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Ein Licht im Advent Auszeit bei der Oschatzer Tafel: Aus Milon (5) wird ein kleiner Zuckerbäcker
Thema Specials Ein Licht im Advent Auszeit bei der Oschatzer Tafel: Aus Milon (5) wird ein kleiner Zuckerbäcker
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10:03 30.11.2019
Ausnahmsweise wird gebacken: Milon (Bildmitte) und die anderen Kinder haben auch beim Matschen mit Teig ordentlich Spaß. Quelle: Foto: Manuel Niemann
Oschatz

Kinderstimmen erfüllen den Saal in der Lichtstraße 6 – der Raum der Oschatzer Tafel lebt auf. Kinder quieken vor Freude, toben sich aus. Mittendrin: Der fünfjährige Milon, dessen alleinerziehenden Vater die OAZ mit der Spendenaktion „Ein Licht im Adventbeim Umzug in ein neues Leben unterstützt.

So können Sie spenden: Hier wird es erklärt.

Während Milon sich mit den anderen beim Kinderkochen vergnügt und in der Tafelküche klebrig-süßen Teig verrührt, hat Vater Jens Hanisch einen kurzen Moment für sich: „Vor 14 Tagen sind wir schon einmal hier gewesen, davor hat es wegen der Arbeit nicht geklappt“, sagt der 30-Jährige. Die Tochter von Tafel-Büromanagerin Birgit Friedrich habe ihn angesprochen und erzählt, dass es das kostenlose Angebot für Kinder gibt.

Oschatzer Tafel beteiligt sich an Hilfsaktion

„Ihr Mäuse, aber jetzt ein bisschen leise“, sagt Birgit Friedrich zu der Kinderschar, als sie dazustößt. Sie war es auch, die als die OAZ bei der Oschatzer Tafel, die unser Partner bei der Aktion ist, nachhakte, zuerst an den Alleinerziehenden und seine beiden Söhne dachte. Gemeinsam wollen wir mit unseren Lesern Jens Hanisch für seine Söhne ein neues Kinderzimmer einrichten.

„Weil ich der tiefsten Überzeugung bin, dass er das auch braucht“, sagt Friedrich noch einmal fest und erklärt danach das Küchengewusel unter dem Tafeldach: „Das Kinderkochen gibt es schon viele Jahre. Durch einen Personalwechsel haben wir einmal kurz pausiert.“

Milon (5) hilft mit: Weil ein Kind Geburtstag hat und Kuchen für seine Mitschüler will, wird beim Kinderkochen der Tafel gebacken. Quelle: Manuel Niemann

Kinder kochen regelmäßig in der Lichtstraße

Seit September laufe das Projekt wieder regelmäßig am Dienstag von 15 bis 17 Uhr. „Momentan haben wir so sieben bis zwölf Kinder, aber wir hätten gern mehr.“ Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren. „Auf Wunsch können die Eltern natürlich auch dabei bleiben, wenn sie sich noch nicht so geborgen fühlen.“

Nicht immer wird gekocht: So wird heute ausnahmsweise gebacken, weil ein Kind, das Geburtstag hat, gern einen Kuchen mit in die Schule nehmen möchte. Es gab bereits auch eine Halloween-Party („Da war richtig was los!“) oder auch themenspezifische Nachmittage: Wo kommt der Apfel her, die Kartoffel oder was ist alles in den Lebensmitteln drin?

Lust und Freude an gesunder Ernährung wecken

Das muss sich natürlich auch ein wenig danach richten, welche Lebensmittel die Tafel gerade rein bekommen hat: „Jetzt zu Weihnachten müssen wir gucken, da haben wir nicht unbedingt alle Zutaten da“, beschreibt Friedrich. „Aber bis jetzt geht es, sodass jedes Kind kommen kann und wir das sponsern.“

Lust und Freude an gesunder Ernährung sollen geweckt werden, neben frisch gekochtem Apfelkompott gibt es aber auch einmal selbst zusammengestellte Burger. Die Kinder stehen dafür natürlich nicht selbst am Herd, aber helfen fleißig mit, indem sie Gemüse schnippeln und alles vorbereiten. Dazu gehört auch, etwas Verantwortung zu übernehmen beim gemeinsamen Eindecken, Essen und Abwaschen.

Neues lernen und zusammen die Küche und Lebensmittel entdecken: Die Oschatzer Tafel bietet das regelmäßig für Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren an. Quelle: Manuel Niemann

Tafelbesuch schafft Lebensqualität

Im Prinzip ähnele das dem Ansinnen der Tafel, Menschen wieder etwas mehr Lebensqualität zu verschaffen, indem der Verein ihnen gespendete Lebensmittel zukommen lässt. Auch wenn mancher sich scheue – vor allem bei jungen Menschen und Rentnern beobachte sie das –, die Lebensqualität sinke nicht, wenn man zur Tafel gehe: „Weil sie sich einfach mal wieder etwas gönnen können.“

Ein Cafébesuch, der so sonst vielleicht nicht möglich wäre oder auch einmal in ein Museum zu gehen, das bringe Menschen zurück in die Gemeinschaft, so wie Kinder wie Milon hier für ein paar Stunden miteinander herumtollen und etwas lernen können, ohne dass das geringe Budget der Eltern eine Rolle spielt.

Die nächsten Termine für Kinder bei der Oschatzer Tafel:

Während der Weihnachtszeit bleibt die Tafel-Küche kalt, dafür gibt es am Dienstag, dem 3. Dezember um 15 Uhr einen Bastelnachmittag.

Gebastelt werden Windlichter und Bilderrahmen, in die später die Bilder reinkommen sollen, die ein Fotograf zur Weihnachtsfeier knipst – als Weihnachtsgeschenk für Eltern oder Großeltern.

Diese Feier findet am Dienstag, dem 17. Dezember, ab 15 Uhr für die Kinder statt. Gerüchteweise hat sich ein weißbärtiger Geselle ebenfalls dazu angekündigt.

Von Manuel Niemann

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