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Flüchtlinge in Leipzig Kontaminierter Boden: Flüchtlingsunterkunft am Kohlrabizirkus wird teurer
Thema Specials Flüchtlinge in Leipzig Kontaminierter Boden: Flüchtlingsunterkunft am Kohlrabizirkus wird teurer
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15:10 14.06.2016
Auf einem Gelände am Kohlrabizirkus entsteht eine Flüchtlingsunterkunft für 360 Menschen. (Archivbild) Quelle: LVZ
Leipzig

Der Bau einer Container-Flüchtlingsunterkunft „An den Tierkliniken“ im Leipziger Südosten wird um rund eine halbe Million Euro teurer. Ein Grund sei die kostspielige Entsorgung von kontaminiertem Untergrund, heißt es in einer Eilvorlage von den Dezernaten Bauen und Soziales für die Stadträte. Auf der Baustelle wurden belastetes ehemaliges Gleismaterial, Schutt und Abfälle ausgegraben, so die Verwaltung weiter.

Insgesamt will die Stadt nun knapp acht Millionen Euro in die neue Unterkunft investieren, die etwa 360 Menschen ein Dach über dem Kopf bieten kann. Neben der Beseitigung des gefährlichen Abfalls habe die Wiederherrichtung des Baugrunds, auf dem 15 Bungalow-Einheiten für Wohngruppen entstehen, mit weiteren Kosten zu Buche geschlagen. Vor Probleme sahen sich die Bauherren auch beim Thema Regenwasser-Versickerung gestellt: Deutlich mehr Flächen als geplant müssen auf dem Grundstück am Kohlrabizirkus entsiegelt werden, damit das Wasser abfließen kann.

„An den Tierkliniken“ sollen eigentlich ab Juli die ersten Menschen einziehen. Die Kommune brauche die Plätze dringend als Ersatz für Notunterkünfte wie in der Messehalle 17 oder am Deutschen Platz. Um die neuen Behausungen möglichst schnell zu errichten, sei es nicht möglich gewesen, in der Vorplanung alle Kostenfaktoren zu berücksichtigen.

Sollte der Stadtrat die knapp 500.000 Euro verwehren, müssten die Baumaßnahmen unterbrochen werden. „Unter sozialen Gesichtspunkten“, so heißt es in dem Dokument für das Plenum, sollten die Unterkünfte wie die Zeltstadt am Deutschen Platz, die Massenherbergen in der Messehalle 17 und im ehemaligen Baumarkt Schomburgkstraße aber so schnell wie möglich geschlossen werden. In der Vergangenheit hatte es von Flüchtlingen bereits Proteste und Kritik an den hygienischen Zuständen gegeben.

Von Evelyn ter Vehn

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