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Flüchtlinge in Leipzig Sozialreport 2015: Leipzigs Migrationsanteil wächst weiter
Thema Specials Flüchtlinge in Leipzig Sozialreport 2015: Leipzigs Migrationsanteil wächst weiter
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10:40 28.06.2016
Kinder von Flüchtlingen werden während eines speziellen Integrationskurses für Frauen im Language Coach Institut in Leipzig (Sachsen) von Constanze Reh betreut
Kinderbetreuung während eines Integrationskurs für geflüchtete Frauen in Leipzig: Leipziger mit Migrationshintergrund sind jünger als diejenigen ohne ausländische Wurzeln (Archivbild) Quelle: dpa
Leipzig

Leipzig bleibt in Sachsen die Stadt mit den meisten Migranten. 2014 hatten rund 10,8 Prozent der Messestädter einen Migrationshintergrund, etwa 0,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im gesamten Freistaat waren es dagegen nur 4,1 Prozent. Das geht aus dem Sozialreport 2015 hervor, den die Stadt am Montag vorgelegt hat.

Demnach lebten vor zwei Jahren nahezu 60.000 Menschen in Leipzig, die selbst aus einem anderen Land kamen oder deren Familie eine Migrationsgeschichte hat. 37.391 davon hatten eine ausländische-, 22.347 die deutsche Staatsbürgerschaft. 13.257 hatten neben dem deutschen noch einen weiteren Pass. Größte Gruppe unter den Migranten sind mit 12,4 Prozent nach wie vor Menschen mit Wurzeln in der russischen Föderation.

Im Vergleich zu 2013 kamen 5962 Personen neu dazu. Leipzigs Migrantenanteil bleibt zugleich weit hinter dem deutschen Durchschnitt von 18,8 Prozent im Jahr 2013 zurück. Was die Verteilung auf das Stadtgebiet angeht ist das Bild sehr unterschiedlich. Während etwa in Volkmarsdorf mit 35,5 Prozent, im Zentrum-Südost mit 34,5 Prozent und in Neustadt-Neuschönefeld mit 33,5 Prozent die meisten Migranten leben, sind es in den Randgemeinden Baalsdorf nur 1,6 Prozent und in Burghausen-Rückmarsdorf, Knautkleeberg-Knauthain und Liebertwolkwitz jeweils nur 2,6 Prozent.

Die Einwanderer verjüngen die Stadt. Ihr Durchschnittsalter lag 2014 bei 31,6 Jahren. Im Vergleich dazu waren Leipziger ohne Migrationshintergrund durchschnittlich 44,6 Jahre alt. Besonders niedrig ist mit 26,7 Jahren der Altersschnitt der Deutschen mit ausländischen Wurzeln. Dadurch leben auch mehr Kinder in Leipzig mit einem Migrationshintergrund, es sind 18,3 Prozent der unter 15-Jährigen.

Flüchtlinge in Leipzig

Beim Thema Flucht verfügt die Stadt bereits über aktuelle Zahlen von 2015. Im vergangenen Jahr kamen demnach 4230 Asylsuchende nach Leipzig. Dazu nahm die Kommune 748 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Obhut. Die größte Gruppe waren mit 1568 Personen Menschen aus Syrien. Insgesamt bezogen am 31. Dezember vorigen Jahres 5233 Menschen Asylleistungen. Davon lebten 69 Prozent in einer Gemeinschaftsunterkunft, die übrigen hatten eine eigene Wohnung.

Das Jobcenter registrierte im gleichen Jahr 4585 Personen, die aus Asylzugangsstaaten kamen. Davon waren 3976 erwerbsfähig. 15,5 davon Hochschulabsolventen, 13,4 Prozent hatten eine betriebliche oder schulische Berufsausbildung, Rund 69,5 Prozent dagegen hatten keine abgeschlossene Ausbildung für einen Beruf.

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... in unserem Special Flüchtlinge in Leipzig

Integrationsangebote wurden nachgefragt: Rund 1377 Teilnehmer besuchten an der Volkshochschule einen Integrationskurs, der durch das Bundesamt für Mighration und Flüchtlinge gefördert wurde. An einem von der Stadt finanzierten Kurs für Deutsch und Alphabetisierung nahmen insgesamt 624 Personen teil.

chg