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Ein Licht im Advent Nach Erdbeben: Ein Klinik-Wartesaal für Nepal
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11:35 11.12.2018
Das Klinikpersonal nimmt den für 8000 Euro gebraucht angeschafften Patientenbus mit großer Freude in Empfang. Quelle: privat
Grimma

Die weltweit fast 700 Mitglieder des Grimmaer Vereins Nepalmed sind in freudiger Erwartung: Sollte durch die LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ genug Geld zusammenkommen, könnte der Klinik-Wartesaal samt Möblierung tatsächlich noch in diesem Jahr eröffnet werden.

Wie berichtet, musste der Vorgängerbau nach dem verheerenden Erdbeben von 2015 abgerissen werden.

Der Grimmaer Lungenarzt und Vereinsvorsitzende, Arne Drews, ist überwältigt von der sich abzeichnenden Spendenbereitschaft: „Deshalb sind die Möbel bereits bestellt. Am 13. Dezember sollen sie angeliefert werden. Die Zeit drängt: Der Winter steht vor der Tür. Wir wollen unbedingt vermeiden, dass Kranke nach mehrtägigen Fußmärschen weiter im Freien warten müssen.“

Im Dezember und Januar erwarte das deutsch-nepalesische Personal des in 1020 Metern gelegenen Berghospitals mitunter Temperaturen um den Gefrierpunkt.

So können Sie spenden

Sie möchten ein oder mehrere Projekte der LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ unterstützen? Hier erfahren Sie, wie Sie spenden können.

Verein um bessere Anbindung der Klinik bemüht

Schon vor dem Erdbeben mit 9000 Toten waren die Bemühungen des Grimmaer Vereins groß, das von ihm unterstützte Krankenhaus besser anzubinden.

Gebrochene Gliedmaßen, entzündete Gallenblase, Schlaganfall: Noch immer sind Familien gezwungen, ihre erkrankten Angehörigen aus bis zu 25 Kilometer entfernten Dörfern heranzutragen.

Genau hier setzte Nepalmed an. Seit 2005 macht sich der Verein für den Bau von Straßen stark. Mit Erfolg.

Inzwischen fährt jeden Morgen ein eigens von der Hilfsorganisation für 8000 Euro gebraucht angeschaffter Minibus indischer Bauart die Dörfer entlang dieser Piste ab.

„Die Patienten warten schon immer sehnsüchtig auf den Bus“, sagt Vereinschef Drews. Manchmal reichten die 24 Sitze nicht aus, weshalb der blaue Bus die Orte auch mehr als einmal täglich anfahre. Symbolische zehn Cent koste die Fahrt ins Hospital – eine Riesenerleichterung für die bettelarmen Patienten.

Und so übernimmt nun immer öfter der Bus die Zubringerdienste. Ein Service, der aufgrund des starken Gefälles dringend notwendig ist.

Immerhin siedeln die meisten der rund 50.000 zu versorgenden Menschen in der Ebene. Die Hoffnung ist nicht unberechtigt, dass die strapaziösen Aufstiege zu Fuß irgendwann ganz der Vergangenheit angehören. Vor allem, weil die Einwohner fast ausnahmslos in Latschen und Sandalen unterwegs sind.

Berghospital Amppipal – eine Erfolgsgeschichte

Das Berghospital in Amppipal ist längst zur auch international beachteten Erfolgsgeschichte geworden. Seit 2000 stemmte Nepalmed im Himalaja ambitionierte Projekte im Gesamtwert von über einer Million Euro.

In ganz Nepal ist das Haus als Lebensretter-Klinik bekannt. Die Erde ist fruchtbar, fast 80 Prozent der Nepalesen sind Bauern. Die Bevölkerung wächst stetig – von acht Millionen (1950) auf jetzt 30 Millionen.

Umso wichtiger ist die medizinische Versorgung. Die befand sich auf erschreckend niedrigem Niveau, als Drews in den 1990er-Jahren noch als Medizinstudent durchs Land reiste.

Zu der Zeit konnte er nicht ahnen, wie viel er und seine Mitstreiter eines Tages bewegen würden.

Im Namen des ganzen Vereins dankt er den LVZ-Lesern schon jetzt für das ihm entgegengebrachte Vertrauen: „Die Straße ist fertig, der Zubringerbus auf Achse. Wenn nun noch der Wartesaal eröffnet werden kann, schließt sich endlich ein Kreis.“

Von Haig Latchinian

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