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Ein Licht im Advent Kochen und backen gehören dazu: Es wird weihnachtlich in der Meuselwitzer Wohngruppe
Thema Specials Ein Licht im Advent

Kochen und backen gehören dazu: Es wird weihnachtlich in der Meuselwitzer Wohngruppe

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10:52 05.12.2020
Ab in den Ofen mit den frisch geformten Plätzchen: Am Donnerstag wurde in der Kinder- und Jugendwohngruppe gebacken.
Ab in den Ofen mit den frisch geformten Plätzchen: Am Donnerstag wurde in der Kinder- und Jugendwohngruppe gebacken. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

So langsam wird es vorweihnachtlich in der Kinder- und Jugend-WG in Meuselwitz. Der Baum ist schon da, wird demnächst geschmückt, und am Donnerstag riecht es das erste Mal seit Längerem wieder nach frischen Plätzchen. Backnachmittag in der Mühlgasse. Erzieher Markus Steinert hat Teig für Butterkekse vorbereitet – in die weiteren Handgriffe teilen sich die Jugendlichen rein.

Ist ja irgendwie auch ihre Küche. Vor eineinhalb Jahren haben sie sie in einem örtlichen Küchenstudio selbst mit ausgesucht. An der Vorgängereinrichtung hatte der Zahn der Zeit genagt, deshalb investierte der WG-Träger, das Innova Sozialwerk, in eine neue Ausstattung. „Möglichst hell sollte sie sein“, erinnert sich Selina. „Mit Geschirrspüler, damit wir nicht mehr von Hand abwaschen müssen.“ Und in der richtigen Höhe, damit auch die jüngeren Kinder gut an alles herankommen.

BWK steht für Brot, Wurst, Käse

Schließlich sollen hier alle mit anpacken. Im Flur hängt der Essendienst-Plan: Jeden Tag ist ein anderer an der Reihe, den Tisch zu decken und fürs leibliche Wohl der Gruppe zu sorgen. Colin kümmert sich an diesem Donnerstag ums Abendbrot: „BWK“ steht im Plan – Brot, Wurst, Käse. Das ist einfach. Mittags an den Wochenenden, wenn alle mehr Zeit haben, ist aber auch Kochen angesagt. „Das Ziel ist, dass jeder hier lernt, sich selbstständig zu versorgen, und das nicht mit Tütensuppen und Mikrowelle“, erklärt Markus Steinert.

Erzieher helfen bei aufwendigeren Gerichten

Die Palette dessen, was die Kinder und Jugendlichen eigenhändig zubereiten, reicht von Reis, Nudeln und Pizza bis hin zu Geschnetzeltem, Krautroulade, Gulasch und Semmelknödeln. Natürlich sind Lust und Talent unterschiedlich verteilt – aber bei aufwendigeren Gerichten stehen die Erzieher helfend zur Seite. „Es macht Spaß, mit den Kindern immer mal was Neues auszuprobieren. Insbesondere Gerichte, die einfach und gesund sind, die sie aber noch nicht auf dem Schirm haben“, sagt der Erzieher, der seit 2017 in der WG arbeitet. Zum Beispiel eine Art Wrap mit Quark und Salat. Kürzlich habe es sogar ein Drei-Gänge-Menü gegeben.

Gevespert und zu Abend gegessen wird dann immer zusammen, an den Wochenenden steht auch ein gemeinsames Mittagessen an. Nur die Frühstückszeiten sind individuell.

Weihnachtsfeier am vierten Advent

Am vierten Advent steht eine gemeinsame Weihnachtsfeier an. Die hat in der Meuselwitzer Wohngruppe Tradition, sie wird in diesem Jahr wegen Corona allerdings ein bisschen anders gestaltet. „Eigentlich wollten wir alle zum Indoor-Minigolfen, aber das fällt ja nun aus. Stattdessen gestalten wir ein kleines Buffet mit Fingerfood und Pizza“, kündigt Markus Steinert an. Hauptsache, ein bisschen vorfestliches Miteinander, bevor die allermeisten WG-Bewohner über die Weihnachtstage in ihre Familien gehen. Die Weihnachtsfeier ist auch die Gelegenheit für kleine Geschenke. Das Jugendamt kümmert sich um Präsente von gleichem Wert – eins für jedes Kind.

Die mit Abstand größten Geschenke bringen in diesem Jahr allerdings nicht die Behörde oder der Bärtige, sondern die LVZ-Leser. Dank zahlreicher Spenden und der Unterstützung der ITTF Foundation werden den Kindern und Jugendlichen in der Meuselwitzer Mühlgasse diesmal gleich mehrere Herzenswünsche erfüllt, die vorher außer Reichweite erschienen.

Dusche, Fahrräder, schöne Ausflüge

Die Stiftung der Internationalen Tischtennis-Föderation (ITTF) stellt eine nagelneue Tischtennisplatte zur Verfügung, samt Ausstattung. Den Fahrradschuppen, der den Kindern das mühsame Schleppen ihrer Räder über die steile Kellertreppe ersparen soll, stellt die Stiftung gleich dazu. Dadurch stehen die großzügigen Geldspenden der LVZ-Leser zur Verfügung, um die ebenfalls heiß begehrte Dusche zu installieren und das Rollo-Provisorium in der Badewanne abzuschaffen. Auch neue Fahrräder für Kinder, die kein eigenes Gefährt haben, sowie erlebnisreiche Ausflüge im nächsten Jahr können nun Wirklichkeit werden.

„Jeder Euro, der für die Wohngruppe gespendet wird, kommt 1:1 den Kindern und Jugendlichen zugute“, versichert Andrea Teuber vom Innova Sozialwerk. „Nicht nur denen, die im Moment bei uns wohnen, sondern auch denen, die in Zukunft unsere Hilfe brauchen.“

Deshalb, liebe Leserinnen und Leser: Bitte spenden Sie weiter. Die LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ geht noch bis zum 12. Dezember.

Hier ist erklärt, wie Sie spenden können.

Von Kay Würker