Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Ein Licht im Advent Ein Bus der Hoffnung für den Zwischenstopp in Bockelwitz
Thema Specials Ein Licht im Advent

"Ein Licht im Advent": Ein Bus der Hoffnung für den Zwischenstopp in Bockelwitz

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 14.11.2020
Probesitzen im noch fehlenden Kleinbus: Ergotherapeut Michael Köste, Deike Weinert von der Diakonie und der DAZ-Redakteur bauten mit den jungen Männern im Projekt einen offenen Bus aus Stühlen und alten Wartburg-Teilen, an dem sie in der Ergotherapie schrauben. Quelle: Sven Bartsch
Anzeige
Döbeln

„Was wünschst du dir zu Weihnachten“, fragt der Vater seinen Sohn. „Ich wünsche mir, dass du immer so bleibst, wie du jetzt bist.“ Dieser Satz sagt für Michael Köste sehr viel darüber aus, wie der Vater vorher war. Bei einer gemeinsamen Wanderung der Zwischenstopp-Gruppe fanden Vater und Sohn auf diese Weise zueinander. Der 40-Jährige war da schon auf gutem Weg, ein guter Vater für seinen Jungen zu werden.

Michael Köste (51) betreut als Ergotherapeut die acht bis neun Männer zwischen 18 und 50 Jahren im Projekt „Zwischenstopp“ in Bockelwitz. Und auch er hat einen Weihnachtswunsch für seine Jungs: Einen Kleinbus, der ihnen in der Gruppe ein paar mehr Möglichkeiten der Lebensgestaltung bietet. Dafür bitten wir Sie, liebe Leser, in diesem Jahr bei unserer Aktion Licht im Advent um Unterstützung.

Anzeige

Erwachsene Männer – Teenager im Kopf

Michael Köstes Jungs haben alle eine Geschichte, die mit Alkohol und Drogen zu tun hat und die oft zutiefst bewegt, weil sie Familien schwer belastet. Durch sehr frühen Kontakt mit Drogen stehen oft ausgewachsene Männer vor ihm, die im Kopf auf Teenagerniveau geblieben sind. Dazu hilflose Eltern, die nicht weiter wissen, aber ihr erwachsenes Kind auch nicht aufgeben wollen. Doch im „Zwischenstopp“ geht es nicht um Mitleid, sondern um Auswege aus der Sucht in ein neues Leben ohne Drogen und Alkohol. Die Männer kommen aus dem qualifizierten Entzug im Krankenhaus Hochweitzschen. In den drei Wochen dort haben sie sich entschieden, dass sie dieses suchtbestimmte Leben hinter sich lassen wollen. Es ist ein langer Weg.

Therapeut Michael Köste hofft auf Unterstützung für seine „Jungs“ im Zwischenstopp in Bockelwitz. Ein Kleinbus soll im Alltag der Wohngruppe helfen. Quelle: Sven Bartsch

Überdurchschnittliche Erfolgsquote

Der „Zwischenstopp“ ist eine Auffangstation auf dem Weg zu einer Langzeittherapie. Oft braucht es mehrere Anläufe. Denn wer nach der Entgiftung in sein altes Umfeld zurückkehrt, ist meist schnell wieder im verhängnisvollen Kreislauf. Drehtüreffekt nennen das die Psychologen. Zwischenstopp will dafür die Hintertür sein. Die Erfolgsquote des Projektes liegt bei überdurchschnittlichen 60 bis 70 Prozent. Die Männer im Zwischenstopp haben für sich klar entschieden, ein trockenes und cleanes Leben führen zu wollen und vor allem haben sie das glaubhaft machen müssen. Denn die Plätze sind rar und die Regeln klar.

Klare Strukturen, klare Regeln

Im Zwischenstopp lernen die Männer wieder eine Tagesstruktur. Sie leben in einer Wohngemeinschaft, planen gemeinsam Einkäufe und das gemeinsame Essenkochen, gehen vier Tage die Woche für knapp 15 Stunden in der Döbelner Möbelbörse arbeiten. Zu ihrem Leben gehören aber auch Hofarbeiten, Suchtberatung sowie handwerkliche kreative Arbeiten in der Ergotherapie, tägliche Atemkontrollen auf Alkoholgeruch und Drogentests. „Insgesamt geht es darum, den Männern zu zeigen, dass es außer Fernsehen noch so vieles gibt, was Freude bereiten kann. Das geht ja allen Menschen so. Wir entscheiden, ob wir nach der Arbeit noch in die Volkshochschule, zum Fußballverein, zum Schach oder ins Fitnessstudio gehen“, sagt Michael Köste. Als ehrenamtlicher Fußballtrainer im Jugendbereich weiß er selbst sehr gut, dass das beste Mittel gegen Suchtgefahren eine sinnstiftende Freizeitgestaltung ist.

