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Ein Licht im Advent LVZ-Spendenaktion: Acht Kinder in Meuselwitzer Wohngruppe haben zwei große Wünsche
Thema Specials Ein Licht im Advent

OVZ-Spendenaktion "Ein Licht im Advent": Acht Kinder in Meuselwitzer Wohngruppe haben zwei große Wünsche

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08:44 16.11.2020
Acht Kinder und Jugendliche und ihre Erzieher meistern in der Meuselwitzer Wohngruppe den Alltag (von links): Selina, Katharina, Celina, Gabriela Matthausch, René, Dominic, Colin, Andrea Teuber, Jenny Weber, Selina, Mick und Uwe Weiser. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

Die kleine Gruppe hat sich als Gemeinschaft gut eingelebt: Sie essen zusammen Abendbrot, haben die Hausarbeit aufteilt, treffen sich im gemütlichen Wohnzimmer zum Spiel oder Fernsehen. Der Alltag der Kinder und Jugendlichen in der großen Wohnung trägt familiäre Züge. Er ist erprobt – es gibt mal Zoff und wieder Frieden, und im täglichen Miteinander verbindet die Mädels und Jungs weit mehr als nur die gemeinsame Adresse.

Eine Familie sind sie dennoch nicht. Das war nie geplant. „Wir geben ihnen lediglich ein Zuhause auf Zeit, bis sie selbstständig im Leben stehen oder zu ihrer Familie zurückkehren können“, schildert Andrea Teuber. Sie leitet die Kinder- und Jugendhilfe beim Innova Sozialwerk. Die Wohngruppe in der Meuselwitzer Mühlgasse gehört in ihren Verantwortungsbereich. Bis zu acht Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren leben dort, begleitet von einer Hand voll Erzieherinnen und Erzieher. „Manche bleiben einige Monate, andere bis zur Volljährigkeit“, sagt Jenny Weber, die Teamleiterin vor Ort.

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Familiengefüge sind aus den Fugen geraten

Keiner von ihnen hat sich das ausgesucht. Jeder der jungen Bewohner wäre lieber bei den Eltern, in geordneten, fürsorglichen Verhältnissen. Doch es ist etwas dazwischen gekommen. „Oftmals spielt Überforderung der Eltern eine Rolle“, weiß Jenny Weber. Familiengefüge, die aus den Fugen geraten sind. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie das Leben.

Das Ziel des Jugendamtes hingegen ist immer dasselbe: die Familie, wenn möglich, wieder zu kitten, sowohl den Eltern als auch den Kindern zu helfen. „Es sind ja in aller Regel die Eltern, die einen Antrag auf Hilfe zur Erziehung stellen“, erklärt Andrea Teuber. „Wenn sie ihre Kinder bei uns in Obhut geben, behalten sie das Sorgerecht, werden in alle Entscheidungen einbezogen.“

Vertrauen ist die Basis

Diese Vertrauensbasis sei Grundvoraussetzung in der Kooperation zwischen den Eltern und dem Innova Sozialwerk, das als gemeinnütziger Verein im Auftrag des Landkreises mehrere Wohngruppen in Meuselwitz, Schmölln und Altenburg betreibt. „Die Kinder behalten auch ihre offizielle Postadresse bei der Familie, haben bei uns nur ihren Zweitwohnsitz.“ Dass das Familiengericht eingreifen muss, sei der seltenere Fall.

Das Wichtigste für die Jugendlichen: geregelte Abläufe. Das Miteinander in der Wohngruppe soll ihnen Stabilität geben, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken. Ob Kochen, Tisch decken oder Treppe kehren – sie sind überall eingebunden. An der Wand im Flur motivierende Worte: „Es ist okay, etwas nicht zu können. Aber es ist nicht okay, es nicht zu versuchen.“

Zwei große Wünsche

Natürlich gehören auch Hobbys und Freizeit zum Zusammenleben in der Gruppe. Mal eben mit dem Fahrrad zu Freunden fahren oder zum Sportverein. Auch Tischtennis spielen steht hoch im Kurs. Kellen und Bälle haben sie da, doch seit Längerem wünschen sich die Kinder und Jugendlichen eine Tischtennisplatte im Hof hinterm Haus – zusammenklappbar, damit trotz des begrenzten Platzes auch noch Raum für einen Fahrradschuppen ist. Denn die Räder, die die jungen Bewohner zum Teil von zu Hause mitgebracht haben, stehen im feuchten Keller, müssen über eine schmale Treppe transportiert werden. Mal schnell das Rad schnappen, das ist gerade für die Jüngeren in der Gruppe nicht möglich.

Die LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ soll hier helfen: Eine Tischtennisplatte und ein Abstell-Schuppen, das liegt den Kindern und Jugendlichen in der Meuselwitzer Mühlgasse am Herzen. Dafür hoffen sie auf die Spenden der Leser im Altenburger Land. „Das wäre für alle eine große Freude, weil sowohl die jüngeren als auch die älteren Bewohner etwas davon hätten“, sagt Andrea Teuber.

Es wäre ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk in einem Zuhause auf Zeit.

Hier ist erklärt, wie Sie spenden können.

Von Kay Würker