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Coronavirus in Sachsen 43. Dresdner Musikfestspiele legen Auftritt im Internet hin
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20:49 17.05.2020
Auch im Kulturpalast in Dresden sollten Konzerte der diesjährigen Musikfestspiele stattfinden. Wegen Corona tönte Ostdeutschlands bekanntestes Klassik- Festival am Wochenende 24 Stunden im Internet. (Archivbild) Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbil
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Dresden

Die Dresdner Musikfestspiele haben trotz Absage ihren Fans am Wochenende im Internet ein Programm geboten. Am Samstagabend mitteleuropäischer Zeit wurde ein Livestream geschaltet, bei dem sich Künstler des diesjährigen Festivals und vorheriger Jahrgänge dem Publikum in aller Welt auf Youtube präsentierten - mit Auftritten meist aus dem heimischen Wohnzimmer. Den Auftakt machten die King`s Singers aus Großbritannien. Danach spielte das Ukulele Orchestra of Great Britain unter anderem Songs von Tom Waits und Kraftwerk. Schon zu Beginn hatten sich mehr als 600 Zuschauer eingeloggt - etwa aus Indien, Indonesien, den USA, Hongkong, Italien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Viele äußerten sich im Chat begeistert.

Nach dem Finale - zu dem Intendant Jan Vogler noch einmal in einem Konzertmitschnitt beim gemeinsamen Auftritt mit dem Blues-Gitarristen Eric Clapton bei den Festspielen 2019 zu sehen war - meldeten die Festspiele für den Livestream eine geschätzte Zuschauerzahl von etwa 220 000. Insgesamt hätten sich über 80 Künstler und Ensembles beteiligt, hieß es. Am Sonntag wurde via Internet auch der mit 25 000 Euro dotierte Festspielpreis - gestiftet von der Uhrenmanufaktur Glashütte Original - an die kanadische Sopranistin und Dirigentin Barbara Hannigan verliehen.

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Moderiert wurde das Internet-Konzert von Festivalintendant Jan Vogler aus dessen Wohnung in New York. In Deutschland standen ihm die Schauspielerin Katja Riemann und ihr Kollege Martin Brambach zur Seite. Immer wieder bezogen sich Künstler in kurzen Statements auf die Krise und machten den Zuschauern Mut. Manche sorgten mit musikalischen Kabarett-Einlagen für Spaß. Nach Ansicht von Vogler hat die Corona-Krise viel Kreativität und Energie bei den Kollegen freigesetzt. Auch junge Künstler, die im Mai nicht zum „Boheme“-Nachwuchsprogramm der Festspiele anreisen konnten, waren mit Beiträgen zu erleben. Sie hoffen nun auf eine Neuauflage 2021.

Am der Internet-Ausgabe der Festspiele hatten sich zahlreiche Stars beteiligt, darunter der Pianist Emanuel Ax, der Geiger Gil Shaham, der Cellist Mischa Maisky, Singer-Songwriter Jamie Cullum und der senegalesische Musiker Pape Diouf. Der Stream wurde auf der Webseite, dem Youtube- und Facebook-Kanal der Musikfestspiele sowie über die Kanäle von „Music Never Sleeps NYC“ ausgestrahlt - eine Initiative, die Vogler in seiner Wahlheimat New York gegründet hatte und bei der schon Ende März im Internet musiziert wurde.

Ursprünglich 63 Konzerte geplant

Die Dresdner Musikfestspiele hatten unter dem Motto „Inspiration Natur“ in diesem Jahr 63 Konzerte geplant. Ein Schwerpunkt blieb dem Werk Beethovens zu seinem 250. Geburtstag vorbehalten. Als Gäste wurden unter anderem die New Yorker Philharmoniker, Pianist Murray Perahia mit der Academy of St Martin in the Fields, Countertenor Philippe Jaroussky und die Philharmoniker aus St. Petersburg erwartet. Das Finale sollte Rockmusiker Sting bestreiten. Vogler hofft nun darauf, ein paar Programmpunkte 2021 nachholen zu können.

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Von LVZ/dpa

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