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Coronavirus „Leipzig hätte so nicht ablaufen dürfen“
Thema Specials Coronavirus „Leipzig hätte so nicht ablaufen dürfen“
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11:07 02.05.2020
Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) wurde bei ihrem Termin auf dem Flughafen Leipzig/Halle von Pressevertretern umringt.
Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) wurde bei ihrem Termin auf dem Flughafen Leipzig/Halle von Pressevertretern umringt. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
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Berlin/Leipzig

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat nach ihrem Pressetermin in Leipzig Anfang der Woche bei der Lieferung von Schutzmaterial aus China die Journalisten für ihre „Bilderjagd“ kritisiert. Kramp-Karrenbauer war dort zeitweise eng von Reportern, Fotografen und Kamerateams umringt, überwiegend ohne Masken. „Leipzig hätte so nicht ablaufen dürfen“, sagte Kramp-Karrenbauer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) am Samstag.

„Das Ministerium hatte für alle Teilnehmer Masken bereitgestellt und deutlich auf die Abstandsregeln hingewiesen“, sagte die Verteidigungsministerin. „Die Dynamik bei der Jagd nach dem besten Bild und die Bereitschaft, sich dafür über die Regeln hinwegzusetzen, sind klar unterschätzt worden. Künftig wird es so etwas nicht mehr geben.“ Warum AKK selbst keine Maske trug, dazu äußerte sich die Ministerin nicht.

Shitstorm bei Twitter

Nachdem die Bilder im TV und auch auf vielen Onlineportalen zu sehen waren, hatte es heftige Kritik im Netz gegeben. Bei Twitter schrieben Nutzer: „Pressekonferenz von Verteidigungsministerin #AKK ...hat sie den Abstand und die Maskenpflicht aufgehoben? .... habe ich da was verpasst?“ Ein anderer kritisierte: „Super wie #AKK ihre Vorbildfunktion wahrnimmt und sich öffentlich bei der Begrüßung der Schutzmasken mit einer eben solchen zeigt. Nicht.“

Bereits direkt im Anschluss räumte das Verteidigungsministerium Versäumnisse ein. „Leider haben sich heute in Leipzig nicht alle an die Regeln gehalten. Das bedauern wir sehr und überprüfen auch unsere eigene Organisation. Muss wohl noch bei uns allen richtig eingeübt werden“, hieß es in einem Tweet.

Kramp-Karrenbauer war am Montag in Leipzig, um 10,3 Millionen Schutzmasken aus China entgegenzunehmen. Sie wurden mit einer Antonow An-225, dem größten Transportflugzeug der Welt, geliefert. Der Transport war Teil der Amtshilfe der Bundeswehr in der Corona-Krise. AKK stand auf dem Vorfeld des Flughafens und beobachtete die Landung des Riesenfliegers in erster Reihe.

AKK ruft Bürger zum Durchhalten auf

In dem Gespräch mit der NOZ verteidigte Kramp-Karrenbauer die coronabedingten Beschränkungen und rief die Bürger zum Durchhalten aufgerufen. Es sei „auch das Ergebnis der bisherigen Einschränkungen, die so viele so geduldig mittragen“, dass in Deutschland nicht darüber debattiert werden müsse, wer behandelt werden könne und wer nicht, sagte sie.

Es sei eine Zahl von unter 1000 Neuinfektionen nötig, um den Anstieg so zu kontrollieren, dass Corona-Patienten zu jeder Zeit angemessen behandelt werden können, erläuterte sie. „Wir sind da in einem Marathon. Leider sind es noch einige Kilometer bis zur Ziellinie. Deshalb müssen wir gerade jetzt die Zähne zusammenbeißen, Ausdauer und Disziplin zeigen und die Strecke gut einteilen.“

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Von nöß/dpa