Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Highfield News Highfield 2019: Das große Aufräumen danach
Thema Specials Highfield Festival Highfield News Highfield 2019: Das große Aufräumen danach
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:23 19.08.2019
Zurück bleibt Müll: Der Highfield-Zeltplatz am Montag. Quelle: Lisa Schliep
Großpösna

Und es ist schon wieder Montag. Nach einer ordentlichen Regendusche am Vorabend hieß es am Störmthaler See Sachen packen. Das Highfield 2019 ist zu Ende. Massen von Festivalbesuchern setzten sich mit ihren prall beladenen Bollerwagen, Schubkarren und Rollbrettern in Bewegung, um ihr Zuhause auf Zeit wieder in die Realität zu schleppen.

Wie auch in den letzten Jahren bedeutete das eine Menge Müll – nicht nur in den Containern des Veranstalters. Viele Gäste ließen Teile ihres Camping-Equipments achtlos auf den Wiesen zurück – kuriose Überbleibsel inklusive. Doch die große Schneise der Verwüstung blieb aus. Auch dank fleißiger Helfer aus der Umgebung.

Die Massen ziehen von dannen, zurück bleibt der Müll: Nach dem Highfield-Festival hat das große Aufräumen begonnen.

Stück für Stück zurück zum Normalzustand

Am Mittag herrscht rege Betriebsamkeit auf dem Gelände. Wortlos werden Zelte zusammengerollt, letzte Biere geöffnet. Auf dem Rasen klaffen bereits einige Lücken. Im Hintergrund demontieren Kräne fleißig Teile der Bühne und des Riesenrades. Der überdimensionale Hirsch, der als Wächter über die Bühne wachte, ist kopflos. Und dann ist da noch überall der Müll. An den Wegen, die auf die Zeltflächen führen, versinken die zum Dreieck gestellten Bauzäune unter Bergen von Abfall: Campingstühle, Essensreste, Bier-Pong-Tische.

Her mit dem Müll: Die Müllsammelstellen platzen aus allen Nähten. Quelle: Foto: Dirk Knofe

Müllfund Nummer eins: der Pavillon

Am wenigsten Herz zeigen die Festival-Besucher aber eindeutig für ihren Pavillon. Dessen dünne Metallbeine ragen wie Stacheln aus nahezu jedem Müllsack. Wahlweise fristet das Campingdach auch vollständig montiert auf der Wiese sein trostloses Dasein.

Objekte, die Fragen aufwerfen

Nicht bei allen Hinterlassenschaften ist sofort ein offensichtlicher Nutzen erkennbar. Quelle: Lisa Schliep

Manch eine Konstruktion wird, wie es den Anschein erweckt, auch aus Stolz zurückgelassen. Ein eindeutiger Fall von „zu schade, um es platt zu machen“. So thront zum Beispiel ein Gebilde aus Planen, Metallstäben und einer Menge rotem Klebeband in der Nähe des festivaleigenen Penny-Markts. Das Werk der Gäste kommt einem Unterstand gleich. Im Inneren ein Zettel, auf dem das Wort „Bier“ steht, was genauso viele Fragezeichen wie Ideen über den allgemeinen Nutzen aufwirft.

Gäste von „außerhalb“

Zusammen auf der Suche nach kleinen Schätzen: Sylvia Winkler und ihr Sohn Phillip. Quelle: Lisa Schliep

Während die einen ihre Hinterlassenschaften der letzten Tage in Tüten stopften oder sie als Exponate regelrecht drapierten, sammelten andere auf, die selbst keinen Dreck verursacht haben. So zum Beispiel auch Sylvia Winkler und ihr Sohn Phillip. Der Achtjährige durfte sogar am ersten Schultag nach den Ferien nach der zweiten Stunde gehen. „Er hat sich so gefreut, dabei sein zu können. Da haben wir angefragt bei der Schule“, so Winkler.

Es ist für die Mölkauerin nicht das erste Mal auf dem Highfield. Seit einigen Jahren kommen sie und ihr Mann mit dem Fahrrad an den See geradelt und durchforsten den Campingplatz. „Die Leute lassen so vieles liegen, was noch super genutzt werden kann. Es wäre doch schade, wenn das in der Tonne landet.“ Phillip hat nach einer Stunde Suche bereits zwei kleine Fußbälle erbeutet und ein Sitzkissen. Für Sylvia Winkler sind Zeltstangen für ihre Tomatenpflanzen und Planen herausgesprungen. Ihre Ausbeute ist zufriedenstellend. „Aber ich muss wirklich sagen, dass es viel sauberer ist als in den letzten Jahren. Wir haben viele Leute beobachtet, die wirklich Sorge getragen haben, dass nichts zurückbleibt.“

Mehr zum Highfield

Highfield-Festival wegen Unwetter unterbrochen

Highfield: Jetzt beginnt die Nachbereitung

Der Herr der Busse beim Highfield

Das Festival-Dorf: So erlebt Dreiskau-Muckern das Highfield

Festivalmusik selbstgemacht: „Die legendäre Jukebox“ auf dem Highfield

Von Lisa Schliep

Zum zehnten Mal lockte das Highfield am Wochenende tausende Musikfans an den Störmthaler See bei Leipzig. Mit Auftritten von Fettes Brot und Steve Aoki endete die Jubiläumsausgabe am Sonntagabend. Hier gibt es alle Bilder vom Festival.

19.08.2019

Das Highfield-Festival 2019 ist Geschichte. Jetzt wird aufgeräumt und nachbereitet. Die Fundsachen müssen an Frau und Mann gebracht werden – und der Müll ist ja auch noch da.

19.08.2019

Seit sechs Jahren koordiniert Ferdinand Zierof den sicheren und bequemen Transport tausender Festival-Gäste bis zum Highfield und zurück. Bei seiner Arbeit hat er schon einiges erlebt.

19.08.2019