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Tennis Murrays langer Weg zurück - Müde Beine und keine US Open
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13:14 13.08.2019
Andy Murray wird bei den US Open nicht im Einzel antreten. Quelle: Gary Landers/AP
Cincinnati

Andy Murray war enttäuscht. Die Tatsache, dass er nach sieben Monaten endlich wieder ein Tennis-Einzel bestritten hatte, reichte dem Schotten nicht.

Das 4:6, 4:6 gegen den Franzosen Richard Gasquet beim ATP-Turnier in Cincinnati ärgerte Murray genauso wie jede andere Niederlage in seiner Karriere zuvor. "Ich denke, das ist ein gutes Zeichen", sagte Murray nach seinem mit Spannung erwarteten Comeback nach einer zweiten Hüftoperation zu Beginn des Jahres. "Es zeigt, dass ich nicht einfach nur wieder auf dem Platz stehen, sondern auch ein gutes Niveau erreichen will."

Gegen Gasquet war der dreimalige Grand-Slam-Turnier-Sieger davon noch weit entfernt, weshalb er unmittelbar nach der Niederlage auch seinen Verzicht auf einen Einzel-Start bei den US Open bekanntgab. "Es waren einige gute Dinge dabei, aber auch noch sehr, sehr viele, an denen ich arbeiten muss", sagte Murray, der beim am 26. August beginnenden letzten Grand-Slam-Turnier der Saison daher nur im Doppel und Mixed dabei sein wird.

Dass Murray aber überhaupt wieder Tennis spielt, ist sein vielleicht größter Erfolg in seiner an Triumphen reichen Karriere. Noch im Januar hatte er bei den Australien Open unter Tränen verkündet, seine Partie der ersten Runde gegen den Spanier Roberto Bautista Agut sei mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sein letzter Auftritt. Zu stark und vor allem konstant waren die Schmerzen an der Hüfte, an der er sich bereits Anfang 2018 hatte operieren lassen.

Doch der zweite Eingriff im Anschluss an die Australian Open verlief erfolgreicher. Endlich waren die Schmerzen weg, war ein normales Bewegen wieder möglich. Stück für Stück arbeitete sich der 32 Jahre alte Doppel-Olympiasieger zurück, schaffte zur Rasen-Saison immerhin schon einmal sein Comeback im Doppel und Mixed.

Dass er tatsächlich auch im Einzel zurückkehren würde, hatten noch vor kurzem nur die Wenigsten für möglich gehalten. Doch Murray gab nie auf. "Ich habe mein Leben lang dafür gearbeitet, ein Tennisprofi zu sein", begründete er in Cincinnati seine Schufterei in den vergangenen Monaten.

Mit dem Spiel gegen Gasquet schaffte die einstige Nummer eins der Welt nun einen wichtigen Schritt. Doch der Weg zu alter Stärke ist noch weit. "Es war ein langer Weg hier hin. Aber dahin zu kommen, wo ich hin will, wird noch einmal sehr viel Zeit in Anspruch nehmen", sagte Murray voller Realismus. "Und das hat nicht nur mit meiner Hüfte zu tun." Vielmehr fehlen Matchpraxis und Kondition. "Am Ende waren die Beine ganz schön schwer", gestand Murray. Doch im Vergleich zu den Schmerzen, die er lange Zeit zu ertragen hatte, nahm er diesen Muskelkater gerne in Kauf.

dpa

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