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Flüchtlinge in Leipzig Flüchtlinge mit ICEs in Leipzig angekommen – Notbremsung stoppt Sonderzug
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17:02 15.09.2015
Flüchtlinge aus München kommen am Montag mit einem ICE am Flughafen-Bahnhof Berlin/Schönefeld an. Auch nach Leipzig wurden weitere Asylbewerber gebracht. Quelle: dpa
Leipzig

Am späten Montagabend sind in Leipzig zwei ICE-Züge mit weiteren Flüchtlingen aus München angekommen. Die rund 150 Asylbewerber seien in die Halle 4 der Neuen Messe gebracht worden, teilte die Bundespolizei am Dienstagmorgen auf Anfrage von LVZ.de mit. Nach Angaben der Landesdirektion sind dort aktuell rund 1600 Asylbewerber untergebracht.

Die Linienzüge hatten jeweils kurz nach 21 und 22 Uhr mit weiteren Passagieren den Hauptbahnhof erreicht. „Nach Absprache mit der Bahn wurde dann auf dem Weg nach Berlin an der Neuen Messe ein Sonderhalt eingelegt“, berichtete Bundespolizeisprecher Jens Damrau. Die Beamten hätten den Zug mit Dolmetschern begleitet.

Auch zwei Busse mit Asylbewerbern aus Chemnitz kamen am Montagabend und Dienstagmorgen in Leipzig an, wie Jana Klein, Sprecherin der Landesdirektion in Leipzig, erklärte. Von der Ankunft der Asylbewerber hatten die Behörden erneut sehr kurzfristig erfahren. Erst am Montagmorgen war ein Sonderzug mit rund 450 Flüchtlingen aus München an der Neuen Messe angekommen. In der zur Notunterkunft umgebauten Halle 4 können bis zu 2000 Asylbewerber untergebracht werden.

Flüchtlinge ziehen Notbremse auf dem Weg nach Berlin

Unterdessen kam es am Dienstagmorgen bei einer weiteren Zugfahrt in Sachsen-Anhalt zu einem Zwischenfall. Insassen eines Sonderzuges mit 450 Asylbewerbern zogen kurz nach 8 Uhr auf der Strecke bei Wolfen (Kreis Anhalt-Bitterfeld) die Notbremse. Etwa 60 Personen hätten die Bahn von Freilassing (Oberbayern) in Richtung Berlin daraufhin verlassen und seien über die Gleise gelaufen, so eine Bundespolizeisprecherin in Magdeburg gegenüber LVZ.de.

Der Zug fuhr zunächst weiter, wurde bei Meinsdorf jedoch ein zweites Mal offenbar mutwillig gestoppt. Wie viele Flüchtlinge dort den Zug verlassen haben, ist laut Bundespolizei unklar. „Wir haben insgesamt 67 Personen aufgegriffen und in die zentrale Aufnahmestelle in Halberstadt gebracht“, erklärte die Sprecherin. Die Bahnstrecke musste eine Stunde gesperrt werden.

Rechtlich werde der Vorfall als „gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr“ eingestuft, womit es sich um eine Straftat handele. „Die zuständige Staatsanwaltschaft prüft nun, wie weiter verfahren wird.“ Nach dem unplanmäßigen Stopp setzte der Zug seine Fahrt nach Berlin mit den übrigen rund 380 Flüchtlingen fort. Eine Meldung, wonach von über 500 Zuginsassen insgesamt 180 das Fahrzeug verlassen hätten, konnte die Sprecherin der Bundespolizei in Magdeburg nicht bestätigen.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) verurteilte am Dienstag auf der Kabinettspressekonferenz in Magdeburg das Verhalten der Flüchtlinge. Die Annahme, die Asylsuchenden wollten mit dem Verlassen des Zuges eine Registrierung in Deutschland umgehen, konnte bisher nicht bestätigt werden. Weder die Bundespolizei noch das Ministerium für Inneres und Sport in Magdeburg haben nach eigenen Angaben Kenntnis über die Beweggründe der betroffenen Personen.

Robert Nößler / jhz

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