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Ein Licht im Advent Die Zukunft kann kommen: Jens Hanisch und Sohn Milon (5) sind bereit für den Umzug
Thema Specials Ein Licht im Advent Die Zukunft kann kommen: Jens Hanisch und Sohn Milon (5) sind bereit für den Umzug
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12:04 23.11.2019
Vater und Sohn vor dem Umzug: Jens Hanisch und Milon packen gemeinsam. Quelle: Manuel Niemann
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Oschatz

Noch ein knapper Monat bis zu Weihnachten und Jens Hanisch und Sohnemann Milon (5) sind eifrig am Packen. Doch statt Geschenke mit Schleifen zu verzieren, wird bei ihnen größer geklotzt: Kisten türmen sich in der kleinen Dachgeschosswohnung in Oschatz. Die ist zu klein geworden. Der Umzug steht an. Die kleine Familie hofft auf einen Neubeginn, bei dem die OAZ-Aktion „Licht im Advent“ sie unterstützen möchte.

So können Sie spenden: Hier wird es erklärt.

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„Das war ursprünglich anders geplant“, sagt Hanisch. Dass er es sich für sich und seine Söhne anders gewünscht hatte, steht außer Frage. Das kleine Kinderzimmer auf vielleicht zehn Quadratmetern Fläche, das zusätzlich Dachschrägen einengen, sollte eigentlich nur dazu dienen, die Kinder am Wochenende ab und zu zu sich zu nehmen – „wegen der Arbeit“, erklärt er.

Neuanfang mit neuer Wohnung

Doch das kam anders: Seit seine Beziehung in die Brüche ging, kümmert er sich allein um Milon, der dreijährige Ryan Joel hingegen lebt zur Zeit noch in einer Wohngruppe der Lebenshilfe für behinderte und gesunde Kinder. Ein Kompromiss, auf den er sich einlassen musste.

„Wie es eben so ist“, sagt Hanisch knapp, der nun nach vorn blicken und für die beiden Jungs ein Zuhause schaffen müsste. Eine neue, größere Wohnung hat er nach langer Suche in der Stadt gefunden. Nun geht es daran, Plüschtiere in Säcke zu stopfen, den Schrank im Kinderzimmer auszuräumen und die Möbel abzubauen.

Mit Feuereifer: Der fünfjährige Milon hilft seinem Vater beim Packen für den Umzug in die neue Wohnung. Quelle: Manuel Niemann

Vater und Sohn arbeiten Hand in Hand

Doch es gibt Startschwierigkeiten: „Dickkopf“ neckt er den Kleinen, der noch so gar nicht an den Umzug denken möchte: „Bleibste alleine in der Wohnung? Zieht Papa alleine um?“ Es dauert gar nicht lang, bis der Fünfjährige fleißig mithilft: Seine Kuscheltiere packt er in die Tüte, die sein Vater offen hält, die Sachen aus seinem Schrank stopft er munter in eine Kiste. Vater Jens staunt indes, wie viel sich in der Kürze der Zeit angesammelt hat.

Auch wenn sein Budget begrenzt ist, seine Kinder sollen offenkundig nichts missen. Das heißt dann, darauf zu achten, wo vielleicht mal etwas gesenkt ist oder dort einzukaufen, wo es Waren günstiger gibt. „Im September habe ich auf dem Flohmarkt geguckt, weil da gibt es mitunter auch schöne Sachen wie diese warme Jacken oder die Hosen“, sagt er, während Milon genau die in der Kiste verstaut.

Auch für die Puppen und Kuscheltiere geht es – gut verpackt – auf die Reise in das neue Zuhause. Quelle: Manuel Niemann

Auch das Feuerwehrbett muss mit

Auch das Feuerwehrbett soll schnell noch demontiert werden. Milon lässt die Blaulichter, die sein Vater dort für ihn und seinen Bruder angebracht hat, noch ein letztes Mal rotieren. Jens Hanisch hatte es gebraucht gekauft und eine aufgequollene Stelle mit ein paar Handkniffen und Klebefolie wieder in Schuss gebracht: „Die kostet auch drei bis fünf Euro, das war eine Hundearbeit“, beschreibt er die Frickelei und lässt zugleich durchblicken, dass er rechnen muss. Alleinerziehend zu sein heißt, auch wenn er Arbeit als Klempner hat, dass er eben oft nicht Vollzeit arbeiten kann, weil Zuhause die Vaterpflichten rufen. Mit nur einem Gehalt wird es da manchmal eng.

„Das Bett war noch in gutem Zustand, mit einem Lattenrost für 100 Euro. Wenn man mal guckt, was die neu kosten, ist das beinahe geschenkt“, sagt Jens Hanisch, und die Freude, es bekommen zu haben, leuchtet noch einmal kurz auf, bevor er sich in den Abbau vertieft.

Hand in Hand: Jens Hanisch und Milon machen das Feuerwehrbett transportfertig. Quelle: Manuel Niemann

OAZ hilft bei Wunschzimmer für die Kinder

Sohn Milon geht ihm zur Hand – nachdem Papa ihn auf seine Art überzeugt hat:„Lassen wir die Möbel hier? Willst du dann in Zukunft auf dem Fußboden schlafen? Das wird kalt!“, fragt er geduldig. Natürlich will Milon, so vor die Wahl gestellt, das nicht. Schon im nächsten Moment hat der aufgeweckte Junge selbst den Schraubenzieher in der Hand. Schließlich bleibt nicht mehr viel Zeit, bis die neue Wohnung bezogen sein muss.

Mit „Ein Licht im Advent“ möchte die OAZ dem alleinerziehenden Vater und seinen Söhnen unter die Arme greifen: Zusammen mit unseren Lesern wollen wir ihnen ein Kinderzimmer ermöglichen – mit einem Hochbett und einem Schreibtisch für Milon, dessen Einschulung näher rückt. Helfen Sie mit, die Kinder zum Strahlen zu bringen!

Von Manuel Niemann