Nachmittags fährt der letzte Bus

Die Abgeschiedenheit des Hofes ist zum einen ein Vorteil. Weit und breit kein Geschäft und keine Tankstelle, um etwa im Suchtdruck Alkohol zu besorgen. Morgens um 7.47 Uhr fahren die Männer im Bus über Leisnig zur Arbeit nach Döbeln. Am frühen Nachmittag geht es per Bus zurück. Doch der letzte Bus von Leisnig nach Bockelwitz fährt in der Schulzeit um 17.12 Uhr, in den Ferien um 15.12 Uhr und am Wochenende gar nicht. Das heißt, jegliche Aktivitäten sinnvoller Freizeitgestaltung, Arztbesuche, Einkäufe in der Gruppe oder im Sommer das Baden im Leisniger Freibad sind nach 15 Uhr nicht drin.

Deshalb soll unser „Licht im Advent dem Zwischenstopp einen wichtigen Spendenanteil für die Anschaffung eines Kleinbusses einbringen.

So spenden Sie richtig

Zum fünften Mal bitten wir Sie, liebe Leser, im Rahmen der LVZ-Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ um Ihre Unterstützung für Menschen in Not.

Die LVZ-Aktion startet am 14. November und geht bis zum 13. Dezember 2020.

Besonders in diesem besonderen Jahr ist jede kleinere und große Spende wichtig. In allen LVZ-Lokalredaktionen gibt es Hilfsprojekte, die wir mit Ihrer Geldspende unterstützen wollen.

So spenden Sie richtig:

Füllen Sie einen Überweisungsschein aus:

Zahlungsempfänger: LVZ-Spendenaktion

Verwendungszweck: (Tragen Sie hier den Namen des Projektes ein, das Sie unterstützen möchten.)

LVZ City: „Wunderfinder“

LVZ Borna: „Bärenherz“

LVZ DEK: „Urlaubstraum von Liam“

LVZ MTL: „Waisenjunge Max“

OAZ: „Fahrradausbildung“

OVZ: „Wohngruppe Meuselwitz

Sie tragen bitte Ihren Betrag ein, den Sie spenden möchten, und überweisen diesen an:

IBAN: DE89 8605 5592 1090 2297 19

BIC: WELADE8LXXX

ACHTUNG: Spenden für das Döbelner Projekt „Hilfe für Suchtkranke“ überweisen Sie bitte auf folgendes Konto:

Diakonie Doebeln

IBAN: DE42 8605 5462 0391 0160 24

BIC: SOLADES1DLN

Verwendungszweck: DAZ: Hilfe für Suchtkranke

Spendenbescheinigung:

Bis 200 Euro gilt die vollständig ausgefüllte Quittung im Original zusammen mit dem Bareinzahlungsbeleg oder Kontoauszug Ihrer Bank als Spendenbescheinigung für das Finanzamt.

Bei Überweisungen mit Ihrer kompletten Adresse gehen wir davon aus, dass Sie eine Spendenbescheinigung vom Partnerverein möchten. Zur Erstellung der Spendenquittung übermitteln wir Ihre Adressdaten und Spendenhöhe an den Partnerverein.

Spendernamen:

Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Sollten Sie das nicht wünschen, dann tragen Sie bitte auf dem Überweisungsschein „ANONYM“ ein.

Im Nachhinein können Sie 24 Stunden nach der Überweisung der Namensveröffentlichung unter der Email: lesermarkt@lvz.de widersprechen.

Spendenübergabe:

Die LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ geht vom 14. November bis 13. Dezember 2020. Anschließend wird der Gesamtbetrag unserem Partnerverein für das Hilfsprojekt übergeben. Wir berichten regelmäßig über die konkrete Hilfsaktion.

Überschuss an Spenden:

Sollten mehr Spenden zusammenkommen, als für das konkrete Hilfsprojekt benötigt wird, so geht das übrige Geld ebenfalls an unseren Projekt-Partnerverein.

Das Projekt „Ein Licht im Advent“ wird unterstützt von der Sparkasse Leipzig.

Hier finden Sie Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten gemäß DSGVO. Informationspflicht nach Art. 13 DSGVO.pdf

Von Thomas Sparrer