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Coronavirus Corona-Krise: Jena erlässt Betretungsverbot für öffentliche Orte
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22:13 20.03.2020
In Jena gilt ein Betretungsverbot für alle öffentlichen Plätze. (Archivbild) Quelle: Bodo Schackow/dpa
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Jena

Die Stadt Jena hat zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus ein Betretungsverbot für alle öffentlichen Orte ausgesprochen. Darunter fallen Straßen, Wege, Gehwege, Plätze, öffentliche Grünflächen, Parkanlagen, Parkplätze und der Stadtwald, wie die Stadt am Freitag auf ihrer Internetseite mitteilte. „Ziel ist die strikte Vermeidung des Zusammentreffens von Menschen in Gruppen. Nur so kann die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt oder eingedämmt werden.“

Ausnahmen soll es aber geben. So soll es weiterhin möglich sein, allein, zu zweit, in der Familie oder den Menschen, die in einem Haushalt leben sowie mit Haustieren an die frische Luft zu gehen. „Genauso darf die Wohnung natürlich zum Einkaufen, für den Weg zur Arbeit oder zum Arzt verlassen werden. Wer Menschen pflegt oder ihnen beim Einkauf hilft, darf sich dafür ebenfalls im öffentlichen Raum bewegen“, hieß es.

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Zahlreiche Schließungen in Jena

Unklar war am Abend, ob Jena die erste Stadt in Thüringen ist, die ein solches Verbot ausspricht. Er könne nicht auszuschließen, dass andere Kommunen im Bundesland bereits ähnlich verfahren, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministerium am Freitagabend.

Mit der Allgemeinverfügung treten in Jena zudem weitere Schließungen von Geschäften und Verbote „einiger nicht akut notwendiger Handwerkerleistungen und Maßnahmen der Physio- und Ergotherapie sowie der Logopädie, die nicht ärztlich verordnet oder zwingend medizinisch notwendig sind, in Kraft.“ Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) appellierte an die Bürger: „Tragen Sie diese Maßnahmen mit. Sie werden Menschenleben retten.“

Öffentliches Leben solle heruntergefahren werden

Im Gespräch mit dem Sender MDR hatte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) lokale Abriegelungen nicht ausgeschlossen. Landesweite Ausgangssperren sieht er allerdings skeptisch. Zunächst solle weiter das öffentliche Leben heruntergefahren werden. „Ich freue mich über jeden Frühling. Ich freue mich darüber, wenn schönes Wetter ist. Aber im Moment bete ich zum lieben Gott, dass es regnet, dass es den ganzen Tag regnet“, sagte Ramelow.

Von LVZ