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"Ein Licht im Advent" 2017 Hilfe für Heimkinder in Sornzig – Wohngruppe träumt von Urlaubsreise
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17:14 17.11.2017
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Sornzig

Wenigstens einmal im Jahr gemeinsam in den Urlaub fahren, von allem abschalten und die Verbindung untereinander stärken. Das ist ein großes Ziel der Wohngruppe Bauernhof Sornzig. Doch das auch tatsächlich umzusetzen, ist nicht einfach. Denn finanzielle Unterstützung gibt es für ein solches Anliegen kaum. Auch in diesem Jahr war es nur schwer zu meistern, da viel Geld in die dringend nötigen Reparaturarbeiten des Busses für die Jugendgruppe gesteckt werden musste.

Zusammenarbeit mit evangelischer Jugendhilfe Obernjesa

Mit der Aktion „Ein Licht im Advent“ will die Oschatzer Allgemeine Zeitung in diesem Jahr den Kindern mit einer Reise in die Ferien eine Freude machen. Daher arbeitet die OAZ in diesem Jahr mit der Evangelischen Jugendhilfe Obernjesa zusammen, die Träger des Kinderheims in Borna bei Oschatz sowie zweier Außenwohngruppen mit Kindern und Jugendlichen auf einem Bauernhof bei Sornzig ist. „Mit den Spenden aus der Aktion ‚Ein Licht im Advent‘ können wir den Kindern etwas mehr bieten. Jeder Cent kommt den Kindern zugute“, sagt die pädagogische Leiterin der Einrichtung Christine Kettner.

Zwei Gruppen mit jeweils neun Kindern

Auf dem Vierseithof in Sornzig der Evangelischen Jugendhilfe Obernjesa-Borna gGmbH leben derzeit in zwei Gruppen jeweils neun Kinder im Alter von null bis sechs („EJO-Küken“) und sechs bis 17 Jahren, die nach und vor Schul- beziehungsweise Kindergartenbeginn rund um die Uhr betreut werden.

Die gut sanierten Gebäude bieten umfangreichen Wohnraum, daneben großzügig angelegte Stallgebäude und einen großen Garten. Das Wohnhaus, in dem die neun großen Kinder und Jugendlichen leben, verfügt über rund 300 Quadratmeter Wohnfläche. So hat jedes Kind sein eigenes Zimmer und auch noch genügend Platz zum Spielen.

Eltern stecken in Lebenskrisen

„Die Kinder sind bei uns, da ihre Eltern in Lebenskrisen stecken, die sie nicht alleine bewältigen können. Unser Hauptanliegen ist es, die Kinder wieder in ihr Elternhaus zurückzuführen. Leider gelingt dies nicht immer“, bedauert Teamleiter Thomas Pietsch. Umso wichtiger ist es für ihn und den anderen Mitarbeitern, den Kindern einen geregelten Alltag zu bieten. Da gehört auch in der Schulzeit das gemeinsame Frühstück dazu. „Wir wecken die Kinder rechtzeitig, damit es im Bad kein Gedränge gibt. Das Frühstück wird bereits am Abend zuvor vorbereitet. Nach der Schule haben sie etwas Zeit, um runter zu fahren und zu entspannen.“ Gemeinsam mit den Erziehern geht es dann an die Hausaufgaben. „Gerade die Jüngeren brauchen oft noch Hilfe bei den Aufgaben oder beim Lernen. Die Größeren machen ihre Hausaufgaben meist für sich.“ Spielen steht am Nachmittag auf dem Programm, zusammen wird Abendbrot gegessen und dann zu Bett gegangen. „Ein ganz normaler Tag eben“, betont Thomas Pietsch.

An den Wochenenden ist das gemeinsame Kochen mit den Kindern, die nicht zu ihren Eltern fahren, zu einem kleinen Ritual geworden, während die Nachmittage abwechslungsreich gestaltet werden. „Im Sommer haben die Kinder oft den Pool genutzt, wir fahren zusammen in den Wald und unternehmen dort Spaziergänge, fahren auch mal in das PC nach Leipzig oder gehen draußen Fußball spielen. Außergewöhnliche Sachen sind nur gelegentlich mal möglich. Die Kinder würden gerne auf die Go-Kart-Bahn oder in das Belantis fahren. Doch das ist sehr teuer und für uns nicht zu stemmen.“

Alle zwei Wochen Urlaub bei den Eltern

Alle zwei Wochen werden die Kinder, die zu ihren Eltern können, „beurlaubt“. Dies fördert den familiären Zusammenhalt und soll die mögliche Rückkehr in die Familie vorbereiten. „Für die Kinder ist es natürlich nach einem solchen Wochenende nicht leicht, ihren Eltern auf Wiedersehen zu sagen. Da fließen auch mal Tränen. Doch für die Eltern ist es nicht möglich, ihre Kinder zu versorgen. Es gibt auch viel zu wenige Pflegefamilien. Am Besten ist es natürlich, wenn die Kinder zu ihren Familien zurück können. Wir arbeiten daher auch sehr gut mit dem Jugendamt Nordsachsen zusammen“, so Thomas Pietsch.

Die Wohngruppe befindet sich bereits seit 1998 auf dem Vierseit-Bauernhof. Dieser wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Sornzig erbaut. Die Kinder besuchen die Schulen der Region – Grundschule Mügeln und Neusornzig, Lernförderschule Oschatz, Oberschule Mügeln und Wermsdorf.

Nun steht die Weihnachtszeit vor der Tür. „Viele Kinder sind in den Gruppen zu einer richtigen kleinen Familie verwachsen. Wie bei anderen Familien auch spielt da natürlich die Weihnachtszeit eine wichtige Rolle, denken auch die Kinder über Vergangenes aus dem Jahr nach und grübeln über die Zukunft“, sagt Christine Kettner.

Gemeinsames Plätzchen backen

Die Kinder und ihre Erzieher haben während der Vorweihnachtszeit einiges vor. „Dieses Jahr wollen wir mit den größeren Bewohnern einen eigenen Weihnachtsbaum schlagen gehen. Diesen wollen wir natürlich zusammen schmücken. Auch die Räume werden gemeinsam dekoriert. Aber besonders freuen sich die Kinder auf das Plätzchen backen“, sagt der Teamleiter.

Die OAZ will die Kinder der Sozialpädagogischen Wohngruppe Sornzig bei den Weihnachtsvorbereitungen auf dem Bauernhof begleiten, um so auch den Alltag in der Gruppe vorzustellen.

Wer den Kindern die Freude über einen gemeinsamen Urlaub ermöglichen möchte, kann die Gelegenheit jetzt nutzen. Denn jede Spende zählt. So bringen auch Sie den Kindern der Wohngruppe ein „Licht im Advent“.

Von Kristin Engel