszipliniert. Beim Nike Oregon Project, wo sie bei Pete Julian trainiert, ist sie voll auf den Sport konzentriert, kann sich sportlich und auch persönlich weiterentwickeln."

Klosterhalfen selbst sagte: "Die Trainingsinhalte sind ein bisschen intensiver. Das ist halt wie Trainingslager jeden Tag." Das Toptalent wird in der Laufszene seit ihrem Wechsel in die USA mitunter argwöhnisch beobachtet: Denn das Projekt in Portland ist umstritten. Gegen den US-Starcoach Alberto Salazar, der den Briten Mo Farah zu vier Olympiasiegen geführt hat, führt die Anti-Doping-Agentur der USA seit Jahren Ermittlungen.

"Koko muss sich häufig Dopingvorwürfen stellen und sich erklären. Sie ist ganz normal im Anti-Doping-Testpool und wird häufig kontrolliert. Auch nach einem deutschen Rekord muss direkt ein Dopingtest absolviert werden, damit der Rekord anerkannt wird", sagte Weiß. Klosterhalfen selbst versucht sich nach eigenen Angaben, bei diesem Thema etwas rauszuhalten: "Negative Kommentare gibt es immer."

dpa

Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo hat in Mannheim als Sprinterin geglänzt. Die 25-Jährige von der LG Kurpfalz rannte bei der Junioren-Gala die 100 Meter in 11,21 Sekunden und knackte damit die Norm für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften Ende September in Doha/Katar.

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