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Flüchtlinge in Leipzig Leipziger Brückenfest und Menschenkette gegen Fremdenfeindlichkeit
Thema Specials Flüchtlinge in Leipzig Leipziger Brückenfest und Menschenkette gegen Fremdenfeindlichkeit
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16:05 17.06.2016
Hunderte Leipziger waren bereits bei der ersten Ausgabe des Brückenfests im September 2015.
Hunderte Leipziger waren bereits bei der ersten Ausgabe des Brückenfests im September 2015.  Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

 Barrieren überwinden, einander kennenlernen, Vorurteile abbauen – auf der Sachsenbrücke steht am Sonntagnachmittag zum „Brückenfest 2.0“ der interkulturelle Dialog im Mittelpunkt. Kurz zuvor soll bereits eine bundesweite Menschenkette gegen Rassismus und Diskriminierung in der Messestadt geschlossen werden.

Die „Menschenkette gegen Fremdenhass“ wird bundesweit von mehr als 40 Organisationen getragen und soll am Sonntag um 12.30 Uhr neben Leipzig auch durch Berlin, München und Hamburg führen. Vorbild der Idee von Amnesty International, Gewerkschaften, Sozialverbänden und evangelischer Kirche ist eine Aktion aus dem Jahr 1992. Damals kamen nach den ausländerfeindlichen Angriffen in Rostock-Lichtenhagen mehr als 350.000 Menschen auf den Straßen zusammen. Die Menschenkette an diesem Sonntag soll in Leipzig auf drei Kilometern zwischen Stadtteilpark Rabet, Eisenbahnstraße, Ring und Synagogendenkmal in der Gottschedstraße durch die Messestadt führen, heißt es.

30 Stände und Live-Konzerte beim Brückenfest

Vom Synagogendenkmal aus wollen anschließend alle Beteiligten gemeinsam zum „Brückenfest 2.0“ laufen, so der frühere Thomaskirchenpfarrer Christian Wolff. Die Veranstaltung auf der Sachsenbrücke – dem Hot Spot im Clara-Zetkin-Park – fand in dieser Form erstmals im September 2015 angesichts der wachsenden Aggressionen gegen Flüchtlinge statt. Seither hat sich die Lage kaum entschärft: „Auch wenn Leipzig manch einem in Sachsen wie eine Insel erscheinen mag und es Legida trotz regelmäßiger Demonstrationen nicht gelungen ist, in der Stadt Fuß zu fassen, ist Rassismus auch in Leipzig ein Problem“, heißt es in der aktuellen Brückenfest-Ankündigung.

Auf der Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park wurde am Sonnabend (19.09.2015) eine Brücke zwischen Leipzig und den hier Schutz suchenden Flüchtlingen geschlagen. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ rief gemeinsam mit vielen anderen Partnern zu einem Fest auf. Bands und interkulturelle Organisationen sorgten für internationales Flair. Fotos: Dirk Knofe

Mit ihrem erneuten Aktionstag wollen die Initiatoren der Hetze bei Asylinfoabenden, der Stimmungsmache im Netz, den Angriffen auf Flüchtlinge und Helfer sowie den Parolen auf rechten Kundgebungen jede Menge Solidarität, Offenheit und Toleranz entgegensetzen. „Wir laden alle Leipziger ein, gemeinsam Platz zu nehmen und Brücken zu bauen“, so Mitorganisatorin Irena Rudolph-Kokot vom Netzwerk „Leipzig nimmt Platz“.

Eröffnet wird das Fest auf der Sachsenbrücke um 13 Uhr von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und der Dresdner Skaband Yellow Umbrella – bekannt durch den „No Pegida“-Song und die beliebten Hörgeschichten um den Reggaehasen Boooo. Danach geben sich auf der Bühne weitere Bands und Solokünstler die Klinke in die Hand, laden ringsherum bis 20 Uhr mehr als 30 Initiativen an Ständen zum Verweilen, Essen und Trinken ein – darunter Flüchtlingsrat, Refugee Law Clinic, Ariowitsch Haus, Ahmadiya Gemeinde, Bueno Vista Leipzig, diverse Gewerkschaften und Parteien.

Menschenkette: hand-in-hand-gegen-rassismus.de

Brückenfest: platznehmen.de

Von Matthias Puppe