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Ein Licht im Advent Flut stürzt Grimmaer in Not – Geld für barrierefreies Bad fehlt
Thema Specials Ein Licht im Advent Flut stürzt Grimmaer in Not – Geld für barrierefreies Bad fehlt
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10:09 23.11.2019
Monika und Frank Lehmann in der Luise-Urbaniak-Straße sind trotz ihrer Alltagsprobleme glückliche Menschen. Quelle: Frank Schmidt
Grimma

Sie hatte sich so sehr auf ihre bevorstehende Rente gefreut, wollte endlich mehr Zeit vor allem mit ihren Enkeln verbringen. Doch dies war ihr nicht vergönnt. Beate Bahnert (64) starb im Frühjahr plötzlich und unerwartet. Für ihre Angehörigen, Freunde und Kollegen bedeutete ihr viel zu früher Tod ein harter Schlag. Leidenschaftlich leitete sie das Trauercafé, war einfühlsame Trauerrednerin und engagierte sich für Hinterbliebene verstorbener Kinder.

Diakonie berät Ehepaar in finanziellen Nöten

Bei der Diakonie Leipziger Land machte sich Bahnert vor allem als jederzeit umsichtige Koordinatorin in der Katastrophenhilfe einen Namen. Jahrelang betreute sie Flutopfer, bei denen staatliche Hilfsgelder nicht ausreichten. In der damals stark betroffenen Grimmaer Altstadt kümmerte sie sich bis zuletzt auch umMonika und Frank Lehmann. Es ist jenes Ehepaar, für das LVZ-Leser in der Aktion „Ein Licht im Advent“ seit einer Woche spenden.

Beate Bahnert kümmerte sich bis zuletzt um die Lehmanns. Quelle: privat

Christel Motzkus ist Mitarbeiterin in der Diakonie-Schuldnerberatung. Mit Karin Würker vom Landratsamt hält sie den Kontakt zu den beiden Erwerbsunfähigkeitsrentnern. Frank ist 62 und gesundheitlich stark angeschlagen. Monika ist 60, schwer behindert, kann weder lesen noch schreiben. Beide sehnen sich nach einem barrierefreien Bad. So würde Frank, der seine Partnerin auf Schritt und Tritt stützen muss, endlich entlastet, und Monika könnte wieder selbstständig duschen.

Schulden in Höhe von einigen Tausend Euro

Sie betreue nicht wenige Schuldner, sagt Christel Motzkus: „Die Lehmanns sind jedoch die einzigen, die durch das Hochwasser langfristig in finanzielle Nöte geraten sind.“ Nach der Flut 2013 kam das Paar in Grimma-Süd unter: „Herr Lehmann wollte mit seiner Frau möglichst schnell wieder in die eigenen vier Wände. Und so begann er zu früh mit dem Wiederaufbau. Weil das alte Gemäuer noch nicht ausreichend getrocknet war, fielen Arbeiten doppelt an. Zu allem Unglück konnte die Bank dadurch einzelne Rechnungen nicht anerkennen.“

Christel Motzkus von der Schuldnerberatung der Diakonie unterstützt das Grimmaer Ehepaar Lehmann. Quelle: Haig Latchinian

Somit liefen Schulden in Höhe von einigen Tausend Euro auf. Ein großes Problem für die Lehmanns, weiß auch der leitende Mitarbeiter bei der Diakonie, Tobias Jahn. Im Normalfall kämen sie mit ihrer Rente geradeso hin, könnten sogar noch etwas beiseite legen. Durch immer neue Krankheitsschübe bei Monika seien jedoch Medikamente und Behandlungen nötig, deren Kosten die Krankenkasse nicht komplett erstatte. In der Folge würden Ersparnisse sofort aufgefressen.

Eine behindertengerechte Dusche könnten sie sich niemals leisten, sagt Christel Motzkus. „Dabei wäre sie so unendlich wichtig. Sie käme einem Erfolgserlebnis gleich, das sich die Lehmanns mehr als verdient hätten“, sagt die Sozialarbeiterin. Sie würdigt die Leistung des Ehepaares. Trotz zahlreicher Handicaps seien beide große Kämpfer und brauchten bis heute keinen Rollstuhl, wie zunächst irrtümlich berichtet. Sie ergänzten sich wunderbar: Er sei rund um die Uhr für seine Frau da, sie wisse seine Hilfe stets zu schätzen.

Vermächtnis der verstorbenen Kollegin lebendig

Es war die unvergessene Beate Bahnert, die sich noch in ihrem letzten Lebensjahr um die Lehmanns gekümmert hat. Als nahe Freunde im Sommer gemeinsam ihren 65. Geburtstag begangen hatten, lebte Beate Bahnert schon nicht mehr. „Wir haben sie alle sehr gemocht“, sagt Sozialarbeiterin Christel Motzkus. Wenn sie den Lehmanns mit Rat und Tat zur Seite stehe, spüre sie, dass dies ganz im Sinne ihrer verstorbenen Kollegin wäre. Auch deshalb wünscht sie der LVZ-Aktion gutes Gelingen.

Die Spender

Für Familie Lehmann in Grimma spendeten bislang – 10 Euro: Marion Pfefferkorn; Lothar und Andrea Röhner; 20 Euro: Uwe Balthasar; Eberhard und HanneloreHessel; Winfried und Karin Pezold; Bianca Reinmold-Noether; 30 Euro: Manfred und Regina Brehmer; Sven Brose; Ute Kasparek; Achmed und Irena Kipker; 50 Euro: Ernst und Eva Wolf; 100 Euro: Christoph und Regina Kanngiesser; Rene Schneider.

Von Haig Latchinian

Sie ist die gute Seele der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Altenburg-Nord: Janine Franke. Die Schulsozialarbeiterin hilft den Kindern und Jugendlichen bei Alltagsproblemen – und macht sich stark fürs Wir-Gefühl in Altenburg-Nord. Die OVZ-Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ soll der Schule ein Gesicht geben.

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