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Die Akte Unister Insolvenzverwalter: Unister-Touristik zurück in der Gewinnzone
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19:02 01.12.2016
Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther: Unister schreibt wieder schwarze Zahlen Quelle: dpa / Privat
Leipzig

Die Reisesparte des Unister-Konzerns erwirtschaftet nach Angaben des Insolvenzverwalters Lucas F. Flöther wieder Gewinne. Wie die Kanzlei am Donnerstagabend mitteilte, seien damit wichtige Teile des vor rund fünf Monaten in die Zahlungsunfähigkeit gerutschten Internetunternehmens aus Leipzig wieder in den schwarzen Zahlen.

Im Geschäftsfeld Touristik liege der Umsatz Anfang Dezember nur noch knapp unter dem des Vorjahres. Zugleich seien die Ausgaben für Marketing deutlich gesenkt worden. Dennoch stiegen die Buchungen beim Unister-Reiseveranstalter Urlaubstours. Auch im Bereich Flüge verzeichnen die Umsätze seit dem Insolvenzantrag im Juli einen positiven Wachstumstrend, hieß es. „Nach den Insolvenzanträgen Mitte 2016 war die Lage äußerst prekär“, sagte Flöther. „Dass es nun wieder steil aufwärts geht, ist vor allem den Mitarbeitern zu verdanken. Weiteres Wachstum versprechen wir uns von der verstärkten Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen.“

Das Insolvenzgericht Leipzig hat nach Angaben Flöthers inzwischen das Insolvenzverfahren beim Portal ab-in-den-urlaub.de eröffnet. Dort sind aktuell noch 170 Mitarbeiter beschäftigt. Die Lohnkosten trage Unister nach dem Auslaufen des Insolvenzgeldes wieder selbst. Auch die Internetportale „Viva“ und „flug.de“ böten trotz des Insolvenzverfahrens ihre Dienste „im vollen Umfang weiter an“. Insgesamt beschäftigte der Konzern Ende Oktober noch 850 Angestellte. Zu Beginn der Insolvenz waren es noch 1100.

Insolvenzverwalter Flöther verhandelt derzeit mit Investoren über einen Verkauf von Unister und seinen Tochterunternehmen. Um einen möglichst hohen Preis zu erlösen, setzt die Kanzlei die Umstrukturierung und Neuausrichtung des Leipziger Internetunternehmens fort. Kern sei eine Konzentration auf die Sparten Flug und Touristik, hieß es. Die übrigen, nicht mit Tourismus beschäftigten Bereiche sollen ausgegliedert und einzeln verkauft werden. Dafür sei Zeit bis weit in 2017 hinein, hieß es.

Unister hatte nach dem tödlichen Absturz der Geschäftsgründer Thomas Wagner und Oliver Schilling Mitte Juli die Insolvenz eingeleitet. Der übrigen Gesellschafter sind zerstritten und konnten sich nicht über eine gemeinsame Fortführung des Betriebes einigen.

Von chg (mit dpa)

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