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Ein Licht im Advent Ein Licht im Advent: Oschatzer Verkehrsengel bringen Kinder sicher durch den Verkehr
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Ein Licht im Advent: Oschatzer Verkehrsengel bringen Kinder sicher durch den Verkehr

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11:00 21.11.2020
Voll bei der Sache: Die siebenjährigen Joel (links) und Leon im Verkehrsgarten der Verkehrswacht Oschatz. Quelle: Foto: Kristin Engel
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Oschatz

Mit dem Fahrrad durch den Verkehrsgarten radeln. Ja, das wäre was, dachten sich vor wenigen Tagen die drei Schüler Lukas (13 Jahre), Nils und Kenny (zehn Jahre). Ab und an kommen die Jungs her, um etwas über den Platz zu fetzen, Tricks zu üben, aber auch um sich das Gelernte aus der Fahrradausbildung mit der Verkehrswacht in Erinnerung zu rufen.

Teststrecke in Oschatzer Verkehrsgarten

„Leider konnten wir durch Corona nur die schriftliche Prüfung, aber nicht die praktische machen, bevor Nils und ich in die fünfte Klasse kamen. Das war schon schade. Aber auch hier versuchen wir, etwas zu lernen, so wie die acht Punkte des Abbiegens“, sagt Kenny, bevor die drei wieder nach Hause radelten.

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Kenny, Nils (zehn Jahre) und Lukas (13 Jahre) im Verkehrsgarten in Oschatz. Quelle: Kristin Engel

Auch die siebenjährigen Jungs Leon und Joel düsen über die Teststrecke. Verschiedene Hürden wurden hier errichtet. So lernen sie das Slalom fahren, das Radeln über die Wackelstrecke sowie über die Wippe. Alles ein Angebot der Verkehrswacht Oschatz. „Wir haben schon einiges beigebracht bekommen. So machten wir bereits den Rollerpass und wir lernten, was die Verkehrsschilder bedeuten“, sagt Leon. Das wurde auch gleich mal getestet. „Das Schild da...“ – Joel zeigt mit dem Finger auf eines der Schilder – „das viereckige mit dem weißen Rand und der gelben Mitte. Das hat schwarze Streifen. Das bedeutet, dass man hier keine Vorfahrt hat.“ Auch bei der Busschule der Verkehrswacht waren die beiden dabei.

Die Geburtsstunde der Oschatzer Busschule

Die Idee der Busschule wurde von der Omnibusverkehrsgesellschaft Heideland (OVH) im Jahr 2001 geboren. „Damals war ich Praktikant bei der OVH und Dietmar Vogel war Geschäftsführer“, erinnert sich Andreas Neumann, der bei der Verkehrswacht Oschatz Schatzmeister im Vorstand ist. „Wir hatten eine Veranstaltung mit der Unfallkasse Sachsen an der Grundschule in Dahlen. Damals kamen einige Anfragen von Kindereinrichtungen mit der Bitte, eine Busschule zu organisieren.“

So plante die OVH bis zu 50 Busschulen für Vorschulkinder im Altkreis Torgau-Oschatz im Jahr (in diesem Jahr waren es aufgrund der besonderen Umstände nur sechs) – in Oschatz seit zehn Jahren immer in Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht Oschatz und dem Polizisten Andreas Krusche. Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) sorgt für anschauliches und kindgerechtes Infomaterial.

Verkehrswacht hat auch ein Herz für Senioren

Hinzu kommen die Seniorenbusschulen. „Für Senioren ist eine solche Busschule wichtig, um ihnen die Angst zu nehmen. Sie wollen wissen, ob sie mit Rollator oder anderen Gehilfen mit dem Bus fahren können. Wie funktioniert es? Wie geht das mit den Fahrkarten? Und viele Fragen mehr. Das Angebot kommt sehr gut an. Es erleichtert ihnen das tägliche Leben und bietet auch etwas Abwechslung“, so Andreas Neumann.

Mit Andreas Krusche vom Polizeirevier Oschatz über Paul (l.) und Richard aus dem Kindergarten das richtige Verhalten im Bus. Quelle: Christian Kunze

Busschule mit Kindern sieht anders aus. Hier geht es bereits um den Weg zum Bus beziehungsweise um den Weg vom Bus zur Schule. „Wir bringen den Schülern bei, wie sie richtig in den Bus einsteigen und wie sie sich im Bus zu verhalten haben. Das bedeutet: Nicht schreien oder umherlaufen, nicht mit dem Busfahrer sprechen, nicht essen und trinken, erst aufstehen, wenn der Bus gehalten hat.“

Wie verhalte ich mich richtig in Schulbus?

Das kommt auch den beiden Schülern Leon und Joel bekannt vor. „Bei der Busschule wurde uns wirklich viel erklärt. Wir lernten, wie wir uns im Bus zu verhalten haben. Dass wir sitzen bleiben müssen, bis der Bus stehen bleibt, ist wichtig. Es wurde eine Puppe nach ganz hinten gesetzt. Als der Fahrer bremste, ist die Puppe ziemlich weit nach vorn gefallen“, erinnert sich Leon und Joel ergänzt: „Wir erfuhren auch, wo wir unseren Ranzen hinstellen sollen. Wenn kein Platz frei ist, muss man sich gut festhalten.“ Während Joel noch nicht so häufig mit dem Bus in die Schule gefahren ist, fährt Leon bereits seit der zweiten Schulwoche allein. Das das so sicher klappt, verdankt er auch der Busschule.

Andreas Neumann, Disponent der Omnibusverkehrsgesellschaft Heideland und Mitglied der Verkehrswacht Oschatz, übt mit den Kindern der Tagesstätten "Unterm Regenbogen" und "Am Holländer" das richtige Verhalten am und im Bus. Quelle: Christian Kunze

Prävention ist sehr wichtig. Die meisten Unfälle mit Kindern passieren auf dem Weg zur Schule, zum Bus und nach Hause. Hier in Oschatz ist in den 17 Jahren, in denen ich das schon mache, noch nichts wirklich schlimmes passiert. Ich denke, dass wir auch etwas dazu beigetragen haben“, sagt Andreas Neumann.

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Prävention zu leisten – das ist es, was sich neben der OVH und der Polizei auch die Verkehrswacht Oschatz auf die Fahne geschrieben hat. Sie leisten viel für die Gemeinschaft und sorgen für mehr Sicherheit auf den Straßen. Im Rahmen der Aktion „Ein Licht im Advent soll der Verein Unterstützung bekommen. Um ihr Angebot zu erweitern hoffen sie, bald einen Fahrradausbildungssimulator erwerben zu können, um die Kinder auf den Straßenverkehr noch besser vorbereiten zu können.

So spenden Sie:

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Zahlungsempfänger: OAZ-Spendenaktion

Verwendungszweck: „Fahrradausbildung“

Sie tragen bitte Ihren Betrag ein, den Sie spenden möchten, und überweisen diesen an:

IBAN: DE89 8605 5592 1090 2297 19

BIC: WELADE8LXXX

Von Kristin Engel