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Köpfe Nasen im Wind des Diskurses – „Die Anstalt“-Kabarettisten im Kurzinterview
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Campus Online
23:15 26.06.2015
Quelle: Johnas Schreijäg
Leipzig

Auf welchen Teil ihres Jobs sie sich am meisten freuen, wo der Spaß aufhört und mit wem sie die Nacht verbringen würden, wenn sie sich zwischen Angela Merkel und Sigmar Gabriel entscheiden müssten - Die Fernseh-Satiriker Claus von Wagner und Dietrich Krauß von „Die Anstalt“ haben es im Gespräch mit LVZ-Campus verraten.

Campus: Herr von Wagner, Herr Krauß, wir fangen an mit ein paar Entscheidungsfragen. Titanic oder Postillon?

Dietrich Krauß: Titanic.

Eine Woche keine Witze reißen oder eine Woche keine Nachrichten lesen?

Claus von Wagner: Eine Woche keine Witze reißen.

Ouzo oder Obstler?

Beide: Ouzo.

Eine Nacht mit Sigmar Gabriel oder Angela Merkel?

von Wagner: Oh, in der Nähe der wirklichen Macht zu sein… Frau Merkel.

Krauß: Beides.

Können Sie denn über Ihre Themen selbst noch lachen?

von Wagner: Ja! Die ersten zwei Tage der Vorbereitung sind wahnsinnig lustig. Wenn man die Witze dann mal aufgeschrieben hat, verlieren sie so, dass man sagt…

Krauß: …lass uns den mal lieber kürzen.

von Wagner: Aber der Anfang ist sehr lustig. Darauf freuen wir uns am meisten.

Wieviel vom ursprünglichen Material kommt dann in die Sendung?

Krauß: Wir schreiben eine Woche und kürzen eine Woche.

Von Wagner: Da findet auch nochmal ein Qualitätssprung statt. Wenn man gezwungen ist zu kürzen, muss man auf den Punkt kommen.

Worüber können Sie gar nicht lachen?

von Wagner: Es gibt Themen, da hört das Lachen auf. Die Berichterstattung über Griechenland zum Beispiel: Da war irgendwann der Punkt erreicht, an dem wir uns nicht mehr darüber lustig machen wollten, sondern wirklich ärgerlich waren. Das ist unser Benzin für eine gute Sendung, wenn wir nicht mehr drüber lachen können und es dann so verarbeiten, dass wir wieder lachen können.

Hat Sie überrascht, wie populär „Die Anstalt“ ist?

Krauß: Ja, schon. Wir haben es nicht darauf angelegt, nehmen es aber gern mit.

von Wagner: Vor allem auf welchem Weg. Das fand eigentlich alles im Internet statt. Das freut uns und überrascht uns auch. Wir halten unsere Nasen in den Wind des Diskurses.

Interview: Theresa Martus