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Sportmix Teamsprint: Kombinierer Frenzel und Rießle holen WM-Gold
Sportbuzzer Sportmix Teamsprint: Kombinierer Frenzel und Rießle holen WM-Gold
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16:25 24.02.2019
Die Kombinierer Fabian Rießle (l) und Eric Frenzel jubeln über dem WM-Titel im Teamsprint. Quelle: Hendrik Schmidt
Seefeld

Eric Frenzel rollte mit Fabian Rießle voller Glück durch den Schnee. Später fiel er dem Mann in die Arme, dem er mit seinem siebten WM-Titel ein besonderes Jubiläum verschaffte: Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Für den Erfolgscoach der deutschen Nordischen Kombinierer war der WM-Titel im Team-Sprint in Seefeld die 20. Goldmedaille seiner 26-jährigen Karriere als verantwortlicher Coach. "Chapeau Hermann", sagte Frenzel und bekam das Kompliment umgehend zurück. Schließlich trug der 30 Jahre alte dreimalige Olympiasieger mit insgesamt zehn Goldmedaillen maßgeblich zu dieser Bilanz bei.

Weinbuch ist und bleibt das Hirn der Winterzweikämpfer, der auch beim Team-Sprint die richtige Taktik entwickelt hatte, an der sich die Konkurrenz aus Norwegen und Österreich die Zähne ausbiss.

"Es war ein sehr, sehr guter Tag. Er hat großartig begonnen mit zwei geilen Sprüngen, die wir runtergezogen haben. Wir haben an uns geglaubt und das bestätigt. Das war die Grundlage für den tollen Erfolg", sagte Frenzel erleichtert, nachdem er schon am Freitag beim dem Wettkampfsprung überzeugt hatte. "Ich habe gemerkt, dass mein System plötzlich wieder greift. Und als auch der Probesprung flutschte, war meine Sicherheit zurück", berichtete der Sachse, der seit dieser Saison wieder für seinen Heimatverein SSV Geyer startet.

Und mit seiner Sicherheit kam auch die bei Rießle zurück. Der Schwarzwälder ließ mit verkürztem Anlauf 128 Meter den 130 von Frenzel folgen, womit eine komfortable Ausgangsposition für den 15-Kilometer-Lauf gelegt war. Immerhin gingen die DSV-Athleten mit acht Sekunden Vorsprung auf Japan und über 22 auf die stärker eingeschätzten Österreicher und Norweger in die 1,5-Kilometer-Loipe, die jeder fünfmal bewältigen musste.

"Wir wollten jeweils die ersten drei Runden Druck machen, weil wir fürchteten, dass sich die drei anderen Teams zusammentun und sich abwechseln, um Kräfte zu sparen", sagte Weinbuch. Frenzel war sich sicher, dass man mit dieser Taktik die anderen zermürben könnte.

"Wir sind ja nun auch nicht unbedingt die schlechtesten Läufer, und wenn die anderen merken, dass sie nicht groß rankommen, ist das doch von Vorteil", sagte der 30-Jährige, der mittlerweile seinen siebten WM-Titel, den zweiten im Team-Sprint, bejubeln konnte.

Es sah nach einem leichten Sieg des deutschen Duos aus, bis plötzlich in der vierten Runde bei Rießle die Kräfte zu schwinden schienen. "Die anderen haben richtig Druck gemacht, bei mir lief es nicht ganz rund", sagte Rießle, der vor seiner Schlussrunde und nur noch 13 Sekunden Vorsprung doch etwas nervös wurde.

"Das ist doch klar, du kannst die Goldmedaillen verkacken. Da muss man schon etwas nervös sein, aber auch auf seine Stärken vertrauen", sagte Weinbuch. Rießle blieb cool und konnte dann mit Frenzel jubelnd durch den Schnee rollen. Sein Papa sprang vor Freude von der Tribüne und herzte seinen Sohn nach der Blumenzeremonie überschwänglich.

Die deutschen Kombinierer sind nun vor der zweiten WM-Woche mit den Springen auf der Normalschanze in Seefeld wieder in der Position, die sie seit Jahren bei Großereignissen einnehmen: Favoriten. "Damit können wir umgehen, aber es wird kein Selbstläufer", sagte Frenzel. Weinbuch sieht es ähnlich. "Wir arbeiten hart, die Athleten haben das Vertrauen in uns Trainer und Betreuer, dass wir es hinbekommen, wenn es mal nicht so läuft. Das hilft bei den Großereignissen. Es wird aber auch mal ein Wettkampf kommen, wo es eben nicht aufgeht."

Und das Team funktioniert als Team. "Da steht einer für den anderen. Beispielsweise hat Johannes Rydzek, für den es als Titelverteidiger ja nicht für den Team-Sprint gereicht hat, heute früh den Jungs eine SMS geschickt, ihnen Glück gewünscht und gesagt, dass er die Daumen drückt", berichtete der stolze Erfolgcoach Weinbuch.

dpa

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