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Ein Licht im Advent Kaum schwere Unfälle mit Kindern: Polizei und Verkehrswacht setzen im Raum Oschatz auf Prävention
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Kaum schwere Unfälle mit Kindern: Polizei und Verkehrswacht setzen im Raum Oschatz auf Prävention

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10:06 12.12.2020
Ein Bild aus früheren Tagen ohne Abstand: Andreas Krusche (2.v.l.) bei der Verkehrserziehung.
Ein Bild aus früheren Tagen ohne Abstand: Andreas Krusche (2.v.l.) bei der Verkehrserziehung. Quelle: Foto: Archiv/ Sven Bartsch
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„Nicht drängeln!“ Jetzt nicht Hasche spielen, sondern warten, bis der Bus eingefahren ist, dann schnell zum Sitzplatz. Und nach dem Aussteigen dann nicht vor oder hinter dem Bus, zwischen Autos auf die Straße rennen, sondern ihn erst wegfahren lassen. „Sonst entstehen die Unfallsituationen, in denen du als Autofahrer keine Chance hast“, beschreibt Polizeihauptkommissar Andreas Krusche.

Polizei setzt auf Prävention

Krusche muss das wissen, Seit 1980 ist der 60-Jährige im Polizeidienst, lief bis 2004 Streife, bevor er Sachbeauftragter für Prävention wurde. Die verbleibenden Tage im Dienst kann er abzählen, aber schon jetzt sagt er: „Ich glaub, ich kann gar nicht ganz davon abgehen.“ Dass er auch im Ruhestand weiter mit ihr zusammen arbeiten will, habe er der Oschatzer Verkehrswacht bereits gesagt.

Seit einer Umstrukturierung 2012/13 ist er als Bürgerpolizist in Wermsdorf ansprechbar, Präventionsarbeit im Altkreis Oschatz gehört dabei immer noch zur Hälfte seines Aufgabengebiets. In diesem Rahmen arbeitet das Polizeirevier Oschatz oft und eng mit der Verkehrswacht zusammen.

Oschatzer Verkehrswacht hilft, Unfälle zu vermeiden

Unter anderem, weil die schon oft Ziel von Einbrüchen und Vandalismus war, widmet sich die Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ in diesem Jahr deren Arbeit. „Ich finde die Aktion schön“, sagt er, „weil ich habe selber mal einen Einbruch bei der Verkehrswacht aufgenommen , bei dem sie viele Gartengerätschaften entwendet haben und diesem Verein ein immenser Schaden entstanden ist.“

Dessen ehrenamtliches Engagement um die Verkehrssicherheit sei nicht selbstverständlich und verdiene ein Lob. „Ich würde sagen, dass die Arbeit der Verkehrswacht, gerade mit Verkehrserziehung und allem Drum und Dran, ein Grund ist, dass es bei uns wenig oder kaum Unfälle mit Kindern gibt“, sagt er.

Unfall- und Kriminalitätsprävention gehen Hand in Hand

In seinem Job habe er schon viele, einige sehr schwere Unfälle gesehen, bei denen auch Kinder zu Schaden kamen. Abgestumpft sei er dadurch nicht, sagt er. Wenn er wie vor Jahren zu einem Unfall gekommen sei, bei dem eine alleinziehende Mutter von drei Kindern tödlich verunglückt war, dann gehe auch ihm das nah. Zumal er Vater ist.„Wir sind alle keine so harten Jungs“, wenn er an der Unfallstelle vorbei komme, denke er heute noch an diesen Tag.

Dem vorzubeugen, sei Teil seiner Berufung. Auch Kriminalitätsprävention gehört dazu. Sie ist sein Part, wenn die Kinder bei der Busschule, die es so in keiner anderen Stadt gebe, unter realistischen Bedingungen lernen, sich auf dem Weg, im und beim Aussteigen aus dem Bus zu verhalten.

Hilfe für die Verletzlichsten in der Gesellschaft

Von Krusche lernen die Kinder dann zudem, sicher aufzutreten. Wenn sie im Bus oder an der Haltestelle von einem Fremden angequatscht werden, höflich, aber bestimmt zu reagieren: „Ich möchte das nicht!“ zu sagen oder andere auf sich aufmerksam zu machen mit einem „Lassen Sie mich bitte in Ruhe!“ Sie lernen, dass die Polizei nicht nur dafür da ist, Verbote auszusprechen und zu bestrafen, sondern helfen kann: So können sie einen Dienstwagen jederzeit heranwinken oder sich an den Fahrer wenden.

Das ist Krusche auch wichtig, wenn er mit Senioren zusammenarbeitet, die etwa aus Höflichkeit und Hilfsbereitschaft auf den Enkeltrick hereingefallen sind. „Diese Täter zu kriegen ist schwer“, aber der Polizei Bescheid zu geben, helfe auch anderen, die aufmerksam gemacht werden können.

Kurze Informationswege, um gegebenenfalls schnell zu reagieren, gibt es auch mit der Omnibusverkehrsgesellschaft Heideland, um Kinder vor Missbrauch zu schützen. Sie können sich immer auch an den Fahrer wenden: „Der Busfahrer ruft seinen Disponenten an, und der Disponent ruft die Polizei an.“

Und so können Sie spenden:

Füllen Sie einen Überweisungsschein aus.

Zahlungsempfänger: OAZ-Spendenaktion

Verwendungszweck: „Fahrradausbildung“

Sie tragen bitte Ihren Betrag ein, den Sie spenden möchten, und überweisen diesen an:

IBAN: DE89 8605 5592 1090 2297 19

BIC: WELADE8LXXX

Lesen Sie dazu auch: Wie Milon (6), den unsere Licht-im-Advent-Aktion 2019 begleitete, durch den Verkehrsgarten Oschatz düst

Von Manuel Niemann