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Die Akte Unister Betrug gegen Unister: Verurteilter Wilfried S. geht in Revision
Thema Specials Die Akte Unister Betrug gegen Unister: Verurteilter Wilfried S. geht in Revision
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17:57 04.04.2017
Wilfried S. (re.) mit seinem Verteidiger Martin Habig. Quelle: Kempner
Leipzig/Dortmund

Der in der vergangenen Woche wegen des Millionen-Betrugs gegen Unister verurteilte Wilfried S. will sein Urteil nicht akzeptieren. Verteidiger Martin Habig hat am Dienstag Revision eingelegt. Das bestätigte der Rechtsanwalt gegenüber LVZ.de.

S. war von der 16. Strafkammer am Landgericht Leipzig zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 69-Jährige die beiden Unistergesellschafter Thomas Wagner und Oliver Schilling in eine Falle nach Venedig gelockt hat. Dort erhielten die beiden Manager im vergangenen Sommer vom angeblichen Israeli Levy Vass als Anzahlung für einen Kredit über 15 Millionen Euro einen Koffer mit größtenteils Falschgeld, nur die oberste Lage war echt. Wagner übergab im Gegenzug 1,5 Millionen Euro für eine Ausfallversicherung. Auf dem Rückflug stürzten die beiden Betrugsopfer ab und starben. S. hatte zuvor bereits eine Geschäftsfrau aus dem Sauerland nach demselben Muster übers Ohr gehauen.

Ob der Prozess tatsächlich neu aufgerollt wird, ist derzeit allerdings noch offen. Habig will zunächst die genauen Urteilsgründe abwarten und dann entscheiden, ob er an der Revision festhält.

Parallel plant er eine Haftprüfungsbeschwerde. Sein Mandant sitzt bereits seit rund acht Monaten in Dresden in Untersuchungshaft. Zumindest bis zu einem möglichen regulären Haftantritt soll er laut Habig wieder auf freien Fuß kommen. Sollte das Urteil tatsächlich rechtskräftig werden, dann will der Verteidiger erreichen, dass der 69-Jährige seine Strafe im offenen Vollzug nahe seines Wohnortes Unna verbüßen darf.

Von Matthias Roth

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