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Ein Licht im Advent Steffen: „Ich bin gespannt, wie die Menschen reagieren“
Thema Specials Ein Licht im Advent Steffen: „Ich bin gespannt, wie die Menschen reagieren“
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09:02 23.11.2019
Steffen Fraß interessiert sich für japanische Kultur. Er malt Comic-Figuren, die in dem asiatischen Land beliebt sind. Quelle: Sven Bartsch
Waldheim/Region Döbeln

Steffen Fraß ist gespannt wie ein Flitzebogen. Der 24-jährige Waldheimer hat außerdem Hoffnung geschöpft. Er ist endlich zuversichtlich. Eine Eigenschaft, die dem vielfach vom Schicksal gebeutelten, jungen Mann lange vorenthalten blieb.

Optimistisch in die Zukunft

Dass Steffen Fraß optimistisch in die Zukunft blickt, hat mehrere Gründe. Nach fünf Operationen an seinen Beinen geht es ihm gesundheitlich besser. Er konnte seinen Realschulabschluss nachholen und hat einen Job in einem Telefonservice-Center gefunden. Er hat seine muffigen vier Wände in Waldheim aufgegeben und inzwischen eine andere, kleine Wohnung gefunden. Und: Steffen hat die Spendenaktion „Ein Licht im Advent“. Diese richtet die DAZ in diesem Jahr zum vierten Mal aus, unterstützt von der Diakonie Döbeln, Diakonisches Werk im Kirchenbezirk.

Gespannt auf Reaktionen

Damit, liebe Leser, kommen Sie ins Spiel. Denn eine Benefizaktion für einen Menschen funktioniert nur mit großer Beteiligung. Auch darauf hofft Steffen, der in seinem bisherigen Leben kaum auf der Sonnenseite stand, noch nie etwas eingefordert hat. Nach dem ersten Beitrag über ihn vor einer Woche rief Steffen Fraß in der Redaktion an. Aus seiner Stimme war Freude, aber noch immer etwas Schüchternheit herauszuhören: „Mir hat der Text über mich sehr gut gefallen. Er hat treffend mein bisheriges Leben beschrieben. Nun bin ich sehr gespannt, wie die Menschen darauf reagieren.“

Nie etwas geschenkt bekommen

Die ersten haben schon reagiert. Die ersten Spenden sind auf das angegebene Konto eingegangen, das die Diakonie Döbeln bei der hiesigen Sparkasse extra eröffnet hat. Der 24-Jährige hat zwar einen Job. Doch er arbeitet noch nicht voll, bekommt Mindestlohn und ist auf Hartz IV angewiesen. Davon will er weg, auf eigenen Beinen stehen, in der neu gemieteten kleinen Wohnung, von der aus er seine Arbeitsstelle besser erreichen kann. Die Spenden aus „Ein Licht im Advent“ sollen Steffen helfen, dieses neue Zuhause mit einfachen Möbeln einzurichten – mit einer Schlafcouch, einem Tisch, einem Schrank, vielleicht einer kleinen Küche. Ein großer Traum des jungen Mannes ist, ein besinnliches Weihnachtsfest in dieser Wohnung zu verbringen – mit ein paar Sorgen weniger. Betreuerin Andrea Reinhardt kennt den Waldheimer nun schon einige Jahre und wünscht sich das auch für ihn. Denn sie weiß: „Steffen hat in seinem ganzen Leben noch nie etwas geschenkt bekommen.“

Spenden leicht gemacht

Um Ihnen, liebe Leser, das Spenden etwas zu erleichtern, liegt der heutigen Ausgabe der DAZ ein Überweisungsschein bei. Dort ist auch ein Girocode abgedruckt, der eine Online-Überweisung einfacher macht. Unser stellvertretender Chefredakteur Olaf Majer richtet zudem ein paar Worte an Sie.

Auf einem guten Weg

Steffen, der seit seiner Geburt an einer doppelseitigen Hüftdysplasie leidet, was eine starke Fehlstellung seiner Beine zur Folge hatte, war deshalb vielfach Häme und Spott ausgesetzt. Er versucht sich auf seine Art zu wehren und dem Leben auch Positives abzuringen: in dem er trotz seiner Probleme mit den Beinen Sport treibt, viel liest und seinem Interesse an japanischer Kultur nachgeht. Steffen greift auch zu Pinsel, Farbe und Leinwand, um Figuren aus Mangas, also japanischen Comics zu zeichnen. Er ist auf einem guten Weg. Doch, wie Betreuerin Andrea Reinhard sagt: „Er braucht jemanden im Leben, der ihn unterstützt.“ Die Aktion „Licht im Advent“ soll so eine Hilfe sein.

Von Olaf Büchel

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