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Gewerbetreibende und Dienstleister in Oschatz hoffen auf ein Stück Normalität

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14:36 09.06.2020
Auch die Oschatzer Buchhandlung Roscher freut sich trotz Online-Shop über Publikumsverkehr. Quelle: Privat
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Oschatz

Immer mehr Lockerungen in Corona-Zeiten sorgen bei Händlern, Gewerbetreibenden und Dienstleistern für ein Stück Normalität. Auch die Kunden wünschen sich diese. Ein Blick in die Region Oschatz:

Buchhandlung Roscher

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Seit vielen Jahren wissen die Oschatzer, dass Leidenschaft fürs Lesen einen Namen hat: Buchhandlung Roscher. Hier finden sich Kinder- und Jugendbücher, Romane, Sachbücher, Reiseliteratur, Freizeitkarten und mehr sowie vielfältige Geschenkartikel. Als die Buchhandlung von heute auf morgen schließen musste, war das ein Schock. Aber keiner musste auf Lesestoff verzichten. „Wir haben schon seit Längerem einen Onlineshop. Während der Schließzeit wurde auf ihn vermehrt zurückgegriffen“, sagt Alexandra Roscher, Inhaberin der Buchhandlung.

Als ihr Geschäft wieder öffnen konnte, sind die Oschatzer auch wieder persönlich gekommen. „Klar, online geht alles schneller, aber die Menschen haben das Einkaufsfeeling vermisst, sich inspirieren zu lassen und beraten zu werden“, weiß sie. Da am Anfang noch die Schulen und Kindergärten geschlossen waren, haben sich die Familien bei ihr mit Lern- und Beschäftigungsblöcken, Rätseln, Spielen und Hörbüchern eingedeckt. Nun werden mehr Romane nachgefragt, Kinderbücher, Wanderkarten für die nähere Umgebung und kleine Geschenkideen. Während es am Anfang einen richtigen Andrang auf die Innenstadt gab, weil es die Leute förmlich nach draußen zog, kehrt nun langsam wieder Normalität ein.

Kontakt

Buchhandlung Roscher
Lutherstraße 4-6, Oschatz
Telefon: 03435 929779
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr sowie Samstag von 9 bis 12 Uhr

Optikhaus Oschatz

Da Augenoptiker zu den Gesundheitshandwerkern gehören, war das Optikhaus in Oschatz nicht von der coronabedingten Schließung betroffen. „Anfang März hatten wir durch Bestellungen und Reparaturen auch noch durchweg sechs Tage die Woche geöffnet“, berichtet Inhaber Sören Fuhrmann. Mitte März wurden die Öffnungszeiten dagegen auf drei Tage die Woche reduziert. „Man merkte ganz eindeutig, dass weniger Kunden in das Geschäft kamen. Und wenn dann nur im Notfall. Wichtig war es, den Kunden kurzfristig und schnell zu helfen.“

Den Kunden merkte das Team vom Optikhaus die Angst und Unsicherheit in dieser Zeit an. „Man rief uns vorab an und erkundigte sich, ob und wann sie kommen können.“ Per Terminvergabe spielte sich der neue Alltag schnell ein – nun herrscht schon eine gewisse Routine. „Wir als Team haben unsere Abläufe angepasst und auch die Kunden zeigen sich offen und verständnisvoll gegenüber den strengen Abstands- und Hygieneregeln“, so Fuhrmann.

Insgesamt seien aber immer noch weniger Kundenströme zu verzeichnen. Das liege aber auch daran, dass immer nur maximal zwei Kunden im Laden sein dürfen. „Auch benötigen wir mehr Zeit für die Hygiene und Reinigung aller Geräte und Brillen nach jedem Kunden“, betont Fuhrmann. Auch deshalb empfehle er weiterhin die Anfrage nach Terminen per Telefon. „So können wir die Kundenbetreuung und -beratung weiterhin individuell realisieren und keiner muss vor der Tür stehen und warten.“

Aktuell lohne sich ein Besuch im Optikhaus besonders. „Normalerweise stehen in den Monaten März und April unsere Sonnenbrillen hoch im Kurs. Da sich die Kunden mit Shopping zurückgehalten haben, halten wir jetzt die aktuellen Modelle zum Kennenlernen und Aufprobieren bereit. Extra Angebote gibt es bei den Sonnenbrillengläsern. Also einfach mal reinschauen“, fordert Fuhrmann auf.

Kontakt

Optikhaus Oschatz
Lutherstraße 8, Oschatz
Telefon: 03435 621648
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr sowie Samstag von 9 bis 12 Uhr

Alleinunterhalter Roland Fischer

Anders sieht es bei Alleinunterhalter Roland Fischer aus. Die Krise traf ihn hart. Alle gebuchten Feiern für April und Mai wurden sukzessive abgesagt. „Die letzte hatte ich Anfang des Jahres – ein 100. Geburtstag in Leipzig. Danach war nichts mehr.“ Viele, die ihre Buchung zurückzogen, hatten einfach Angst. „Auch jetzt weiß keiner so richtig, ob und in welcher Größe Familienfeiern wieder erlaubt sind“, sagt er. Diese Unsicherheit sei zermürbend. Ob und wie es für ihn weitergeht, steht aktuell noch in Sternen. „Ich hoffe, dass im Juli oder August wieder starten kann.“ Anfragen unter 0175 1501314 seien möglich.

Als leidenschaftlicher Musiker ist für Roland Fischer die Situation gleich doppelt schlimm. Auch sein Chor – „Rolands lustige Freizeitsänger“ – kann sich nicht mehr treffen. „Wir sind wie eine große Familie. Wichtig ist den Mitgliedern nicht nur das Singen, sondern auch, dass sie miteinander schwatzen können.“ So gebe es vor dem musikalischen Teil immer erst einmal Kaffee und Kuchen und damit Raum für Gespräche. Auf dem Programm stehen neben Volksliedern auch Schlager und Stimmungslieder. „Das Singen in der Gemeinschaft fehlt uns“, betont er.

Wenn die Zeichen wieder auf Grün stehen und es sich getroffen werden kann, hofft Fischer auf neue Mitsänger. Wer vorbeikommen möchte: „Immer am ersten Montag im Monat singen wir in der ehemaligen Gaststätte „Schützenwiese“, Lichtstraße 6 in Oschatz.“

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von Nannette Hoffmann