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Ein Licht im Advent In der Horizonte-Gärtnerei wird nicht nur gegärtnert
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11:41 11.12.2018
In der Horizonte-Gärtnerei grünt und blüht es auch im Winter: Alexandra Harnisch, Nadine Prömel und Lissy Kraatz (v.l.) haben nicht nur den grünen Daumen. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Draußen herrscht derzeit zwar diese bekannte nasskalte Tristesse, die Wintermonate nun einmal in Gärten mitbringen.

Aber drinnen in den Gewächshäusern an der Paditzer Straße herrschen angenehme Temperaturen – und grünt und blüht es.

Seit 1998, also seit genau 20 Jahren, betreibt hier auf rund 2300 Quadratmetern die Horizonte gGmbH eine Gärtnerei nebst Werkstatt. „Wir betreuen hier immer 18 bis 20 Klienten, die wegen ihrer psychischer Erkrankungen bei uns sind“, sagt Lissy Kraatz.

Die ausgebildete Ergotherapeutin ist seit 1998 in der Gärtnerei nebst Werkstatt, also vom ersten Tag an. Insgesamt vier Betreuer kümmern sich um die dort beschäftigten Menschen. „Allesamt ausgebildete Ergotherapeuten, Pfleger oder Erzieher mit zusätzlichen Ausbildungen, beispielsweise im sozialpsychiatrischen Bereich“, hebt Kraatz hervor.

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Oft mehrfache Erkrankungen

An der Paditzer Straße lernen die dort Betreuten sozusagen wieder, in einem normalen und strukturierten Leben Fuß zu fassen. „Oftmals rühren die psychischen Erkrankungen aus der Sucht hervor. Und egal, ob Alkohol oder illegale Drogen – alle zerstören sie ja eigentlich strukturierte Tagesabläufe“, sagt die Betreuerin.

Dass Drogen, egal ob legal oder illegal, die Ursache oder Auslöser der Erkrankungen sind, kommt immer häufiger vor. „Das ist ein über etliche Jahre zu beobachtendes Phänomen. Auch, dass die Betroffenen immer jünger werden. Für Altenburg macht mich das schon ein wenig nachdenklich.“

Aktuell reicht die Altersspanne der Patienten von 20 bis hinauf zu 60 Lebensjahren. „Der Altersdurchschnitt liegt bei 40 Jahren. Und oft handelt es sich um so genannte Mischdiagnosen, wenn beispielsweise mehrere Faktoren die Erkrankungen ausgelöst oder verschärft haben.“

Horizonte hilft

Horizonte versucht, dem Betroffenen zum Beginn des oftmals langen und nicht selten nie endenden Weg zurück in ein geordnetes Leben erst einmal aufzuzeigen, was er für Möglichkeiten hat, um sich zu entfalten, ihm zu zeigen, welche Neigungen in ihm stecken.

„Viele wollen draußen arbeiten, oftmals sehr gern auch gärtnerisch oder in der Landschaftspflege. Letztendlich heben dann derart strukturierte Tage mit einer geregelten Arbeit auch wieder das Selbstbewusstsein der Betroffenen. Und wenn sich Erfolge einstellen und es Lob für die geleistete Arbeit gibt, dann lebt jeder auf“, sagt Lissy Kraatz.

Wichtige Erfolgserlebnisse

In der Gärtnerei selber werden Blumen, Obst wie Gemüse angebaut. „Letzteres wird in unseren Küchen in den einzelnen Einrichtungen gleich weiter verarbeitet, bringt also gleich einen direkten Nutzen. Und nichts ist doch ehrlicher, als die Erkenntnis, dass es einem schmeckt.“

Nun ist das Gärtnern außerhalb der Gewächshäuser, in denen auch im Winter reger Betrieb herrscht, draußen ein Ding der Unmöglichkeit. „Dann haben wir ebenfalls gleich in der Paditzer Straße unsere Werkstatt, wo in den Wintermonaten beispielsweise Vogelhäuschen oder Blumenkästen entstehen. Damit können handwerkliche Fähigkeiten gefördert werden“, erzählt die Betreuerin.

Geordnetes Leben

Und mancher habe aus seinen ersten Schritten in der Paditzer Straße sogar wieder den Weg zurück in ein geregeltes Leben gefunden. Auch wenn es zumeist weiter ein Leben unter dem Dach der Horizonte gGmbH bleibt.

„Sei es in betreuten Wohngruppen, bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten oder in unserer Einrichtung am Anger, die wir umgangssprachlich nur Abuz nennen.“ Das Kürzel steht für ,Arbeit, Beschäftigung und Zuverdienst‘.

Das Schönste, sowohl für die Betreuer wie auch für die Betroffenen, seien dann die Erfolgserlebnisse, die sich beispielsweise einstellen, wenn man in der Gärtnerei etwas von der Aussaat bis zur Ernte betreut.

Und Computer, für die jetzt die Aktion „Ein Licht im Advent“ Spenden sammelt, seien bei Horizonte eine ideale Ergänzung. „Wir haben immer mehr junge Leute, die von Haus aus viel lieber und öfter mit Computern arbeiten wollen. Die Geräte wären eine wunderbare Ergänzung in unserer Arbeit“, sagt Lissy Kraatz.

Von Jörg Wolf

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