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Highfield News Festivalmusik selbstgemacht: "Die legendäre Jukebox" auf dem Highfield 2019
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18:23 18.08.2019
Das Trio "Die legendäre Jukebox" auf dem Highfield 2019: (v.l.) Leonore, Valentin und Antje. Quelle: Lisa Schliep
Großpösna

Der Weg zum Festival kann lang sein. Ehe man die Bässe der Bühnen hört, gilt es einiges an Strecke zurückzulegen. Begleitet wird man Tag wie auch am Abend durch die Musik auf den Zeltplätzen. Einige der selbst erklärten Stimmungsmacher wagen sich sogar auf die freie Fläche – die einen für mehr Aufmerksamkeit, die anderen um gute Laune zu verbreiten. So gleicht der Gang zum Gelände einem Spaziergang durch die Fußgängerzone Leipzigs: Aus jeder Ecke schallt Musik.

Hier und da bilden sich Menschentrauben um den Sound. Bei Antje Schulz, Valentin Spiegel und Leonore Fischer ist es auffällig gut gefüllt. Das Trio nennt sich „Die legendäre Jukebox“ oder wahlweise auch die #leckmuscheln. Ganz einig ist man sich da nicht. Mit ihren Kompositionen aktivieren sie Melodien, die jeder kennt – ob man will oder nicht.

Ein Hauch von "Star Wars"

Ihre Wunschliste steht auf einem Stück Pappe und reicht von Festival-Gassenhauern über Jugendsünden hin zu Computerspiel-Melodien. Die Zuhörer dürfen wählen. Wie lange sie ihren Auftritt ausreizen, hängt ganz davon ab, wie das Publikum mitgeht. Meistens bekommt es nicht genug. Als die Drei den Dauerschleife-Klassiker der Cantina-Band aus "Star Wars" zum Besten geben, gleichen die Aufforderungen „nach dem selben Song nochmal“ einem Endlos-Loop.

Antje spielt abwechselnd drei Flöten, Sopran und Alt. Valentin zupft die Ukulele und Leonore bedient die Melodika. Sie kommen aus Halle und Leipzig und sind beste Freunde. Angefangen haben sie ihr Musikprojekt vor drei Jahren, die Idee entstand ein Jahr zuvor auf dem Highfield. „Uns gibt es auch nur hier“, erklärt Leonore. Der Ticketkauf für das kommende Jahr ist schon sicher. Ein paar Monate vor dem Start fangen sie dann langsam an zu proben. „Da geht es vor allem um die Musikauswahl. Wir überlegen, was beim letzten Mal gut lief und auf was wir Lust haben.“

30 Seconds to Mars, Annenmaykantereit und Lokalmatador Trettmann: Der zweite Tag Highfield-Festival 2019 bei Leipzig in Bildern.

"Wir machen Spaßmusik"

Valentin ist Audiodesigner und wird von den beiden Mädels deshalb auch als das „Mastermind hinter den Kompositionen“ bezeichnet. Antje und Leonore gehen beruflich ganz andere Wege: Die Hallenserin ist Juristin und Leonore arbeitet an der Universität, im Bereich Deutsch als Fremdsprache.

Für ihren ersten Auftritt auf dem Highfield hatten sie damals lediglich zwei Songs im Gepäck: Den Soundtrack der Gummibärenbande und den der 90er-Jahre-Anime-Fernsehserie „Mila-Superstar“. „Wir spielen eigentlich nichts aktuelles. Dafür sind ja die Künstler auf der Bühne da. Wir machen Spaßmusik“, sagt Valentin. Heute kann ein Auftritt schon mal zwei Stunden dauern, freuen sich die Musiker.

Tokio Hotel sorgt für Stimmung

Der absolute Publikumsliebling am Samstagabend: „Durch den Monsun“ von Tokio Hotel. Fünf Sekunden im Oberstübchen kramen, reichte den meisten Zuhörern, um lauthals mit passendem Text auf die Melodie einzusteigen. „Es ist immer witzig zu beobachten, wie die Jungs erstmal die Augen verdrehen und dann doch textsicher mitgrölen“, sagt Antje. Einer von ihnen ergänzt sogar in regelmäßigen Abständen den Zusatz „mit Heidi Klum“ und zeigt sich so topinformiert über das Liebesleben des Tokio Hotel-Gitarristen.

Inzwischen bekommt „Die legendäre Jukebox“ sogar kleine Hutspenden – auch wenn die Drei das gar nicht wollen. „Wir sind immer irritiert, wenn wir mit Hartgeld beworfen werden“, erzählt Antje. „Wir investieren das in der Regel in eine Fahrt mit dem Riesenrad oder in Essen.“

Weitere Beiträge zum Highfield 2019 finden Sie im LVZ-Special.

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