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Flüchtlinge in Leipzig Faktencheck: 70.000 Leipziger haben inzwischen einen Migrationshintergrund
Thema Specials Flüchtlinge in Leipzig Faktencheck: 70.000 Leipziger haben inzwischen einen Migrationshintergrund
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16:03 27.05.2016
Blick auf Leipzig im Mai 2016.  Quelle: André Kempner
Leipzig

Die Messestadt präsentiert sich weltoffen und ihre Bewohner werden dabei immer internationaler. Jeder achte Leipziger hat inzwischen einen Migrationshintergrund, heißt es im aktuellen statistischen Quartalsbericht der Stadtverwaltung. Zum Stichtag am 31. Dezember 2015 gab es 46.029 Ausländer mit Wohnsitz in Leipzig (8,1 Prozent der Stadtbevölkerung). Dazu kamen 14.497 Messestädter mit doppelter Staatsbürgerschaft und 23.959 mit alleiniger deutscher Staatsbürgerschaft und Migrationshintergrund. Zusammen sind das etwa 70.000 Leipziger. Innerhalb eines Jahres nahm die Zahl der Migranten in Leipzig um etwa 10.000 Menschen zu – doppelt so stark, wie bei Menschen ohne Migrationshintergrund.

Insgesamt 175 verschiedene Staatsangehörigkeiten sind dabei als ursprünglicher Herkunftsort beim Leipziger Einwohnermeldeamt registriert. Die größte Gruppe machen nach wie vor Menschen aus Russland aus: Mehr als 7700 Leipziger kamen ehemals aus dem Vielvölkerstaat zwischen Ural und Beeringsee, jeder neunte Migrant in Leipzig hat somit seine Wurzel dort. Nach den Flüchtlingsbewegungen im vergangenen Jahr folgen auf Platz zwei nun bereits Syrerinnen und Syrer: Insgesamt 4474 Personen waren zum Jahreswechsel aus dem Kriegsgebiet nach Leipzig geflüchtet. Weil bei russischen Migranten eine überwiegende Mehrheit inzwischen einen deutschen Pass hat, bilden Syrer jetzt faktisch auch die größte Ausländergruppe in der Messestadt.

In fast allen Leipziger Migrationsgruppen Zuwächse – überwiegende Zahl kann bleiben

Auf den folgen Plätzen der Migrationsstatistik lagen zum Jahresende 2015 Menschen, die einstmals aus Polen (4031), Ukraine (3296), Vietnam (3211), Rumänien (2652), Kasachstan (2120), Irak (2039), Türkei (2037) und Italien (1709) stammen. In praktisch allen größeren Bevölkerungsgruppen mit mehr als 200 Angehörigen gab es zum Jahresausklang 2015 gegenüber dem Vorjahr Zuwächse – außer bei Brasilianern, Japanern und Moldawiern.

Unter den 10.000 neuen Migranten waren im vergangenen Jahr auch 4230 Flüchtlinge. Etwas mehr als ein Drittel der in Leipzig aufgenommenen Asylbewerber stammt aus Syrien, 15 Prozent aus Afghanistan und elf Prozent aus dem Irak. Die restlichen 37 Prozent der in Leipziger Asylbewerberunterkünfte aufgenommenen Flüchtlinge kamen 2015 aus insgesamt 23 anderen Staaten.

Mehr als die Hälfte der in Leipzig lebenden Ausländer kommt aus den EU-Staaten oder hat einen unbefristeten Aufenthaltsstatus – das sind 25.000 Leipziger. Ein weiteres Drittel hat eine befristete Aufenthaltserlaubnis durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Knapp neun Prozent werden geduldet, 2,6 Prozent der in Leipzig lebenden Ausländer sollen laut BAMF-Entscheidung Messestadt und Land allerdings auch wieder verlassen. Ihre Abschiebung wurde noch ausgesetzt – das gilt für etwa 1200 Menschen.

Leipziger mit Migrationshintergrund sind im Durchschnitt 31 Jahre alt und somit deutlich jünger als der Rest der Stadtbevölkerung mit durchschnittlich 44,5 Jahren.

Von Matthias Puppe

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