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Absacker Die Bewohner der Uni-Bibliothek
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14:01 20.01.2017
In Leipziger Lesesälen wird meist alles gemacht - nur nicht gelernt. (Illustration) Quelle: Gisela Gramsch
Leipzig

Wenn das Ende des Semesters näher rückt, dann merkt man das unter anderem daran, dass die Uni-Bibliotheken wieder besser besucht sind. Hat man während des Semesters dort oft freie Platzwahl, so muss man mittlerweile wieder früh auf der Matte stehen, um einen Sitzplatz mit Stuhl und Tisch zu bekommen.

Wer einen Platz erobert hat, verteidigt diesen oft mit allen Mitteln. Dabei ist es dann auch egal, ob man wirklich etwas für die universitäre Karriere tut, oder doch eher mit allen möglichen Hilfsmitteln prokrastiniert. Neulich saß mir ein junger Mann gegenüber, der Kopfhörer in den Ohren hatte und sehr gespannt in seinen Laptop blickte. Vielleicht ist sein Studium überdurchschnittlich unterhaltsam – jedenfalls hat er mehrmals laut aufgelacht, was an einem ruhigen Ort wie der Bibliothek schnell auffällt.

Oder das Mädchen, das nur mal kurz ihren Kopf auf die Arme legen wollte. Vielleicht hat sie über das soeben Gelernte nachgedacht – allerdings waren ihre Haare ein bisschen zerzaust, als sie nach einer knappen Stunde den Kopf wieder gehoben hat. Schaut man sich um, sieht man viele Studierende, die fleißig lernen, zwischen solchen, die ihre Schuhe ausgezogen und die Füße hochgelegt haben, sämtliche Social-Media-Accounts checken oder sich mit lustigen Videos bespaßen – meist allerdings nicht ohne fein säuberlich möglichst viele Bücher um sich herum aufgebaut zuhaben.

Es gibt allein in der Bibliothek auf dem Campus am Augustusplatz 500 Plätze. Sie sollten den Leuten zur Verfügung stehen, die tatsächlich ihr Studium voranbringen wollen. Alle anderen sollten die Sitzplätze freigeben und sich andere Plätze auf dem Campus suchen. Oder wenigstens mit dem armen Jurastudenten den Platz tauschen, der am Rand auf dem Boden sitzt und versucht, seinen „Schönfelder“ so zu halten, dass er gleichzeitig seine Notizen erweitern kann.

Angela Kreß

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