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Coronavirus in Sachsen Ab Dienstag Bußgelder und mehr Lockerungen in Sachsen
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Neue Corona-Schutzverordnung:Ab Dienstag Bußgelder und mehr Lockerungen in Sachsen

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11:00 01.09.2020
Open Air-Events wie diese könnten bald wieder möglich sein – natürlich unter Einhaltung der Hygienevorgaben (Archivbild). Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Erneut hat der Freistaat Sachsen seine Corona-Verordnung aktualisiert: Ab Dienstag gelten mehr Freiheiten und Regeln auch in Leipzig. Besondere Prominenz hat bereits das Bußgeld erlangt, welches Maskenverweigerern ab sofort bei Nichteinhaltung der Mund-Nasen-Schutzpflicht droht.

Am Dienstag vergangener Woche einigte sich der Landtag darauf, dass es sich beim Nichttragen der Maske, beispielsweise in Geschäften oder den öffentlichen Verkehrsmitteln, um eine Ordnungswidrigkeit handelt. Diese wird ab dem 1. September mit einem Bußgeld von 60 Euro geahndet – 55 Euro für jene, die es sofort zahlen. Sozialministerin Petra Köpping (SPD) betonte bei diesem Schritt: „Hier geht es um ganz Renitente, die absichtlich und mit Vorsatz versuchen, die Maskenpflicht zu umgehen, wo sie vorgeschrieben ist.“ So sollen vor allem Mitarbeiter im Einzelhandel oder Zugbegleiter besser geschützt werden.

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Mehr Freiheiten als Belohnung für Sachsen

Andere Neuerungen könnten fast als kleine Belohnungshappen an die Bevölkerung verstanden werden: Schließlich könnten nur dadurch viele neue Freiheiten möglich gemacht werden, weil sich die Fallzahlen der an Erkrankten an Covid-19 in Sachsen auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau einpegeln würden. Am Montag kamen im Freistaat 31 Fälle hinzu (Stand: 31. August 2020, 12.30), heißt es zum Beispiel aus dem sächsischen Gesundheitsministerium.

Größere Events wieder möglich

Neben Familienfeiern (mit bis zu 100 Gästen) und Firmenfeiern (mit bis zu 50 Gästen) sind nun auch wieder Großveranstaltungen mit über 1000 Besuchern erlaubt. Als Bedingungen gelten hier ein datenschutzkonformes und datensparsames Nachverfolgen der Anwesenden sowie ein vom Gesundheitsamt genehmigtes Hygienekonzept. Besuchen in Konzerthallen oder Stadien sollte demnach wenig im Wege stehen, wenn die Veranstalter eng mit den Gesundheitsämtern zusammenarbeiten. Ändern kann sich diese Regel jedoch nochmal, wenn es zu mehr als 20 Fällen pro 100.000 Einwohner einer Region innerhalb einer Woche kommt.

Wichtig für die Umsetzung: Hygienekonzepte und Nachverfolgung

Auch Jahrmärkte, Volksfeste oder Weihnachtsmärkte sollen ermöglicht werden. Außerdem darf wieder getanzt werden – zwar nur draußen, aber immerhin. Unter Einhaltung der Abstandsregeln und mithilfe eines ausgearbeiteten Hygienekonzeptes dürfen Open Air-Parties stattfinden. Mindestens bis zum 2. November sind Clubs und Tanzbars aber noch geschlossen.

Das Prostitutionsgeschäft darf wieder aufgenommen werden, wenn auch hier genehmigte Hygienekonzepte und Nachverfolgungsauflagen eingehalten werden. So sollen nicht eingehaltene Maßnahmen hier nachweisbar gemacht und entsprechend geahndet werden. Zudem dürfen Saisonarbeiter, die für mehr als drei Wochen angestellt und in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht werden, bei vorheriger Anmeldung und unter Vorlage eines negativen Coronatests ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Besuche in Pflegeeinrichtungen denkbar

Bis 30. September können sich neben Lehrern nun auch Erzieher, Pflege- und Betreuungspersonal, Sozialarbeiter, Eingliederungshilfen sowie Kinder- und Jugendhilfen kostenfrei nach ihrem Urlaub auf Covid-19 testen lassen. Und: Pflegeheime können ab Dienstag selbst abwägen, ob ihre Bewohner einem Besuch körperlich oder psychisch standhalten. Hier wird im Einzelfall entschieden und was somit von Region zu Region unterschiedlich sein kann. Alle erlaubten Maßnahmen sind dabei immer vom aktuellen Infektionsgeschehen abhängig. Diese Regelungen gelten vorerst bis zum 2. November diesen Jahres.

Von Lotta-Clara Löwener